Ratsbegehren: Mehrheit für den Windpark in Parkstein

Die Parksteiner stimmten am Sonntag beim Ratsbegehren mit einer deutlichen Mehrheit für den Windpark Eichentratt im Westen der Marktgemeinde.

So könnten sich die drei Windräder nach Darstellung der Befürworter künftig ins Ortsbild fügen. Montage: Bürgerenergie-Genossenschaft

Am Sonntag um 18 Uhr schlug die Stunde der Wahrheit für das von der Bürgerenergie-Genossenschaft Parkstein geplante Windpark-Projekt. Um 16 Uhr traf sich der Wahlausschuss, um 18 Uhr begann die öffentliche Auszählung im Festsaal Parkstein.

Satte Wahlbeteiligung von 76 Prozent

Das Ergebnis: Bei einer für derartige Begehren sehr hohen Wahlbeteiligung von 76 Prozent stimmten 55,2 Prozent der Wahlberechtigten für den Windpark, 44,8 Prozent dagegen.

Damit kann die Bauleitplanung „Sondergebiet Bürgerwindpark Eichentratt“ auf den Weg gebracht werden, die die Errichtung von maximal drei Windenergieanlagen beabsichtigt.

Freude bei der Bürger-Energie

Josef Langgärtner, Vorstandsvorsitzender der Bürger-Energie Genossenschaft, freut sich über die exorbitant hohe Wahlbeteiligung und die Zustimmung zum Windpark: „Wir sind froh über das Ergebnis und bedanken uns bei allen Wählern, die das Votum der Jugend eindrucksvoll bestätigten.“ Parksteins zweiter Bürgermeister bekräftigt zugleich: „Es ist noch nichts gebaut, jetzt stehen erst einmal eine Menge Untersuchungen an.“ 

Es gebe eine Reihe von K.o.-Kriterien, die erst einmal aus dem Weg geräumt werden müssten. „Eine Hürde könnte der Denkmalschutz werden, weil wir hier ja ein Naturdenkmal haben“, sagt Langgärtner. „Aber das müsste dann schon sehr gut begründet sein, zumal auch nichts gegen unseres großes Gewerbegebiet eingewendet wurde.“

Bauleitplanung bei der Januar-Sitzung

Jetzt stehe als erstes die Bauleitplanung auf der Tagesordnung: „Das werden wir in der Januar-Sitzung auf den Weg bringen.“ Dann gehe es weiter mit den Planungsbüros: „Wir beauftragen einen Landschaftsplaner, der die einzelnen Fachstellen wie das Landratsamt anfragt,“ Schließlich könnten Windmessungen durchgeführt werden, die bisher auf der Einschätzung des Wind-Atlas‘ und Messungen bei einem benachbarten Berg in Erbendorf beruhen: „Damit gesichert ist, dass wir den Windpark wirtschaftlich betreiben können.“ 

Frühestens in vier Jahren könnte nach Einschätzung Langgärtners das erste Windrad stehen: „Vielleicht bringt die neue Regierung Erleichterungen auf den Weg, dann könnte es auch schneller gehen.“ Allein für die naturschutzfachliche Untersuchung müsse derzeit ein Jahr eingeplant werden. Dass das Landratsamt Parkstein Steine in den Weg legen würde, glaubt der Bürgerenergie-Chef nicht: „Der Landrat wird das nach Recht und Gesetz begutachten.“

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