Politik will den Geschichtspark weiter unterstützen

Bärnau. Eine CSU-Delegation stattete der grenzüberschreitenden Einrichtung einen Besuch ab. Mit dabei waren auch die Initiatoren des Zwölf-Punkte Plans zum Neustart der bayerisch-tschechischen Beziehungen.

Geschichtspark-Initiator Alfred Wolf (rechts) konnte jetzt eine CSU-Delegation auf dem Gelände der Anlage begrüßen. Foto: Tobias Reiß

Die Stärkung der Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Tschechien stand im Mittelpunkt des Besuchs einer CSU-Delegation im Geschichtspark Bärnau-Tachov. Zu Gast in Bärnau waren die Initiatoren des Zwölf-Punkte Plans zum Neustart der bayerisch-tschechischen Beziehungen, der Chamer Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hoppund der Europaabgeordnete Christian Doleschal.

Mit dem Landtagsabgeordneten Tobias Reiß, dem gemeinsamen Präsidenten der Euregio Egrensis, Landrat Roland Grillmeier, und dem Waldsassener Bürgermeister Bernd Sommer als Vorsitzender der IKOM Stiftland nahmen weitere politische Mandatsträger aus der Region an dem Termin teil, um sich mit den Verantwortlichen des grenzüberschreitend aktiven Vereins Via Carolina – Goldene Straße e.V. auszutauschen.

Neue Impulse gesetzt

Die Initiative der beiden Abgeordneten Hopp und Doleschal für neue Impulse in der bayerisch-tschechischen Freundschaft in und nach der Pandemie hat im vergangenen Jahr vieles in Bewegung gebracht. Das Engagement mündete auch in einen Beschluss des bayerischen Landtags im Oktober 2021, der besagt, dass die bayerisch-tschechischen Beziehungen herausragende Bedeutung haben, um gemeinsam nicht nur die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen, sondern auch zukünftige Herausforderungen anzugehen. Der Landtag bestärkt die bayerische Staatsregierung, die grenzüberschreitenden Beziehungen voranzutreiben.

Geschichtspark stärkt den grenzüberschreitenden Dialog

Bei der Stärkung des grenzüberschreitenden Dialogs ist im Antrag von Hopp und der CSU-Landtagsfraktion explizit die Einrichtung in Bärnau genannt: „Das Centrum Bavaria Bohemia sowie der Geschichtspark in Bärnau sind wertvolle Beispiele zur Intensivierung des grenzübergreifenden, kulturellen Austauschs und gegenseitiger Verständigung. Ihr langfristiger Erhalt und Betrieb ist im Sinne des Landtags. Vernetzte Ideen, Institutionen und Projekte zur Verankerung der gemeinsamen kulturhistorischen Arbeit auf tschechischer Seite werden ausdrücklich begrüßt.“

Dynamische Vereinsentwicklung vorgestellt

Vorsitzender Alfred Wolf dankte für die Bemühungen, den Standort Bärnau-Tachov dauerhaft zu sichern, und stellte gemeinsam mit Stefan Wolters und Vaclav Vrbik die dynamische Entwicklung des Vereins mit den verschiedenen Säulen vor. Mit dem Geschichtspark Bärnau-Tachov, dem ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen und dem Kompetenzzentrum für historisches Handwerk und historische Baustoffkunde hat sich im Landkreis Tirschenreuth eine einmalige grenzüberschreitende bayerisch-tschechische Einrichtung mit einer hervorragenden Infrastruktur, einem großen Netzwerk und einem Bündel an Kompetenzen entwickelt.

Als wissenschaftlicher Standort mit Kooperationen mit bayerischen und tschechischen Universitäten, als Standort für Bildung und Begegnung, den Themen Grünes Band und Ökologie, dem grenzüberschreitenden Tourismus, aber auch mit dem Bau eines mittelalterlichen Königshofes erworbenen Kenntnisse im Bereich Handwerk hat der Verein eine stabile Basis für die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit geschaffen.

Die hervorragenden Netzwerker – Alfred Wolf auf der bayerischen und Vaclav Vrbik auf der tschechischen Seite – sicherten zu, sich aktiv bei der Umsetzung des Zwölf-Punkte-Plans einzubringen.

Im März 2021 Positionspapier vorgelegt

Unter dem Motto „Neustart für das Herz Europas“ hatten Hopp und Doleschal im März 2021 ein Positionspapier zur Stärkung der Grenzregionen und der bayerisch-tschechischen Beziehungen vorgelegt. Der Zwölf-Punkte-Plan soll ein Impuls für die gemeinsamen Beziehungen und die Grenzregion sein. Ein Kernelement des Katalogs ist ein bayerisch-tschechischer Koordinator als Brückenbauer zwischen den Grenzregionen München und Prag.

Dies sei aus Sicht der Abgeordneten von zentraler Bedeutung, um grenzüberschreitende Projekte zu fördern und der Grenzregion eine sichtbare Stimme zu geben. Das Papier enthält außerdem Impulse für die Bereiche Digitalisierung, Sprache, Bildung und Hochschule, Katastrophen- und Krisenbewältigung, eine gemeinsame Klimapartnerschaft sowie eine Verkehrsoffensive. Für Doleschal und Hopp sind die grenzüberschreitenden Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien seit Langem ein wichtiger Bestandteil ihrer politischen Arbeit.

Politik sichert weiter die Unterstützung zu

Hopp zeigte sich beeindruckt von der Aufbauarbeit und dem Angebot der Einrichtung in Bärnau und sicherte auch für die Zukunft seine Unterstützung zu. Gemeinsam mit Christian Doleschal stellte er die Bedeutung der bayerisch-tschechischen Beziehungen für die Entwicklung des gesamten Grenzraums heraus. Hier müsse eine gemeinsame Strategie und ein abgestimmtes Vorgehen mit den tschechischen Nachbarn und den dezentralen grenzüberschreitenden Akteuren entlang der Grenze auf deutscher Seite organisiert werden, um einen erfolgreichen Prozess auszulösen.

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