Mittelalter-Modeschöpferin und „Mutter des Museums“: Auszeichnung für Barbara Zankl

Pressath. Man kennt sie als „Mutter des Museums“ oder schlicht als „die Bärbl“. Barbara Zankl ist für ihr unermüdliches Engagement nun mit der Bürgermedaille in feierlichem Rahmen ausgezeichnet worden.

Die Stadt Pressath (links: Bürgermeister Bernhard Stangl) und der Heimatpflegebund (von rechts: Vorsitzender Eckhard Bodner und Leitungskreismitglieder Waltraud Slama und Elisabeth Murr) wissen, was sie an Barbara Zankl (Dritte von links) haben: Für ihre Verdienste um das „Haus der Heimat“ und die stadtgeschichtliche Forschung erhielt sie die Bürgermedaille. Zweite von links: Tochter Anja. Bild: Bernhard Piegsa

Seit Mai darf sie sich „Museumsleiterin“ und „Ehrenmitglied des Heimatpflegebunds“ nennen. Nun nahm ihre Heimatstadt Barbara Zankl obendrein in den kleinen und erlesenen Kreis der Bürgermedaillenträger auf – eine Ehre, die zuvor erst sechs sozial, kulturell oder politisch außerordentlich engagierten Stadtbürgern zuteil geworden war.

Selbstbewusst und bescheiden

„Pünktlichkeit, Fleiß, Ehrlichkeit, Genauigkeit und Verantwortungsgefühl“, aber auch „Menschenkenntnis und Beredsamkeit“: Diese Eigenschaften zeichneten Barbara Zankls Wesen und ihre Arbeit auf unterschiedlichsten Feldern aus, betonte Heimatpflegebundvorsitzender Eckhard Bodner in seiner Laudatio zur Verleihungsfeier im Pfarrsaal. Gleichermaßen selbstbewusst und bescheiden habe sie als Sparkassenangestellte, als Mitarbeiterin und Buchhalterin seiner Verlagsbuchhandlung, im Seniorenheim, im Flüchtlingshelferkreis und im Heimatpflegebund „ihre Frau gestanden, wo immer man sie brauchen kann“.

Frau der ersten Stunde

Ausführlich erinnerte Bodner an Zankls Verdienste als „Frau der ersten Stunde“ beim 1995 gegründeten „Pressather Fähnlein“. Nach „kompromisslos gewissenhaften“ Recherchen habe sie die Ausstattung der Landsknechte und Marketenderinnen so gestaltet, dass das Fähnlein „im Vergleich mit anderen Gruppierungen immer noch als besonders authentisch angesehen“ werde. In ihrer Wohnung hätten die Gewänder auch Gestalt angenommen: „Wochenlang surrten die Nähmaschinen und sausten die Scheren dort durch den Stoff.“ Ihr „umfassendes Wissen zu jedem Thema der Stadtgeschichte“ beweise sie bei Stadtführungen, in ihren historischen Kolumnen für die öffentliche Facebook-Pressath-Gruppe, bei der Erarbeitung des „Pressather Häuserbuchs“, der Ausstellungsgestaltung für das von ihr betreute „Haus der Heimat“ und bei der Erstellung von Haus- und Hofgeschichten für interessierte Stadtbürger.

„wenn es Dich nicht gäbe, müsste man dich erfinden“

Der Heimatpflegebund, dem Barbara Zankl schon 1969 als 17-Jährige beigetreten sei, verdanke ihrer „Sammelleidenschaft“ überdies einen immensen Fundus an Exponaten, Daten und Dokumenten verschiedenster Art, um den „uns viele Heimatvereine im Umland beneiden“. „Du hast diese Auszeichnung mehr als verdient, denn du bist ein Glücksfall für Heimatpflegebund und Stadt. Von deiner Art könnte Pressath ein paar mehr gebrauchen, und wenn es dich nicht gäbe, müsste man dich erfinden“, schloss Eckhard Bodner. Als Dokumentarin des „Geistes unserer Stadt“ würdigte Bürgermeister Bernhard Stangl die frischgebackene Bürgermedaillenträgerin: „In unserem ‚Haus der Heimat‘ werden nicht nur Rechen, Dreschflegel und Heuwägen gezeigt wie in so vielen ländlichen Museen, sondern auch Geschichten und Bilder und das Andenken der hier lebenden Menschen bewahrt. Du kehrst den Staub weg, unter dem diese Erinnerung sonst begraben würde, und holst auf ungemein lebendige Weise unsere Stadtgeschichte ans Tageslicht.“

Ein Platz im Goldenen Buch

Dafür und für ihre Arbeit als heimatkundliche „Netzwerkerin“, die mit Hilfe der „sozialen Medien“ die fortgezogenen Pressather neu mit Stadt und Region vernetze und ihnen so ein Stück Heimat zurückgebe, „muss sich die Stadt dir zu Dank verpflichtet wissen – mit der Bürgermedaille und einem Platz im Goldenen Buch“. In ihrer kurzen Erwiderung dankte Barbara Zankl auch den vier Schülern der Musikschule VierStädtedreieck Anna Hefner, Emilia Nickl, Elloise und Elijah Woodworth, die die Feierstunde mit klassischen Musikstücken umrahmten: „Das war ganz nach meinem Geschmack.“

Sieben Bürgermedaillenträger seit 1989

Die Bürgermedaille, Anerkennung für außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement, ist nach der Ehrenbürgerschaft die zweithöchste Auszeichnung, die die Stadt Pressath zu vergeben hat. Seit 1989 ist sie an sieben verdiente Einwohner verliehen worden:

  • Heimatpflegebund-Gründer Hans Neumann (1989)
  • Altbürgermeister Hans Ficker (1993)
  • Ehrenstadtverbandsvorsitzender Andreas Anger (1999)
  • die Kommunalpolitiker Albert Butscher (2009) und Norbert Höfer (2018)
  • Altbürgermeister Anton Gareis (2019)
  • und nun Barbara Zankl.

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