Rassismus fängt im Kleinen an

Weiden. In ihrem Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ reflektiert Alice Hasters ihre Erlebnisse als dunkelhäutige Frau in Deutschland. Ihre Lesung im „Pop-Up-Club“ bei der „Sünde“ im Ring Theater war einer der Programmpunkt bei der „Langen Nacht der Demokratie“.

Der gelernten Journalistin und gebürtigen Kölnerin Alice Hasters ging es bei ihrer Lesung bei der „Langen Nacht der Demokratie“ am Freitag vor allem um die Aufklärung beim Alltagsrassismus. Dabei beleuchtete sie die Ursachen und die Möglichkeiten der Gegenwehr.

Die 33-jährige ist Tochter einer US-amerikanischen Mutter und eines deutschen Vaters. „Mittlerweile erkennen viele Menschen die politische Aktualität von Rassismus oder haben zumindest mitbekommen, dass sich Leute damit beschäftigen“, erklärte sie im vollbesetzten ehemaligen Kinosaal des Ring-Theaters. „Manche finden, das Thema sei hochgekocht und es wird zu viel darüber gesprochen. Ich hingegen finde, der Diskurs steckt noch in den Kinderschuhen.“

Das Problem sei der „Sprung in der Schallplatte“, es werde immer wieder an den Anfang gehüpft. „Wir verhandeln darüber, ob Rassismus überhaupt existiert. Und wenn ja, wie schlimm er ist.“ Viele verstünden aber immer noch nicht, auf welche Weise man rassistisch sein könne. „Oder sie sind überrascht, wenn Menschen ihnen von ihren Diskriminierungserfahrungen erzählen.” Für Leute mit einem solchen Verständnis sei Rassismus oft nie ein Thema gewesen. „Und das sind gerade die Menschen, die momentan Nichts mehr mitkommen.“

Politik und Gesellschaft rücken immer weiter nach rechts. Und auf einmal sind es nicht mehr nur Nazis, sondern die eigene Tante, die eigene Familie, die auf einmal ein Problem damit hat, dass man ja keine Deutsche mehr auf der Straße sieht.

Alice Hasters

Nicht nur Nazis sind rassistisch

Man dürfe Rassismus nicht erst bekämpfen, wenn er in radikaler Form auftritt. Früher habe sie selbst geglaubt, dass es einfach zu akzeptieren sei, wenn man als Schwarze automatisch auf Englisch angesprochen werde oder wegen seiner Hautfarbe mit allem auf der Welt verglichen werde, das braun oder schwarz sei.

Alice Hasters schweigt nicht

„Der Rassismus im Kleinen hängt mit dem Rassismus im Großen zusammen.” Und wie? Das versucht die Autorin und Podcasterin in ihrem Buch zu erklären. Bereits am Nachmittag hatte sie vor 120 Schülerinnen und Schülern von der Max-Reger- und Wirtschaftsschule gelesen und anschließend mit ihnen diskutiert. Auch am Abend wurden die Zuhörer ermuntert, mit ihr die Thematik aufzuarbeiten.

Die lange Nacht der Demokratie

Weiter Beiträge gibt es

Deine Meinung? Hier kommentieren!

* Diese Felder sind erforderlich.