Schloss wird Notunterkunft: In Fockenfeld wartet man auf die Flüchtlinge

Konnersreuth. Das Schloss Fockenfeld ist aufnahmebereit. In den nächsten Tagen werden dort 50 Flüchtlinge aus der Ukraine erwartet. Das Rote Kreuz sucht noch freiwillige Helfer.

Die BRK-Mitarbeiter bereiten sich in Fockenfeld auf die Aufnahme der Flüchtlinge vor. Foto: Theo Kurtz

Am Montag hat der Landkreis Tirschenreuth grünes Licht von der Regierung der Oberpfalz bekommen: Schloss Fockenfeld kann zu einer Notunterkunft für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine umfunktioniert werden. Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren. In den nächsten Tagen wird bereits der erste Bus erwartet. Vom Ankerzentrum in Regensburg wird er sich auf den Weg in die Nordoberpfalz machen.

Aktuell Platz für 50 Flüchtlinge

50 Plätze stehen in dem ehemaligen Internat zur Verfügung. Jede Flüchtlingsfamilie bekommt ein eigenes Zimmer. Die Neuankömmlinge haben damit ihren eigenen Rückzugsraum, können die Türe hinter sich zumachen. Und noch einen weiteren Vorteil hat diese Form der Unterbringung. Sie schützt vor einer möglichen Masseninfektion mit Corona.

Bei Bedarf kann die Kapazität auf bis zu 120 Plätze erhöht werden. Die Größe der Zimmer reicht von 14 Quadratmetern, in dem eine Mutter mit einem Kind Platz findet, bis hin zu Räumen für eine fünfköpfige Familie. Alle Zimmer sind mit einer Nasszelle ausgestattet.

Seit zwei Jahren wird das Internat nicht mehr genutzt, doch die vier kommunalen Eigentümer der Immobilie haben das Gebäude auch in Zeiten des Leerstands in Schuss gehalten. „Das kommt uns in der aktuellen Situation zu Gute“, betont deren Sprecher, der Waldsassener Bürgermeister Bernd Sommer.

Regina Kestel und Holger Schedl koordinieren und planen die Unterbringung der Flüchtlinge in der Notunterkunft. Foto: Theo Kurtz

BRK kümmert sich um die Essensausgabe

Die ehrenamtlichen Helfer des Roten Kreuzes werden sich um die Neuankömmlinge kümmern. Sie bereiten unter anderem das Frühstück und das Abendbrot zu und verteilen es. Das Mittagessen wird der Konnersreuther Gasthof Schiml liefern. „Wir sind aber dringend auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen“, betont der Geschäftsführer des Tirschenreuther BRK-Kreisverbands, Holger Schedl.

Gesucht werden Leute, die bei der Essenausgabe mit anpacken, oder das Geschirr spülen. „Je mehr Leute, die mitmachen wollen, umso besser“, betont Schedl. Denn beim BRK richtet man sich auf einen eher längeren Arbeitseinsatz in Fockenfeld ein. „Niemand kann sagen, wie lange der Krieg dauern und wie viele Flüchtlinge der Landkreis aufnehmen wird.“

Die Räume sind spartanisch eingerichtet, aber sie bieten den leidgeprüften Menschen eine Rückzugsmöglichkeit. Foto: Theo Kurtz

Landkreis liegen 120 Mietangebote vor

Nach einem kurzen Aufenthalt in der Notunterkunft sollen, so der Plan, die Menschen zügig auf freie Wohnungen im Landkreis verteilt werden. „Aktuell liegen uns bereits 120 Mietangebote vor“, erläutert der stellvertretende Pressesprecher des Landratsamts, Wolfgang Fenzl.

Die Helfer sind vorbereitet. Viele haben bereits bei der Flüchtlingswelle im Jahr 2015 Erfahrungen gesammelt. „Alle Strukturen und Organisationen von damals sind noch intakt“, weiß Fenzl. Damit ist auch sichergestellt, dass die später dezentral untergebrachten Ukraine-Flüchtlinge nicht alleine gelassen werden. Übrigens: Hilfe hat jetzt schon der Getränkegroßhändler Oppl angekündigt. Das Mitterteicher Unternehmen wird in der ersten Woche Fockenfeld kostenlos mit Getränken beliefern.

Sicherheitsdienst wird engagiert

Der Landkreis hat eine Sicherheitsfirma beauftragt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Neugierige einen Blick auf die Neuankömmlinge werfen wollen, oder gutgemeinte, aber nicht benötigte Spendenlieferungen in rauen Mengen anlanden. „Wir werden aber in nächster Zeit gemeinsam mit dem BRK besprechen, was aktuell dringend benötigt wird und werden die Landkreisbürger informieren“, verspricht Fenzl.

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