Polizei stoppt völlig überladenen Kleinlaster gleich zweimal innerhalb von 24 Stunden

Leuchtenberg. Diese Rechnung ging nicht ganz auf: Bei einer Kontrolle durch die Verkehrspolizeiinspektion Weiden wurde ein Kleinlastwagen aus dem Verkehr gezogen, der statt der maximal zugelassenen 3500 Kilogramm mehr als das doppelte wog.

Verkehrskontrolle Polizei Symbolbild
Symbolbild: OberpfalzECHO/Ann-Marie Zell

Am Donnerstag kontrollierten Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Weiden gegen 15.40 Uhr auf der A 6 an der Anschlussstelle Leuchtenberg einen Iveco Daily. Hierbei konnte bereits anhand der Frachtpapiere eine Überladung festgestellt werden. Laut Zulassungsbescheinigung hat der Kleinlaster ein zulässiges Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm, bei einem Leergewicht von 3.050 Kilo.

Auf einer Fahrzeugwaage wurde dann ein tatsächliches Gesamtgewicht von 7.040 Kilogramm festgestellt. Nach dem Umladen und Bezahlen einer Sicherheitsleistung konnte der Fahrer seine Fahrt fortsetzen. Dem Fahrer (19) war die Überladung bewusst, da in seinem Ladepapier auch das Gewicht der Ladung von 3.270 Kilo vermerkt war.

Bei dem Kleinlaster handelt es sich um Fahrzeug, das laut Hersteller ein zugelassenes Gesamtgewicht von 6.500 Kilogramm besitzt. Da jedoch kaum ein Mitarbeiter der Firma die nötige Fahrerlaubnis aufweist, hatte diese das Fahrzeug kurzerhand auf 3.500 Kilogramm „ablasten“ lassen.

Spartrick war keine gute Idee

Durch das sogenannte Ablasten erspart sich die Firma die Kosten für den Erwerb einer höherwertigen Fahrerlaubnisklasse inklusive der Berufskraftfahrerqualifikation für ihre Fahrer, den Einbau eines digitalen EG-Kontrollgerätes sowie weitere Erlaubnisse und Genehmigungen im Bereich der gewerblichen Güterbeförderung. Da sich der Unternehmer hier einen Wettbewerbsvorteil zum Nachteil anderer Transportunternehmen sowie anderen Ausbildungsstätten verschafft, erwartet nicht nur den Fahrer ein Bußgeld wegen der Überladung, sondern auch den Unternehmer.

Scheinbar keine Einsicht

Am Folgetag staunten die Beamten nicht schlecht, als sie denselben Kleinlaster auf der A 93 in Fahrtrichtung Hochfranken wieder vor sich hatten. Die Polizisten entschlossen sich, das Fahrzeug wieder zu kontrollieren. Dabei stellten sie fest, dass die zuvor umgeladene Fracht wieder zurückgeladen wurde.

Das erneute Wiegen ergab, aufgrund des verbrauchten Kraftstoffes, ein Gewicht von 7.020 Kilo. Wegen dieser Vorsatztat müssen Fahrer und Unternehmen jetzt mit einem doppelten Bußgeld rechnen. Die Weiterfahrt wurde in diesem Fall so lange unterbunden, bis ein geeignetes Fahrzeug die Ladung aufnehmen konnte.

Präventionshinweis

Die Verkehrspolizei Weiden weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich die Überschreitung der zulässigen Gesamtmasse negativ auf das Fahrverhalten des Fahrzeuges auswirkt und dadurch erhebliche Gefahren für Fahrer selbst und andere Verkehrsteilnehmer entstehen können. Das zusätzliche Gewicht verlängert nicht nur deutlich den Bremsweg, sondern verändert auch das Kurvenverhalten des Fahrzeuges.

* Diese Felder sind erforderlich.