Polizei

Schockanruf: Grafenwöhrer Opfer von Betrügern

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Nordoberpfalz. Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt erneut vor betrügerischen Anrufen. Anlass ist eine Häufung dieser Anrufe am vergangenen Dienstag. Eine Grafenwöhrerin berichtet von einer besonders perfiden Masche.

Unbekannte Täter haben am vergangenen Dienstag, 14. September, erneut mit betrügerischen Anrufen versucht, an Geld zu kommen. Betroffen waren in diesem Fall laut Polizeioberkommissar Dominic Stigler die Stadt und der Landkreis Regensburg. Doch nicht nur in der südlichen Oberpfälz sind die Betrüger unterwegs.

Angeblich tödlicher Verkehrsunfall

In Grafenwöhr ereignete sich vor zwei Wochen ein ähnlicher Fall. Eine Grafenwöhrerin schildert gegenüber OberpfalzECHO die Erfahrung ihres Vaters, der ebenfalls Opfer eines Trickanrufs geworden ist. Gegen 10.30 Uhr sei der Anruf am Mittwoch, 1. September, eingegangen.

Darin gab der Anrufer an, sie, Sarah Goller (23), habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, von dem "eine Frau mit drei Kindern betroffen war, dabei wurde die Frau tödlich verletzt". Sie müsse nun ins Gefängnis, wenn ihr Vater nicht 60 bis 80.000 Euro als Kaution hinterlegen würde. Besonders perfide: Im Hintergrund des Anrufers schrie eine Frau "Papa, hilf mir bitte".

Vater mit erhöhtem Blutdruck

Goller berichtet weiter: "Mein Papa wollte sofort zur Polizeistelle und mit mir reden, doch es hieß, er darf nicht kommen. Als er den angeblichen Polizisten sagte, dass er die Kontodaten nicht weiß und dass alles seine Frau regelt, haben die Betrüger aufgelegt." Die 23-Jährige ergänzt, ihr Vater leide unter hohem Blutdruck und sei nach den Anrufen total durch den Wind gewesen. Ihre Schwester hätte ihn aber beruhigen können.

"Ich bitte sie von ganzen Herzen, dass sie diesen Betrag öffentlich machen, um diese Menschen zu schützen, deren Emotionen und Gefühle so taktlos und eckelhaft grundlos ausgenutzt werden. Wir müssen doch alle zusammenhalten und vor solchen Menschen (Trickbetrüger) warnen und diese Masche stoppen", schreibt Goller in ihrer Mitteilung an OberpfalzECHO.

Fünfstelligen Betrag erbeutet

Nicht immer gehen die Fälle so gut aus wie in Grafenwöhr: Einer älteren Dame aus Regensburg (81) wurde ihr Vertrauen am vergangenen Dienstag zum Verhängnis. Die 81-Jährige erhielt laut Polizeiangaben einen Anruf, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass gegen ihre Tochter ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren läuft. Sie habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter eines Amtsgerichts aus und forderte einen mittleren fünfstelligen Betrag von der Dame, als „Kaution“ für die Tochter.

In Sorge um ihre Tochter ging die Getäuschte auf die Geldforderungen der Betrüger ein und es kam gegen 14.30 Uhr in Regensburg zur Übergabe an eine unbekannte weibliche Person. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg hat die Ermittlungen übernommen.

Schock als Betrugsmasche

Die Trickbetrüger haben es vor allem auf ältere Menschen abgesehen. Mit den bekannten Maschen des Enkeltricks versuchen sie sie zu übertölpeln. Die Täter geben sich als Angehöriger aus, der Geld benötigen würde. Darüber hinaus nutzen die Betrüger auch den sogenannten Schockanruf. Dabei geben sie vor, ein Angehöriger wurde angeblich bei einem Unfall schwer verletzt, liegt im Krankenhaus und braucht Geld.

Ebenfalls "beliebt": Die Masche des falschen Polizeibeamten. Dabei geben die Täter an, die Polizei müsse aus verschiedenen Gründen Geld untersuchen oder verwahren.

Die Polizei bittet Betroffene um Vorsicht und gibt Hinweise

Trotz vielfacher, zurückliegender Berichterstattungen erneuert die Polizei ihre Warnungen und Hinweise zum Phänomen „Schockanruf“:

  • Setzen Sie bitte Familienangehörige und Nachbarn über diese Masche in Kenntnis.
  • Reden Sie offen in der Familie, insbesondere mit älteren, möglicherweise alleinstehenden Angehörigen, über dieses Phänomen.
  • Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über persönliche Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen zu einem Einbruch in der Nähe.
  • Übergeben Sie nie Geld an Unbekannte.
  • Staatliche Stellen fordern niemals auf diese Art und Weise Bargeld oder Wertgegenstände.
  • Deponieren Sie keine größeren Bargeldbestände zu Hause.
  • Finden Sie eine Vertrauensperson, mit der Sie jederzeit über Geld sprechen können.
  • Reden Sie vor Geldtransaktionen mit Ihrer Vertrauensperson.
  • Legen Sie bei derartigen Anrufen sofort auf. Verständigen Sie dann den Notruf 110 oder Ihre örtliche Polizei. Verwenden Sie hierfür niemals die im Display angezeigte Rufnummer, sondern die Ihnen bekannte.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110. Haben Sie keine Angst anzurufen. Lieber einmal zu oft den Notruf genutzt, als Opfer der Betrüger zu werden.

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