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Nachruf Gerhard Trottmann: Mittelpunkt einer sehr politischen Familie

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Störnstein. Bisweilen sterben Menschen, um die eine Gemeinde nicht nur in einem förmlichen Nachruf trauert, deren Tod vielmehr für einen Moment in jedem Winkel ihrer Heimatgemeinde Betroffenheit auslöst. Ein solcher Mensch war Gerhard Trottmann (64).

Vor gerade einmal einem Monat saß Gerhard Trottmann noch auf seinem Platz im Gemeinderat, nun erinnert ein Bild und eine Rose an den so plötzlich Verstorbenen. Sein Parteifreund Konrad Schell erzählt bewegt von "einem angenehmen Zeitgenossen, mit dem man gern zusammen war". Foto: Gabi Eichl

Das SPD-Gemeinderatsmitglied ist am vergangenen Donnerstag vollkommen unerwartet gestorben. Zwar hatte Gerhard Trottmann seit Jahren Herzprobleme, aber weder Familie noch Freunde noch er selbst waren in Sorge gewesen, sein Herz könne vorzeitig den Dienst versagen.

Umso größer ist die Bestürzung - nicht nur in der Familie, im ganzen Ort. Deutlich spürbar wird das in der Gemeinderatssitzung, in der die Weggefährten sichtlich bewegt Abschied nehmen. 

Mit klarer Haltung immer sachlich und fair geblieben

Trottmann saß seit 2014 im Gemeinderat und war 2020 mit dem nach Bürgermeister Markus Ludwig besten SPD-Ergebnis wiedergewählt worden. Ludwig beschreibt seinen Genossen als offen, sympathisch und empathisch, als einen Kollegen, der klare Haltung gezeigt habe, dabei aber immer sachlich und fair geblieben sei. 

Gegenüber OberpfalzEcho sagt Ludwig, Trottmann sei immer derjenige gewesen, der bestens vorbereitet und informiert in die Sitzungen gekommen sei. Das kann man gut nachvollziehen, wenn man sich zum Beispiel an die Diskussion über die Urnenwand des Gemeinderates erinnert. Trottmann verteilte damals eine selbstgezeichnete Skizze - sein Vorschlag sah unter anderem einen Baum mit einer Bank vor. 

"Er konnte eine ernste und wichtige Sache locker rüberbringen"

Der SPD-Sprecher Konrad Schell steht sichtlich bewegt neben dem leeren Platz mit dem Foto und der Rose, als er sagt, Trottmann habe zu der „seltenen Spezies gehört, die eine ernste und wichtige Sache locker rüberbringen“ konnten, und das immer sachlich, ohne jemals aggressiv oder beleidigend zu werden. 

Altbürgermeister Boris Damzog: "ein ganz feiner Kerl"

Denn Trottmann war keineswegs ein Parteisoldat ohne eigene Meinung. Im Gegenteil. Aber er vertrat seine klare Haltung immer mit jener Menschlichkeit, die nie verletzend ist.

Am Rande der Sitzung erinnert sich Altbürgermeister Boris Damzog, ein regelmäßiger Besucher der Gemeinderatssitzungen, an den „ganz feinen Kerl“, mit dem er so viele Jahre so vieles erlebt, erarbeitet hat. Damzog spricht von unzähligen Kinder-Ferienaktionen, bei denen Gerhard und Inge Trottmann immer dabei gewesen seien. Trottmann sei wie seine Frau im SPD-Ortsverein eine Säule gewesen, habe sich aber nicht nur bei der SPD engagiert, sondern auch bei vielen anderen Vereinen.

Mittelpunkt einer sehr politischen Familie

Trottmann war auch der Mittelpunkt einer sehr politischen Familie. Vor ihm saß seine Frau Inge im Gemeinderat, nun ist die erste Nachrückerin auf der SPD-Liste seine Tochter Elke Troppmann, Schwiegertochter des Neustädter CSU-Altbürgermeisters Rupert Troppmann.

Der Zweite Bürgermeister der Gemeinde, Eka Reber von den Freien Wählern, ist einer der beiden Schwiegersöhne des Verstorbenen. Man kann sich lebhaft vorstellen, dass es im Haus Trottmann-Troppmann-Reber leidenschaftliche politische Debatten gab, dass die Gemeinderatssitzungen oft noch zu Hause nachgeklungen haben müssen.

Reber sagt auch im Gemeinderat, sein Schwiegervater habe es genossen, in diesem Gremium die Geschicke seiner Gemeinde mitbestimmen zu dürfen. 

Gerhard Trottmann hatte sich sehr auf seinen Ruhestand gefreut. Der Finanzbeamte, der zuletzt große Firmen in der Region geprüft hatte, konnte den Rückzug aus dem Arbeitsleben gerade einmal ein halbes Jahr genießen.

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