Polizei

Sicherheitsbericht Eschenbach - Betrugsdelikte stiegen 2020 an

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Eschenbach. Bei dem Sicherheitsgespräch besprach man vielerlei Dinge. Von Deliktsfällen, über Rauschgiftkriminalität bis hin zu Wildunfällen war alles dabei.

Christofer Neukam, Thorsten Fiebiger, Werner Stopfer und Bürgermeister Marcus Gradl (von links) besprachen die aktuelle Lage bei einem Sicherheitsgespräch. Foto: Jürgen Masching

Zusammen mit seinem neuen Stellvertreter Thorsten Fiebiger kam Inspektionsleiter Werner Stopfer zum Sicherheitsgespräch ins Eschenbacher Rathaus. Zudem hieß man den „Neuen“ in Eschenbach durch Bürgermeister Marcus Gradl willkommen. Ganz unbekannt war Fiebiger Bürgermeister Gradl nicht, er hatte mit dem Kollegen in der Eschenbacher Dienststelle schon zusammengearbeitet. 

Rückgang der gefährlichen Körperverletzungen

Zudem hatte Inspektionsleiter Werner Stopfer die aktuellen Zahlen für das Jahr 2020 dabei. So konnte sich Gradl ein Bild der aktuellen Lage in der Russweiherstadt machen. In seinem Dienstbereich, so Stopfer sind es etwa 27.000 Einwohner, dazu kommen noch bis zu 15.000 US Bürger.

2020 bearbeiteten die Beamten der Polizeiinspektion Eschenbach insgesamt 4.499 Vorgänge. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (4.953) eine Verringerung um 9,2 Prozent.

„Man merkt hierbei doch die Auswirkungen der Ausgangssperren“, so Stopfer. Die Aufklärungsquote konnte auf hervorragende 75,90 Prozent (Bayern 66,4 Prozent) gesteigert werden. Die Gründe für die überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote bei der Polizeiinspektion Eschenbach dürften vielfältig sein.

Erfreulich ist der deutliche Rückgang der gefährlichen Körperverletzungen um 26,5 Prozent. Meist handelt es sich hierbei um die Verletzung eines anderen mittels eines gefährlichen Gegenstandes oder eine von mehreren Tätern gemeinschaftlich begangene Körperverletzung.

Zahl der Deliktsfälle ging zurück

Im Deliktsbereich Diebstahl gingen die Zahlen bei einfachen und besonders schweren Fällen des Diebstahls deutlich zurück. Ladendiebstähle verringerten sich ebenfalls um mehr als die Hälfte von 17 auf acht Fälle.

Bei der Gesamtzahl der Sachbeschädigungen ist ein Rückgang um 21,2 Prozent (24 Fälle) zu verzeichnen. Obwohl die Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen um fast 20 Prozent zurückgegangen sind, machen diese mit 38 Fällen noch einen Großteil aller Sachbeschädigungen aus. 

Betrugsdelikte stiegen 2020 an

Nachdem die Zahlen bei den Betrugsdelikten in den Jahren 2018 und 2019 rückläufig waren, stiegen diese im Jahr 2020 um 17 Prozent an. Bei den Waren- und Warenkreditbetrügereien gingen die bearbeiteten Fälle um drei Fälle (17,6 Prozent) leicht zurück. Dieser Bereich umfasst zum großen Teil Rechtsverstöße, die mit dem Internethandel in Verbindung zu bringen sind.

Ein Großteil der Betrugsdelikte wird aufgrund örtlicher oder sachlicher Zuständigkeit an andere Dienststellen zur Endsachbearbeitung abgegeben. Darum bewegen sich die bei der Polizeiinspektion Eschenbach angezeigten Fälle im Vergleich zu den hier endbearbeiteten in einem weit höheren Rahmen (siehe Tabelle).

Die im Deliktsbereich Waren-, Warenkreditcomputerbetrug angezeigten Fälle stiegen um 64,3 Prozent auf 92 Fälle an.

Alarm: Rauschgiftkriminalität

Ein beachtenswerter Anstieg war 2019 im Bereich der Rauschgiftkriminalität zu beobachten. Der erhöhte polizeiliche Kontrolldruck sowie die akribische Ermittlungsarbeit in der Kleindealerszene führte zu einigen beachtlichen Ermittlungserfolgen. Hierdurch stieg aber auch die Anzahl der festgestellten Verstöße nach dem Betäubungsmittelrecht signifikant.

Wegen der im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie erlassenen Ausgangsbeschränkungen im Jahr 2020 kam es aber zu deutlich weniger Personenkontrollen und damit weniger Aufgriffen/Sicherstellungen in diesem Deliktsbereich. 

Vermisstenfall mit schlimmen Ende

Drei außergewöhnliche Ereignisse nannte Werner Stopfer: Der Vermisstenfall in Grafenwöhr hat sich deutschlandweit herumgesprochen, als in den späten Abendstunden am Montag, 13.07.2020, ein 17-Jähriger aus Grafenwöhr von seinen Eltern als vermisst gemeldet wurde.

Insgesamt waren bei der Suche circa 120 Einsatzkräfte der Landespolizei, Polizeihubschrauberstaffel, den umliegenden Feuerwehren, dem BRK, der Wasserwacht, der BRK-Rettungshundestaffel sowie Bergwacht beteiligt. Tage später fand man den Jugendlichen dann unweit der Fischerhütte tot auf.

Raubüberfall und Bombenfund

Bei einem Raubüberfall auf ein Friseurgeschäft in Eschenbach machte man den Täter recht schnell dingfest. Zudem kam es in Grafenwöhr noch zu einem Bombenfund, an dem circa 175 Hilfs- und Rettungskräfte beteiligt waren.

Alarmierende Erkenntnis

Festzustellen ist, dass die Stadt Grafenwöhr bei den Straftaten im Verhältnis zu ihren Einwohnern überproportional vertreten ist. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass in der Einwohnerstatistik die US-Soldaten sowie ihre Familienangehörigen nicht berücksichtigt sind. 

Nach Unfall verstorben

Zur Verkehrsstatistik hatte die Polizeiinspektion Eschenbach zwei Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang zu beklagen. Am 31.07.2020 kam eine junge Frau bei Eschenbach auf der B470 nach einem Zusammenstoß mit einem Lkw ums Leben.

Ebenfalls nach einem Verkehrsunfall starb ein Fahrradfahrer am 24.12.2020. Ansonsten gingen, wie bereits im Jahr 2019, die Verkehrsunfälle mit Verletzten von 81 auf 61, als auch die Anzahl der verletzten Personen von 107 auf 87 im Jahr 2020 weiter zurück. 

Radfahren: Zweischneidiges Schwert

2020 stellte man einen erheblichen Anstieg der Radfahrunfälle fest, was sicherlich mit der Zunahme an Radfahrern in Deutschland zusammenhängt. So nahm die Anzahl der Unfallbeteiligten und verletzten Radfahrer im Jahr 2020 im Gegensatz zum Vorjahr um 111,1 Prozent  beziehungsweise 112,5 Prozent zu.

Corona im Zusammenhang mit Wildunfällen

Insgesamt wurden 629 Kleinunfälle aufgenommen, von welchen 452 die Wildunfälle (83,4 Prozent) einnahmen. Die meisten Wildunfälle ereigneten sich auf den Kreisstraßen (175) und Bundesstraßen B299 und B470 (143), die an dem wildreichen Truppenübungsplatz Grafenwöhr vorbeiführen.

Aber auch der übrige Dienstbereich ist mit Wildunfällen stark belastet. Letztlich ist der Rückgang der Verkehrsunfallrate unter anderem auch dem pandemiebedingten Lockdown sowohl im Frühjahr, als auch im späten Herbst 2020 geschuldet.

Alkohol- und Drogenfahrten

Im Berichtszeitraum beanstandete man insgesamt 61 Fahrten unter Einfluss von Alkohol oder Drogen. Die festgestellten Fahrten unter Drogeneinfluss stiegen zum Vorjahr von fünf auf 13 (+ 160 Prozent).

Während bei den alkoholisierten Fahrzeugführern die Fälle im unteren Promillebereich (bis 1,09) gleich blieben (24 Fälle), verzeichnete man bei den Werten über 1,1 Promille nur einen Rückgang um eins auf 24 Fälle.

Acht Verkehrsteilnehmer traf man mit einem Blutalkoholwert von mehr als zwei Promille an. Der höchste Wert lag bei 2,97 Promille - diesen ermittelten die Beamten bei einem Radfahrer. 

Verstöße gegen Infektionsschutzgesetz

Insgesamt gab es 2020, so Stopfer, 155 Anzeigen zum Infektionsschutzgesetz. „Es waren immer nur Einzelfälle, Partys waren keine dabei“. 

Dank an engagierte Kräfte

Am Ende seiner Ausführungen dankte Werner Stopfer ganz speziell den Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und weiteren für ihre Tätigkeiten. „Man kann sich glücklich schätzen, wenn man solche engagierten Einsatzkräfte hat, denn sie tragen einen großen Part für die Sicherheit bei“.

„Die Zusammenarbeit mit den einzelnen Gemeinden ist hevorragend“, so der Dienststellenleiter am Ende. Wichtig ist ihm, das es über den kurzen Draht weiterhin so gut läuft. Gradl hatte auch gleich ein Thema angesprochen, was ihm am Herzen liegt. „Am Stadtberg müsse etwas gemacht werden, um es den älteren Leuten zu ermöglichen, die Straße gefahrlos zu überqueren“. Werner Stopfer wollte sich um eine Möglichkeit bemühen.

So bedankte sich Bürgermeister Marcus Gradl am Ende bei Werner Stopfer und seinem Stellvertreter Thorsten Fiebiger für das fast zweistündige Gespräch und die gute Zusammenarbeit.

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