Schützengesellschaft will das Coronavirus erschießen

Pressath. Das Corona-Virus einfach erschießen, egal mit welcher Waffe. Das wünscht sich Stadtpfarrer Edmund Prechtl. Die Schützengesellschaft "Eichenlaub" kann trotzdem Neumitglieder aufzählen.

Die Pressather Schützengesellschaft „Eichenlaub“ hat ein neues Ehrenmitglied. Bild: Bernhard Piegsa

Die Pressather Schützengesellschaft „Eichenlaub“ hat ein neues Ehrenmitglied: Dank einer langen Liste sportlicher Erfolge, seiner „immer positiven herzlichen Art“ und seines bei vielen Gelegenheiten bewährten handwerklichen Geschicks, genieße Hubert Schulze im Verein jenes Ansehen, durch das er sportlich wie menschlich zu einem „Maßstab, an dem man sich gern misst“, geworden sei, urteilte erster Schützenmeister Kay Müller in der Generalversammlung.

Mit herzlichem Beifall begrüßte die „umständehalber“ vergleichsweise kleine Runde der Versammlungsteilnehmer diesen Vorschlag der Vorstandschaft, den der Geehrte lakonisch mit dem „oberpfälzischen summa cum laude“ quittierte: „Passt scho.“

Vereinsaktivitäten bis ins Jahr 2019

In seiner Laudatio hatte Kay Müller insbesondere an Schulzes diesjährigen deutschen Bogenschützen-Meistertitel in der Seniorenklasse nebst Rekord-Ringzahl erinnert, ließ aber auch seine bayerischen Meistertitel und die elf mit Bogen, Luftgewehr und Luftpistole „erschossenen“ Schützenkönigswürden nicht unerwähnt.

Weil im vergangenen Jahr die Hauptversammlung pandemiebedingt abgesagt worden war, reichte Kay Müllers Bericht über die Vereinsaktivitäten bis ins Jahr 2019 zurück: „Damals war der Kalender noch mit einer Vielzahl von Terminen gefüllt.“ Beispielhaft nannte er das Königsschießen auf den neuen elektronischen Schießständen, die erstmals wieder im umgebauten Schützenheim abgehaltene Königsfeier, die von vielen Seiten gelobte Ausrichtung von Bezirks- und Ligawettkämpfen, das wieder sehr gut besuchte Sommerfest sowie die beliebten Bogensport- Anfängerkurse und die Teilnahme an vielen weiteren Wettbewerben und Festen.

Mit viel Energie und großen Plänen

In das Jahr 2020 sei die Schützengesellschaft „mit viel Energie und großen Plänen“ gestartet, zur 175-Jahr-Feier der Stadterhebung habe man eine Stadtmeisterschaft organisieren und am Festumzug teilnehmen wollen: „Aber diese Stimmung ist im März durch das Auftreten von Corona gänzlich zerstört worden, der Vereinsabend im Februar war der vorerst letzte, alle Vereinsaktivitäten mussten eingestellt werden.“

Zaghafte „Gehversuche im Freien unter großen Einschränkungen“ hätten die Bogenschützen im Juni und die Luftdruckwaffenschützen im Oktober wagen können, nach einer weiteren „langen
Pause“ sei der Verein dann im Sommer 2021 erneut daran gegangen, unter Beachtung rigider Richtlinien „Sportgeist und Vereinsleben neu zu erwecken“. Hierzu habe auch ein „kleines Sommerfest nur im Kreise der Mitglieder“ gehört.

Beständige Leistungen

Im September habe man auch wieder zum Königsschießen aufrufen können. Einen Mitgliederschwund, wie ihn andere Vereine beklagten, habe die Schützengesellschaft „Eichenlaub“ während der Pandemiezeit nicht erlitten, die wenigen Kündigungen seien durch Neuaufnahmen beinahe wettgemacht worden. Die erste Bogenmannschaft überzeuge nach wie vor mit beständigen Leistungen in der Regionalliga Süd, für die zurzeit pausierende zweite Mannschaft hoffe man, dass sie in der nächsten Saison „wieder die Bezirksklasse beziehungsweise Bezirksliga unsicher machen“ könne.

Im Luftdruckbereich warte „Eichenlaub“ mit drei erfolgreichen Teams in den Disziplinen Luftgewehr, Luftpistole und Luftgewehr/Auflage auf. Für 2022, so der Vorsitzende abschließend, stünden „einige Pflegemaßnahmen“ auf dem Bogenplatz an, zu denen man auf viele helfende Hände hoffe. Allen aktiven Sportlern, Mitarbeitern und Unterstützern, namentlich der Stadt Pressath, galt Kay Müllers Dank.

Ergebnis der Leitungskreisneuwahlen

Von stabilen Vereinsfinanzen berichtete Kassier Mischa Hermann bei der Generalversammlung der Schützengesellschaft „Eichenlaub“ und versprach augenzwinkernd: „Solange ich im Amt bin, bleibt das auch so.“ Dies quittierte erster Schützenmeister Kay Müller mit der „Drohung“: „Damit hast du dich selbst zum Kassier auf Lebenszeit ernannt.“ Bei den anschließenden Leitungskreisneuwahlen bestätigte man Mischa Hermann freilich ebenso wie alle anderen Amtsträger „nur“ für weitere zwei Jahre im Amt.

Wie bisher besteht das „Schützenmeisteramt“ außerdem aus den Schützenmeistern Kay Müller und Norman Lehner, Sportleiterin Daniela Schmeller, Jugendleiterin Martina Schmid, den Schriftführerinnen Marianne Späth und Manuela Mehrländer, dem zweiten Kassier Dennis Fürst, den Kassenprüfern Christine Kormann und Siegfried Bösl sowie den Beisitzern Wolfgang Fraunholz und Hubert Schulze, die auch Ehrenmitglieder sind.

„Corona-Virus erschießen“

Einstimmig befürwortete die Versammlung außerdem eine betriebsbedingt notwendig werdende Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um jeweils fünf auf 25 (Jugendliche) beziehungsweise 35 Euro (Erwachsene) ab 2022. In seinem Grußwort lobte Bürgermeister Bernhard Stangl Kay Müller als Kontinuitätsgaranten für die Vereinsarbeit. Stadtpfarrer Edmund Prechtl dürfte manchem Besucher aus der Seele gesprochen haben, als er sich aus den Reihen der „Eichenlaub“-Schützen „einen wünschte, der es schafft, das Corona-Virus zu erschießen – egal mit welcher Munition“.

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