NATO-Militärübung: Hintergrund, Lärm und spanisches Sonderziel

Grafenwöhr. 70 Artilleriesysteme und 1.800 Teilnehmer aus 15 Nationen: Das ist die NATO-Militärübung "Dynamic Front 21". 

Zwischenzeitlich war es wieder etwas lauter auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr. Dort fand seit 03.05.2021 das große NATO-Manöver „Dynamic Front 21“ statt – eine der größten NATO-Übungen.

Symbolbild: Jürgen Masching
Symbolbild: Jürgen Masching
Für die Feldartillerie Einheit aus Spanien ging es bei der diesjährigen NATO-Übung um die Zertifizierung. Bild: Jürgen Masching
Symbolbild: Jürgen Masching.
Einschläge der Artillerie Granaten im Zielgebiet. Bild: Jürgen Masching.
Für die Feldartillerie Einheit aus Spanien ging es bei der diesjährigen NATO-Übung um die Zertifizierung. Bild: Jürgen Masching
Für die Feldartillerie Einheit aus Spanien ging es bei der diesjährigen NATO-Übung um die Zertifizierung. Bild: Jürgen Masching
Panzer Haubize 2000 des Artilleriebataillon 131 aus Weiden. Archivbild: Jürgen Masching.
Für die Feldartillerie Einheit aus Spanien ging es bei der diesjährigen NATO-Übung um die Zertifizierung. Bild: Jürgen Masching

Kommunikation verbessern 

Begonnen hatte alles im Jahre 2015 mit einem kleinen Manöver, um die Kommunikation des ASCA (Artillery Systems Cooperaton Activities) zu erproben. 2017 waren schon fünf Nationen zusammen mit insgesamt 1.400 Soldaten in drei Ländern bei dieser Übung dabei. Im Jahr 2018 fand die bisher größte Dynamtic Front Übung statt: 18 Nationen mit zusammen 3.500 Soldaten waren daran beteiligt.

In diesem Jahr hatte die Übung einen kleineren Rahmen. Trotzdem waren wieder insgesamt 15 Nationen und 1.800 Soldaten in zwei Ländern vertreten. Nicht nur in Grafenwöhr sondern auch in Torun, Polen. „Bei dieser multinationalen Übung sollen die einzelnen Länder voneinander lernen und gleiche Standards schaffen“, erklärt Pressesprecher André Potzler.

Geschütze und Haubitzen im Einsatz 

Die große Kommunikationszentrale wurde von der 41. US-Feldartilleriebrigade gesteuert. Dort fanden sich viele Nationen im Großraumzelt mit vielen Soldaten wieder, die den Truppen den Schussbefehl geben. In Grafenwöhr und Torun sind das die Länder aus Deutschland, Italien, Litauen, Dänemark, Polen, Spanien, Türkei, Ukraine, Grossbritanien und den USA. „Sprachprobleme gibt es keine“, sagt Potzler. „Jeder Soldat kann sehr gut Englisch“. 

Wenn Dutzende Geschütze auf einmal feuern wird es laut, zum Teil sehr laut, so wie in den vergangenen Wochen. Auf dem Übungsplatz waren über 60 Geschütze und Haubitzen im Einsatz.

Vor allem für Spanien geht’s um etwas

Für ein Land war diese Übung ein besonderes Highlight: Für eine spanische Feldartillerie Einheit ging es heuer auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr um viel: die Zertifizierung und Aufnahme in den Kreis der ASCA-Nutze. Für Streitkräfte aus Litauen waren diese Tage außerdem eine Premiere, denn sie übten mit der Artillerie zum ersten Mal außerhalb ihres Landes.

„Die multinationale Zusammenarbeit ist aktuell ein großer Faktor“, sagt General Andreas Marlow, der Kommandeur des Deutsch/Niederländischen Korps in Münster. „Und deswegen ist dies eine sehr wichtige Übung, wo ich sehr wichtige Erkenntnisse daraus ziehen konnte “. Auch General Roger L. Cloutier, Kommandeur der NATO Streitkräfte-Landkommando hat der Nato-Übung einen Besuch abgestattet: „Ich war beeindruckt von der Arbeit hier in Grafenwöhr. Deutsche, litauische, amerikanische Soldaten waren hochmotiviert und arbeiteten hochmotiviert zusammen“. 

General Christopher R. Norrie, der kommandierende General des 7. Ausbildungskommandos der US-Armee in Grafenwöhr, betont: „Jedes Jahr wird die Übung besser, aber auch komplexer. Aber wir lernen jedes Jahr dazu und werten diese Daten aus“, erklärt Norrie. Daraus könne man Schlüsse ziehen und bei den nächsten Manövern umsetzen. „Ich möchte mich bei allen Kommunen und auch den deutschen Bürgern bedanken, für die freundliche Unterstützung und dem Verständnis“, sagt General Norrie. 

Schießlärm bei NATO-Übung: Was sagen Anwohner? 

Der Hüttener Mario Schneider wohnt direkt an der Flugschneise der Landebahn. Bild: Jürgen Masching.
Hans Traßl kommt aus Eschenbach, wohnte aber lange auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes. Bild: Jürgen Masching.
Sven Zeilmann lebt heute in Auerbach - vorher war er in Nitzlbuch zu Hause. Bild: Jürgen Masching.

Anwohner wie Mario Schneider, Hans Traßl und Sven Zeilmann kennen den Lärm vom Truppenübungsplatz. Wie geht es ihnen damit? 

Mario Schneider (45) aus Hütten bei Grafenwöhr wohnt seit seiner Geburt in Hütten. Da er direkt an der Flugschneise der Landebahn wohnt, ist er hautnah dabei. „Das Starten und Landen bekommt man natürlich mit“, erzählt Schneider. Aber das Schießen selbst nehme er nicht mehr wahr.

Hans Traßl (84) aus Eschenbach wohnte bis 1949 noch auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes in Stegenthumbach. Danach musste er umziehen. Auch er bekommt von dem Schießlärm nichts mehr mit, wie er sagt. „Man hört es am Tage nicht mehr“, so Traßl. Nur wenn er am Nachmittag sein „Nickerchen“ macht oder am Abend, wenn er ins Bett geht, „stört es manchmal doch“.

Sven Zeilmann (33) aus Auerbach ist in diese Region zugereist. Nachdem er fast fünf Jahre in Nitzlbuch gelebt hatte, wohnt er heute in Auerbach. „Natürlich war der Schießlärm laut in Nitzlbuch, doch ich wusste das bevor ich hierher zog schon“. Nur das Drohnengeräusch war für ihn nervend. In Auerbach selbst bekommt er dies alles nicht mehr so mit.

Wie empfindest du den Schießlärm? Kannst du diese „Störgeräusche“ ähnlich ausblenden? Oder raubt dir der Lärm auf dem Truppenübungsplatz den letzten Nerv? Sag es uns gerne in den Kommentaren! 

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