Notfallübung im Bewegungsbad

Waldsassen. Zum ersten Mal fand am Montag in der orthopädischen Reha eine Rettungsübung im Bewegungsbad statt. Fachmännische Unterstützung erhielten die Mitarbeiter des Krankenhauses von der Ortsgruppe Waldsassen der Wasserwacht.

von Carina Freundl

Um beispielsweise nach einer Hüft-Operation wieder mobil zu werden, bekommen viele Patienten Therapie im Bewegungsbad verordnet. Zwar handelt es sich dabei um eine schonende Variante des Trainings, trotz allem kann es aber zu Unfällen kommen. „Sinn der heutigen Übungen ist es, herauszufinden, wie wir in einer solchen Situation am effektivsten reagieren können und wo es momentan noch hakt“, erklärte Dr. Elisabeth Eißner, Chefärztin der Orthopädischen Rehabilitation.

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Durch den unebenen Beckenrand wird die Bergung eines Bewusstlosen erschwert.

In verschiedenen Szenarien wurde geprobt, wie ein bewusstloser oder verletzter Patient aus dem Wasser geborgen werden kann. Neben Physio- und Ergotherapeuten waren auch viele interessierte Mitarbeiter aus anderen Bereichen anwesend. Eißner sowie Oberarzt Walter Kutschker nahmen aktiv am Training teil. Gerald Riederer von der Wasserwacht mimte den bewusstlosen Patienten, der schonend über den nicht ebenen Beckenrand transportiert werden musste. „Hier liegt die Herausforderung und auch der Unterschied zu normalen Hallenbädern“, beschrieb Eißner die Problemstellung. Zwar ist ein Lift vorhanden, der kann jedoch bei Bewusstlosigkeit oder auch einer ausgekugelten Hüfte nicht genutzt werden.

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Unter realitätsgetreuen Umständen wurde der Ernstfall geprobt.

Die Anwesenden probierten mehrere Möglichkeiten, wie den Einsatz eines Lakens oder einer Therapieliege. Auch die Verständigung des Arztes auf Station ist Teil der Übung, schließlich sollte diese so real wie möglich sein. Markus Mickisch von der Wasserwacht stoppte die Zeit, bis der Bewusstlose aus dem Wasser geborgen wurde. Die erzielten 3,5 Minuten entsprächen allerdings höchstwahrscheinlich nicht der benötigten Zeit im Ernstfall, so Mickisch. Schließlich seien während der Übung alle stets in Abrufbereitschaft und direkt vor Ort gewesen. Zusätzlich gaben er und Riederer wertvolle Tipps, wie der Patient, auch für den Retter am schonendsten, am besten und schnellsten mit einer Trage aus dem Becken gehoben werden kann.

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Im Ernstfall muss der anwesende Therapeut samt Kleidung sofort ins Wasser springen.

„Übungen geben Sicherheit“, resümierte Eißner. Im Anschluss wolle sie zusammen mit den zuständigen Mitarbeitern die Erkenntnisse zusammenfassen und analysieren. Weitere gemeinsame Probeeinsätze mit der Wasserwacht könne sie sich gut vorstellen. Denn selbst wenn in der Theorie alles fest geplant sei, gäbe es dafür immer Bedarf.

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Verschiedene Hilfsmittel, wie hier ein Laken, wurden auf die Tauglichkeit bei der Rettung getestet.

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