Regional genießen (6): Erdbeeren

Nordoberpfalz. Die besten Erdbeeren gibt es im eigenen Garten. Die süße Frühsommerfrucht steht in der Gunst der Genießer ganz weit oben, denn die Verwendung kennt kaum Grenzen. Schließlich lässt sie sich auch hervorragend für die Wintermonate konservieren.

Erdbeeren Foto: Martin Stangl
Die Erdbeere ist die Königin des Frühsommerobstes. Vom Erdbeerkuchen bis zur Erdbeermarmelade reichen die Möglichkeiten des Genusses. Foto: Martin Stangl

Es gibt kaum einen Menschen, der sie nicht mag: die kleine rote Beere mit dem süßen Geschmack. Gartenbesitzer schwören auf die Früchte aus eigenem Anbau. Gerade die sollen geschmacklich besonders gut abschneiden, weil sie mit Liebe gehegt und gepflegt wurden.
Die Erdbeere ist kulinarisch ein Leckerbissen. Wer ein ungewöhnliches Dessert mit grünem Pfeffer ausprobieren möchte, dem sei das Rezept am Ende dieses Artikels empfohlen.

Erdbeeren und Rosen sind botanisch verwandt

Die Erdbeerpflanze (Fragaria) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist deshalb mit Rosen und anderen Obstarten wie Äpfeln und Himbeeren verwandt. Erdbeeren sind botanisch gesehen gar keine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte. Die vermeintlich rote ‘Frucht’ ist in Wirklichkeit nur der fleischige Blütenboden, also eine Scheinfrucht. Die eigentlichen Früchte sind die kleinen gelbgrünen Nüsschen auf der Oberfläche. Besonders Menschen, die zu einer Nussallergie neigen, können ein Lied davon singen: In allen Formen, also roh oder auch schon zu Marmelade verarbeitet, antwortet der Körper mit mehr oder weniger heftigen allergischen Reaktionen.

Die Nüsschen auf der Oberfläche der Erdbeeren sind jedoch für das Gewächs sehr wichtig: Sie enthalten die Samen der Pflanze und werden beispielsweise durch Vögel an andere Orte transportiert, was für das Weiterbestehen und die Ausbreitung der Art sehr wichtig ist.

Welche gesundheitlichen Vorteile haben Erdbeeren?

Erdbeeren bieten zahlreiche gesundheitliche Vorteile. So enthalten sie mehr Vitamin C als Orangen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat veröffentlicht, dass in 100 Gramm Erdbeeren 57 mg Vitamin C enthalten sind, während Orangen nur 45 mg beinhalten. Zellschützend und entzündungshemmend sind Antioxidantien wie Anthocyane. Letztere wirken auch herz- und leberschützend.

Menschen mit Übergewicht schätzen die vergleichsweise niedrige Kaloriendichte von 32 kcal pro 100 Gramm frische Früchte. Auch Diabetiker bevorzugen die Erdbeere, weil sie vergleichsweise zuckerarm ist. Daher ist sie für Zuckerkranke in der Regel gut geeignet und kann den Heißhunger auf Süßes mindern. Übertrieben werden darf aber der Erdbeergenuss von diesem Personenkreis auch nicht. Als täglich Obergrenze gelten maximal zwei Handvoll Erdbeeren.

Wo gibt es in der nördlichen und mittleren Oberpfalz Erdbeerfelder?

Wie bereits erwähnt, sind Erdbeeren aus dem eigenen Anbau immer denen aus dem Supermarkt und möglicherweise auch denen vom Erdbeerfeld vorzuziehen. Nachdem aber in Deutschland die Erdbeermarmelade mit Abstand der beliebteste morgendliche Botaufstrich ist, sind größere Mengen als die kleinen Schälchen aus der Obstabteilung für die eigene Marmeladenherstellung erforderlich. Einen Überblick, wo man Erdbeeren auf dem Feld selbst pflücken kann, findet man hier. Diese Internetpräsenz ist eine wahre Fundgrube für original oberpfälzische (und auch fränkische) Produkte.

Houst dees scho gwusst?

Umgangssprachlich wird bei uns “Marmelade” und “Konfitüre” ohne Unterschied verwendet. Das ist aber bei den Bürokraten aus Brüssel nicht so gerne gesehen.

Der Begriff “Marmelade” darf nur für Produkte verwendet werden, die aus Zitrusfrüchten wie Orangen, Zitronen, Grapefruits oder Mandarinen hergestellt wurden. Dagegen kann “Konfitüre” aus einer Vielzahl von Früchten hergestellt werden, darunter Erdbeeren, Himbeeren, Aprikosen, Pfirsiche und viele mehr.

Ein Schmankerlrezept für Erdbeerfreunde: Konfitüre mal raffiniert!

Die eigene Konfitürenherstellung ist für ambitionierte Haushalte jedes Jahr wieder eine Herausforderung. Meistens wird nach dem Rezept “von der Oma” eingemacht, weil da nichts schiefgehen kann und das Endresultat bewährt ist. OberpfalzECHO macht trotzdem einen Vorschlag, wie man Erdbeeren raffiniert für das Frühstück verfeinern kann.

1,1 kg Erdbeeren
500 g Gelierzucker 2:1
8 Stängel Minze
1 EL Zitronensaft

6 Marmeladengläser

Die Erdbeeren waschen, putzen und in kleine Würfel schneiden. Mit dem Gelierzucker in einem Topf mischen und etwa zwei Stunden Saft ziehen lassen. Die Minze kalt waschen und trocken schütteln. Die Blättchen abzupfen und fein hacken. Beiseite stellen.
Den Zitronensaft zu den Erdbeeren im Topf geben und alles zum Kochen bringen. Offen rund vier Minuten leicht sprudelnd kochen. Dann erst die gehackte Minze unter die Konfitüre rühren. Die heiße Konfitüre in Gläser füllen und abkühlen lassen. Guten Appetit!

Das Beste zum Schluss: Erdbeerdessert mit grünem Pfeffer

Dieses Rezept ist ebenso einfach, wie schmackhaft. Erdbeeren waschen, abzupfen und halbieren. In eine Dessertschale geben. Pro Portion einen halben Esslöffel grünen Pfeffer (aus der Lake) zerkleinern und darüber streuen. Dazu passt Schlagsahne und Vanilleeis.

Büchertipp: Homemade – Das Goldene von GU

In unserem Buchtipp sind viele Rezepte vereint, die unsere regional erzeugten Produkte aus Natur und Garten veredeln. Das Konfitürenrezept stammt aus diesem Buch.

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‘Homemade – Das Goldene von GU’ ist die Fundgrube für die Veredelung unserer regionalen Produkte aus Garten und Natur. Foto: Martin Stangl

Homemade! – Das Goldene von GU, Hardcover, 25 Euro

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