Reise in die Vergangenheit: Als das Wirtshaus noch wichtiges Kulturgut war

Neustadt/WN. Mit historischen Fakten, humorvollen Anekdoten und origineller Volksmusik will der Neustädter Oberpfalzverein am 8. Oktober an die vergangene Wirtshauskultur der Kreisstadt erinnern.

An die Neustädter Wirtshauskultur erinnert der Oberpfalzverein am 8. Oktober im ASV-Sportheim. Die Besucher erwartet eine abwechslungsreiche Mischung aus historischen Fakten, Anekdoten und originelle Volksmusik. Repro: Hans Prem

Vorsitzender Ernst Umann hat seit Ende des letzten Jahres intensiv zu diesem Thema recherchiert. Fündig wurde er unter anderem bei Roland Gröger. Nach dessen Rekonstruktion habe es bereits im ersten Jahrhundert nach Christus auf dem heutigen Stadtplatz, der an der Bernsteinstraße lag, einen Rastplatz gegeben, auf dem vermutlich auch Bier ausgeschenkt worden sei.

Blütezeit Mitte des 14. Jahrhunderts

„Eine Blütezeit erlebte die Neustädter Wirtshauskultur, als Kaiser Ludwig von Bayern den Neustädtern am 23. Oktober 1339 das allgemeine Braurecht verliehen hat“, recherchierte Umann. Im Umkreis von einer Meile habe niemand anderer als ein Neustädter brauen dürfen. Viele Tafernen oder Taferlwirtschaften habe es im 16. und 17. Jahrhundert gegeben, ebenfalls eine goldene Zeit für die Gastwirtschaften.

Viele Gaststätten am Stadtplatz

Neustadt wurde damals Residenzstadt. Am Stadtplatz gab es Gaststätten wie den Goldenen Hirsch, Zum Bären, das Weiße Rössl oder die Goldene Sonne, in der angeblich einmal Friedrich von Schiller übernachtet hat. „Man kann sich aber nicht vorstellen, mit welchen Zutaten in dem Fürstlichen und dem Kommun-Brauhaus gebraut wurde“. Dazu zählten Hirse, Bohnen, Erbsen, Pech oder gar Ochsengalle. Wie wird das Bier damals wohl geschmeckt haben? „Als Neustadt zu Bayern kam, verarmte die Stadt. Erst mit Einzug der Glasmacher 1897 bis 1906 ging es mit dem Gastgewerbe und der Zoigltradition wieder aufwärts“.

Die acht Stufen des Rausches

Ernst Uman wird an diesem Abend die verschiedenen Epochen erklären. Er hat auch ein Bild mit den acht Stufen eines Rausches frei nach Aloysia Rebl gemalt. Peter Märkl erzählt dazu viele humorvolle Anekdoten rund um die Wirtshauskultur.

Den musikalischen Part übernehmen die „Zupfer-Moidla“, begleitet von Gerhard. Sie sorgen mit ihren originellen Liedern und Couplets sowie dem einen oder anderen Witz für die richtige Stimmung zum Thema des Abends. Die Besucher können sich im ASV-Sportheim um 19 Uhr mit einer deftigen Brotzeit und süffigem Bier stärken. Der Eintritt ist frei.

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