Floß: Bauernmarkt sorgt für Diskussionen

Floß. Seit 18. Dezember findet jeden Freitag am Marktplatz ein dreistündiger Bauernmarkt statt. Ob es den in dieser Form auch zukünftig geben soll, diskutierten die Marktgemeinderäte kontrovers. Der erste Markt sei sehr gut angenommen worden und die Fieranten hätten darum gebeten auch weiterhin kommen zu dürfen. Manche Flosser sind mit dem neuen Markt aber offenbar weniger glücklich.

Von Benedikt Grimm

Bürgermeister Günter Stich will die Erlaubnis daher zunächst bis zum 30. April weiterhin erteilen und je Verkaufswagen pauschal zehn Euro Gebühr für Platz und Strom erheben. Nach diesem Zeitraum soll sich zeigen, ob der Zuspruch anhält, oder ob auch ein vierzehntägiger Rhythmus ausreichend wäre. „Wir wollen ja alle die Ortsmitte beleben. Darunter subsumieren wir auch neue oder andere Verkaufsstellen“, sagte CSU-Sprecher Armin Betz zum Vorschlag des Bürgermeister. Die ersten Wochen hätten aber gezeigt, dass der Markt teilweise auch auf heftige Kritik stoße. Betz plädierte daher eher für einen zweiwöchigen Rhythmus.

Den Markt entscheiden lassen

„Die Testphase halten wir für richtig“, meinte SPD-Fraktionschef Robert Lindner. Das sieht auch Heinz Kett von der FDP so. Der Marktplatz sei saniert worden, alle seien sich einig, dass der Platz attraktiv gestaltet werden solle und dem Wunsch der Bürger nach einem Bauernmarkt sollte man auch nachkommen.

Kritik gibt es, aber manches löst sich auch von selbst. Ich denke wir sollten das so frei wie möglich angehen. Ein Markt reguliert sich meistens von selbst,

betonte Kett, der auch gleich noch einen neuen Namen für die Veranstaltung vorschlug. „Mir persönlich würde der Name Bürgermarkt wesentlich besser gefallen.“ Schließlich sei er für die Bürger und nicht für Landwirte gedacht. Einigen konnten sich die Markträte am Ende jedenfalls auf die Pauschalgebühr von zehn Euro je Teilnehmer.

Wiese für Vierbeiner gesucht

Die Idee einer Hundespielwiese – aufgebracht von Thomas Wiedeck stieß bei Bürgermeister und Räten durchwegs auf positive Resonanz. Mehr als 20 Hundebesitzer hätten auf einen Aufruf von Wiedeck hin bislang ihr Interesse bekundet. In der Steuerliste der Gemeinde sind überdies 219 Vierbeiner gemeldet, deren Herrchen und Frauchen insgesamt knapp 7.200 Euro Hundesteuer pro Jahr abdrücken. Wiedeck möchte auf eigene Kosten eine Wiese mit einem leicht rückbaubaren Wildschutzzaun einzäunen und eventuell einen einfachen Regenunterstand errichten. Ein von ihm bereits ins Auge gefasstes Grundstück erwies sich aber doch nicht als geeignet. Jetzt geht die Suche weiter. Wer ein passendes Grundstück in der Nähe des Ortes kennt, möge sich beim Markt oder bei Wiedeck (hundespielwiese@t-online.de) melden.

Gezielt Energie sparen

Als „sehr sinnvolle Maßnahme“ (Betz), „sehr positiv“ (Lindner) oder „sehr interessant“ (Oliver Mutterer) bewerteten die Fraktionen das Energiecoaching durch das Energietechnologische Zentrum (etz) Nordoberpfalz. Im Januar erreichte der Abschlussbericht die Gemeinde. Der beinhalte etliche kleinere und größere Maßnahmen, um die Mehrzweckhalle und das Sportbetriebsgebäude energetisch auf Vordermann zu bringen, informierte der Rathauschef. Konkret werde etwa der Austausch der Heizungsumwälzpumpen vorgeschlagen. Die Empfehlungen des etz werden auch gleich in ein Vorkonzept zur Sanierung des Sportbetriebsgebäudes einfließen. Das Gesamtkonzept soll das Architekturbüro Robert Würschinger aus Weiden, die Fachplanung für die Heizungsanlage das Planungsbüro Grünwald und Ach – ebenfalls aus Weiden – erstellen. Der Gemeinderat gab grünes Licht, dass der Bürgermeister die entsprechenden Verträge unterzeichnen darf.

Keine Einwände hat die staatliche Rechnungsprüfungsstelle gegen die Jahresrechnungen der Gemeinde der Jahre 2011 bis 2014. 22 Tage lang hatte Johann Bablitschky vom der Staatlichen Rechnungsstelle die Zahlenwerke unter die Lupe genommen. Einige Feststellungen sollen in einer späteren Marktratssitzung behandelt werden. „Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass mit diesem Prüfbericht dem Markt ein durchaus sehr gutes Zeugnis ausgestellt wurde“, freute sich Stich. Ein gutes Zeugnis gab es auch für die Standesbeamten Franz Üblacker und Stefan Bäuml. „Sehr ordentliche und gewissenhafte“ Führung bestätigt der Prüfbericht der Standesamtsaufsicht.

Neue Einfamilienhäuser

Aus Sicht der Gemeinde kann es mit dem Bau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in der Gemarkung Kalmreuth endlich losgehen. Die Bauherren hatten schon im Jahr 2014 eine Bauvoranfrage gestellt. Das Grundstück liegt zwar im Außenbereich, grenzt aber direkt an die bestehende Siedlung Ziegelhütte an. Ebenfalls im Außenbereich liegt das Grundstück am Ortsrand von Kalmreuth, auf dem ein Einfamilienhaus entstehen soll. Gegen die entsprechende Bauvoranfrage hatte der Gemeinderat nichts einzuwenden.

Und auch damit beschäftigte sich der Marktgemeinderat

  • Auf 22.910 Euro wird sich laut Haushaltsplan 2016 das Betriebskostendefizit des Kindergartens St. Johannes M. Vianney belaufen. Davon trägt der Markt 18.328 Euro. Pro Quartal wird der Markt einen Abschlag von 4.500 Euro an die Einrichtung überweisen.
  • Einkaufen bei der Diska – das ist in Floß seit 17 Jahren möglich. Auch in den nächsten zehn Jahren dürfte sich daran nichts ändern. Der Edeka-Konzern geht beim Mietvertrag mit dem Eigentümer in die Verlängerung. Obendrein wird der Parkplatz ausgebessert und die Fassade aufgehübscht.
  • Dem SV Floß erstattet die Gemeinde 250 Euro für Rindenmulch, den Mitglieder in Übergangsbereichen beim Sportzentrum aufgebracht haben.
  • Der Jahresbetriebsnachweis von Forstoberinspektor Sebastian Höllerer für den Körperschaftswald weist einen Gewinn von über 10.400 Euro auf. Der „sehr beachtliche“ Erlös sei auch auf den Verkauf von Sturmholz und Windwurf zurückzuführen.
  • Die Forstverwaltung des Freistaats Bayern will in den Wäldern flächendeckend Rettungstreffpunkte festlegen. Die notwendige Beschilderung wird der Bauhof unentgeltlich für die Forstverwaltung übernehmen.
  • Einen Drogenpräventionsabend hat der Jugendbeauftragte des Marktes Wolfgang Bock organisiert. Am 7. März um 19 Uhr wird unter anderem Jürgen Orlik vom Gesundheitsamt im Evangelischen Gemeindehaus referieren.

Neue Kollegin im Gremium

Mit Wirkung zum 31. Dezember 2015 war Siegfried Schuller von seinem Amt als Marktgemeinderat aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Bei der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres trat Sabine Müller als Nachrückerin für die SPD-Fraktion in Schullers Fußstapfen. Bürgermeister Günter Stich nahm Müller den Amtseid ab, bei dem sie ihre Treue zum Grundgesetz und zur Verfassung des Freistaates Bayern schwor. Müller wird dem Rechnungsprüfungsausschuss als ordentliches Mitglied sowie dem Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsausschuss und dem Ausschuss für Familie, Kultur, Jungend und Sport als Stellvertreterin angehören. Als ordentliches Mitglied im Bauausschuss rückt für Schuller Markus Staschewski nach. Die Fraktionssprecher Armin Betz, Robert Lindner und Heinz Kett hießen die neue Kollegin im Gremium willkommen.

Bilder: B. Grimm

Deine Meinung? Hier kommentieren!

* Diese Felder sind erforderlich.