Nichtschwimmer im Gemeinderat

Störnstein. Eine zu breit gewordene Hecke, immer mehr Kinder, die nicht schwimmen können und Wege, um den Energieverbrauch des Gemeindezentrums zu drosseln – mit diesen Themen beschäftigte sich der Gemeinderat. Außerdem: Passt ein knallrotes Schwedenhaus in ein Wohngebiet aus den sechziger Jahren?

Von Benedikt Grimm

Hecke, Zaun oder Mauer? Über eine passende Einfriedung für den Friedhof diskutierten die Gemeinderäte in der Januar-Sitzung. Die bestehende Thujenhecke sei so breit geworden, dass manche Personen Schwierigkeiten hätten, die Gräber ihrer Angehörigen zu pflegen, informierte Bürgermeister Markus Ludwig. Das sehen die Gemeinderäte ganz ähnlich. Ein Rückschnitt kommt laut Otto Müller nicht in Frage. Bei Thujen würde es – wenn überhaupt – Jahre dauern, bis die kahlen Äste wieder grün würden. Er plädiert daher für die Rodung und eine Neupflanzung. Wenigstens den bestehenden Zaun möchte Johann Völkl erhalten, da es ein „toller“ Zaun sei. „Wenn die Hecke weg ist, dann ist es erstmal offen. Die Abgeschiedenheit würde dann fehlen“, gab Bürgermeister Ludwig zu bedenken. Karlheinz Schreiner würde daher für die Entfernung der Hecke und den Bau einer Mauer plädieren. Bei einer Vor-Ort-Besichtigung mit dem Gartenfachberater des Landratsamtes soll die beste Lösung gefunden werden.

„Energieteam“ plant erstes Treffen

Im Dezember habe ein erster Termin im Rahmen des Energiecoachings mit dem Leiter des Energie-Technologischen Zentrums Nordoberpfalz (etz), Matthias Rösch, in der Verwaltungsgemeinschaft stattgefunden. Im Rahmen dieses kostenfreien Projekts soll das energetische Einsparpotential des Gemeindezentrums untersucht werden. Im nächsten Schritt trifft sich ein „Energieteam“, bestehend aus Rösch, dem Bürgermeister sowie Vertretern der Verwaltungsgemeinschaft und des Bauhofs, zu einer vierstündigen Sitzung. Von Seiten des Gemeinderates erklärten sich Eka Reber, Karlheinz Schreiner und Johann Völkl zur Mitarbeit bereit.

Immer mehr Nichtschwimmer

Kindern das Schwimmen beizubringen sei zwar keine primäre Aufgabe der Gemeinde, meinte Ludwig, dennoch würden steigende Zahlen von Nichtschwimmern und entsprechende Projekte anderer Kommunen eine Bezuschussung von Schwimmkursen rechtfertigen. „Ich finde, das ist eine gute Sache. Vielleicht bringt man sie weg vom Handy. Für die Gesundheit tun sie in dieser Stunde immerhin auch was“, meinte Müller dazu. Hubert Meiler warb für Wertscheine, die, individualisiert mit dem Namen des Kindes, an alle Erstklässler mit Wohnsitz in der Gemeinde ausgegeben werden. So soll es geschehen: Ab dem Einschulungsjahrgang 2016 gibt es den Wertschein. Der Zuschuss von 50 Euro fließt aber erst nach dem Absolvieren eines Schwimmkurses. „Wenn wir nur ein Kind vor dem Ertrinkungstod bewahren, dann hat sich das schon rentiert, meinte Josef Wittmann.

Rotes Holz statt grauem Putz

Rauhputz in gedeckten Farben schreibt der Bebauungsplan aus dem Jahr 1969 für den Weidenweg vor. Ein Grundstücksinteressent möchte dagegen ein Schwedenhaus mit rotgestrichenem Holz und weißgerahmten Fenstern errichten. „Ich persönlich habe überhaupt nichts dagegen. Jeder Farbtupfer wertet eine Siedlung auf“, begrüßte der Rathauschef das Vorhaben. „Das ist mal was anderes“ (Bernhard Weiß), „mit Sicherheit kein Schandfleck“ (Eka Reber), oder „mich würd’s nicht stören“ (Karlheinz Schreiner), lauteten die Meinungen der Ratsherren. Einer Befreiung von den Vorgaben des Planes dürfte also nichts im Wege stehen.

Frischzellenkur für die Gemeindehomepage

„Unsere Seite könnte sicherlich ein Facelift, wenn nicht mehr vertragen“, sagte Ludwig zum Internetauftritt der Gemeinde. Alle Gemeinderäte sind einverstanden, dass zunächst Ideen für eine Neugestaltung gesammelt werden. Als positives Beispiel nannte Wittmann die Internetpräsenz von Parkstein. Schreiner würde die laufenden Aktualisierungen einer neuen Homepage übernehmen.

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