SPD-Kreistagsfraktion besucht Fockenfeld

Fockenfeld/Tirschenreuth. Die SPD-Kreistagsfraktion besuchte die Unterkunft für die Ukraine-Flüchtlinge in Fockenfeld, um sich ein eigenes Bild von der aktuellen Lage zu machen.

Wolfgang Pötzl (OV Konnersreuth), Bürgermeister Peter König (Neusorg), Markus Wenisch (OV Konnersreuth, 1. Vorsitzender), Hans Brandl (2. Bürgermeister Mitterteich), Wolfgang Rosner (BRK). Foto: den

Bei ihrem Besuch in der Unterkunft für die Ukraine-Flüchtlinge in Fockenfeld wurden die Kreisrätinnen und Kreisräte der SPD von Wolfgang Rosner geführt, der für das Bayerische Rote Kreuz (BRK) als ehrenamtlicher Leiter und Ansprechpartner in der Einrichtung tätig ist und Regina Kestel, die als Juristin am Landratsamt dienstlich mit der Unterbringung der Ukraine-Flüchtlinge befasst ist.

Einrichtung ist gut belegt

Rosner begann seine Erläuterungen mit den Belegungszahlen: Aktuell befinden sich 132 Personen bis zu 75 Jahren in Fockenfeld, damit sei die Einrichtung gut belegt, die maximale Kapazität läge bei 175 Bewohnern. Regina Kestel wusste zu berichten, dass seit Kriegsausbruch in der Ukraine schon 460 Flüchtlinge aufgenommen wurden, wovon 163 Personen inzwischen im Landkreis verteilt sind, 162 hätten den Landkreis schon wieder verlassen.

Durch den Wechsel des Rechtskreises gelten seit 1. Juni die Hartz-IV-Richtlinien auch für Ukraine-Flüchtlinge. Dadurch sollten sich die Ukraine-Flüchtlinge eigenständig Wohnungen im Landkreis suchen. Hier appellierte Kestel dringend an die Bevölkerung, dezentralen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Privatsphäre bleibt bewahrt

Insgesamt wurde bei der Besichtigung der Einrichtung deutlich, dass Fockenfeld für die Geflüchteten den großen Vorteil bietet, dass bei der Unterkunft gegenüber anderen Sammelunterkünften zum Beispiel in Turnhallen mehr Privatsphäre für die Bewohner gegeben sei.

Ehrenamtlich unverzichtbar

Wolfgang Rosner berichtete, dass das Ehrenamt sehr stark gefragt sei. Die Betreuung durch das BRK erfordere viel Einsatz von allen Ehrenamtlichen: bei der Versorgung größerer und kleinerer Wehwehchen, den Coronaschnelltests, die sicherheitshalber immer noch durchgeführt werden und bei der täglichen Verpflegung. Hier werde jede helfende Hand gebraucht, auch für die Übernahme von Fahrdiensten.

Um eine möglichst schnelle Integration der Geflüchteten zu gewährleisten, ist die Caritas mit Migrationsberaterin Lilia Pioch und der Landkreis mit dem Integrationslotsen David Runschke vor Ort ansprechbar.

Nicht mit leeren Händen gekommen

Fraktionssprecher Uli Roth dankte für die geleistete Arbeit und drückte seine Anerkennung aus. Die SPDler waren aber nicht mit leeren Händen gekommen. Sie überreichten zur Linderung punktueller materieller Not ein Kuvert mit einer Spende von 800 Euro.

Roth dankte im Namen seiner Fraktion für die Möglichkeit des Besuchs und unterstrich, dass von dem Besuch der Appell an die Bevölkerung ausgehen soll, wo möglich freie Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Gesucht wären auch Dolmetscher.

Erfahrung aus erster Hand

Der Erste Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Konnersreuth Markus Wenisch konnte berichten, dass er bei sich zu Hause für mehr als drei Monate eine vierköpfige ukrainische Familie – „quasi wie in einer WG“ – aufgenommen hatte. Dies sei zwar für seine ganze Familie eine persönliche Herausforderung gewesen, so Wenisch, er habe aber einen sehr guten Eindruck von den Hilfe suchenden Menschen gewonnen.

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