Pflege: Personalvertreter machen Druck

Tirschenreuth/Plößberg. Auch Beschäftigte der Pflegeeinrichtungen des BRK-Kreisverbandes beteiligen sich an bundesweiten Aktionen und protestieren für mehr Personal, Tarifbindung und solidarische Finanzierung.

Für die Ver.di-Forderungen wollen Beschäftigte der Pflegeeinrichtung Haus Frohnwiesen in Plößberg Gesicht zeigen und Druck machen. Foto: Marion Kreiner
Für die Ver.di-Forderungen wollen Beschäftigte der Pflegeeinrichtung Haus Frohnwiesen in Plößberg Gesicht zeigen und Druck machen. Foto: Marion Kreiner
Auch das Haus Mühlbühl in Tirschenreuth ist mit von der Partie. Foto: Marion Kreiner
Auch das Haus Mühlbühl in Tirschenreuth ist mit von der Partie. Foto: Marion Kreiner
Marion Kreiner
Foto: Marion Kreiner

„Trotz grün, gelb, rot – die Pflege bleibt in Not“, unter diesem Motto protestieren in der Woche um den Buß- und Bettag Beschäftigte aus der Altenpflege für mehr Personal, Tarifbindung und eine solidarische Finanzierung. In den Pflegeeinrichtungen des BRK Kreisverbandes Tirschenreuth fand eine Fotoaktion statt.

Keine Zeit mehr zu verlieren

„Höchste Zeit, dass die Bundesregierungen ihre Versprechen einlöst und für bessere Bedingungen in der Altenpflege sorgt“, erklärt Günter Rodler, Personalratsvorsitzender des BRK Kreisverbandes Tirschenreuth. „Obwohl SPD, Grüne und FDP in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt haben, die Einführung der Personalbemessung in der Altenpflege zu beschleunigen, ist davon bislang nichts zu spüren. Weder Beschäftigte noch pflegebedürftige Menschen haben weitere Zeit zu verlieren.“

Das Modellprojekt zur Erprobung des neuen Personalbemessungsinstruments müsse endlich starten. Zudem brauche es für Pflegeheime dringend verbindliche Mindestpersonalausstattungen auf der Höhe der bisher bundesweit festgelegten Höchstwerte.

Personalräte stellen klare Forderungen

Zwar gelte seit dem 1. September für Pflegeheime eine sogenannte Tariflohnpflicht, ob sie aber tatsächlich flächendeckend zu einer angemessenen Bezahlung führe, sei nicht gesichert. „Auch hier besteht also weiter Handlungsbedarf“, so ver.di Gewerkschaftssekretär Jens Gotthardt. Gleiches gelte für das Finanzierungssystem. „Nötige Lohnerhöhungen und mehr Personal führen absehbar zu steigenden Eigenanteilen. Hinzu kommen die explodierenden Energiepreise. Das wird viele tausend pflegebedürftige Menschen und ihre Familien finanziell überfordern“, kritisiert auch Marion Kreiner, Personalratsmitglied aus dem Seniorenheim in Tirschenreuth.

„Die alte Bundesregierung hat die Probleme auf die lange Bank geschoben. Die Ampel-Koalition muss nun handeln. Das heißt: Eigenanteile sofort deckeln und mittelfristig die Pflegeversicherung zu einer solidarischen Pflegegarantie weiterentwickeln“, so Kreiner weiter. Bei dieser werden alle Einkommensarten solidarisch in die Finanzierung einbezogen und sämtliche pflegebedingte Kosten in der ambulanten und stationären Versorgung übernommen.

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