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Sperre der B 299 bei Krummennaab sorgt für Ärger

13,84 Kilometer Umweg für 500 Meter Luftlinie

Krummennaab. Zwei Monate lang ist die Bundesstraße 299 bei Krummennaab gesperrt - mit teilweise gravierenden Folgen für die Anlieger.

Die Ampelkreuzung soll nach dem Willen der Gemeinde zumindest phasenweise frei befahrbar bleiben. Foto: Udo Fürst
Die Ampelkreuzung soll nach dem Willen der Gemeinde zumindest phasenweise frei befahrbar bleiben. Foto: Udo Fürst
Rätselraten bei den Bewohnern des Krummennaaber Ortsteils Scheibe. Wie sollen sie heraus- und wieder hineinkommen? Foto: Udo Fürst
Rätselraten bei den Bewohnern des Krummennaaber Ortsteils Scheibe. Wie sollen sie heraus- und wieder hineinkommen? Foto: Udo Fürst
Die Sanierung der Bundesstraße 299 zwischen Erbendorf und Tirschenreuth in Höhe Krummennaab sorgt für Ärger und Verwirrung. Manchen Autofahrern scheint das
Die Sanierung der Bundesstraße 299 zwischen Erbendorf und Tirschenreuth in Höhe Krummennaab sorgt für Ärger und Verwirrung. Manchen Autofahrern scheint das „Durchfahrt verboten“-Schild aber reichlich egal zu sein. Foto: Udo Fürst
Nichts geht mehr auf der Ausfahrt von Krummennaab.  Das will die Gemeinde so nicht hinnehmen. Foto: Udo Fürst
Nichts geht mehr auf der Ausfahrt von Krummennaab. Das will die Gemeinde so nicht hinnehmen. Foto: Udo Fürst
Durch diese schmale Allee bei Reuth soll auch der Schwerlastverkehr zumindest teilweise umgeleitet werden.  Foto: Udo Fürst
Durch diese schmale Allee bei Reuth soll auch der Schwerlastverkehr zumindest teilweise umgeleitet werden. Foto: Udo Fürst
Udo Fürst
 Foto: Udo Fürst
Udo Fürst
Udo Fürst
 Foto: Udo Fürst

Der Ärger und die Verunsicherung sind groß bei vielen Autofahrern in und um Krummennaab – und bald wohl auch bei den Anwohnern der Hauptstraße und Röthenbacher Straße in Reuth. Der Grund dafür: Wegen Ausbesserungsarbeiten an der Fahrbahndecke ist die Bundesstraße 299 zwischen Krummennaab und der Kreuzung Premenreuth-Bernstein mindestens bis Anfang November komplett gesperrt.

„Ganz blöder Fall“

Besonders krass trifft es die Autofahrer des Krummennaaber Ortsteils Scheibe. Wollen sie den normalerweise 2,27 Kilometer entfernten Hauptort erreichen, müssen sie nun einen 13,84 Kilometer langen Umweg über Reuth, Thumsenreuth, Wetzldorf und Erbendorf in Kauf nehmen. Fahrzeit laut Routenplaner: 16 Minuten statt sonst maximal vier Minuten. Umgekehrt gilt das natürlich auch für jene Krummennaaber, die nach Scheibe wollen. „Das ist natürlich ein ganz blöder Fall“, gesteht Gerhard Kederer, beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach für diese Straßenbaustelle zuständig. Das sei aber auch der etwas umständlichen Anbindung des Ortsteils an Krummennaab selbst geschuldet.

Diesen Umleitungsplan hat das Staatliche Bauamt erarbeitet. Grafik: Staatliches Bauamt

Ampel außer Betrieb

Seit Montag sind die „Durchfahrt gesperrt“-Schilder rund um die Straßenbaustelle aufgebaut. So richtig daran halten wollen sich scheinbar aber nicht alle Verkehrsteilnehmer. Zumindest bis Mittwoch fuhren zahlreiche Autos und Lkws auf der eigentlich komplett gesperrten B 299 in beiden Richtungen. Das mag daran liegen, dass die „richtigen“ Arbeiten noch nicht begonnen haben. Bisher wurden lediglich die Straßenpfosten und einige Verkehrsschilder abgebaut. Der Straßenbelag selbst ist noch unangetastet. Außer Betrieb ist auch die Ampelanlage an der Kreuzung Krummennaab-Erbendorf-Tirschenreuth-Friedenfels.

Shitstorm auf Facebook

Unterdessen hat sich in den sogenannten sozialen Medien ein regelrechter Shitstorm über die Planer ergossen. Von einer „unmöglichen Geschichte“ ist da die Rede oder „Die haben doch keine Ahnung“. Kritik wird auch an der „viel zu späten Information“ über die Arbeiten oder an den „fehlenden Umleitungsschildern“ geübt. Eine Frau beklagt, dass sie wegen der Umleitung jetzt täglich 70 Kilometer mehr fahren müsse. „Ich muss meine drei Kinder zu unterschiedlichen Zeiten in die KITA, Schule und zum Bahnhof fahren und dann muss ich auch noch selbst in die Arbeit.“ In Zeiten teuren Sprits sind das sicher keine „Peanuts“.

Unglückliche Konstellation

Bauamts-Ingenieur Gerhard Kederer sind solche Härtefälle bekannt – und er bedauert sie. „Das ist wie gesagt eine sehr unglückliche Konstellation für manche. Aber leider nicht zu ändern.“ Am Freitag gebe es zwar nochmal einen Ortstermin mit der Gemeinde, aber aller Voraussicht nach werde sich dadurch „nicht viel ändern“. Das sieht Krummennaabs Bürgermeisterin Marion Höcht anders: „Ich werde nicht zum Kaffee trinken hingehen.“ Die Gemeinde habe klare Vorstellungen, wie man die Situation mit dem Ortsteil Scheibe verbessern könne. „Es geht uns ganz konkret um die Pflegedienste, die durch die Umleitung ihre Taktungen nicht mehr einhalten können. Die Scheibe ist 500 Meter Luftlinie vom Hauptort entfernt und die Leute müssen einen 14 Kilometer langen Umweg fahren? Das kann nicht sein“, sagt Höcht.

Kreuzung temporär öffnen

Auch für Dorfladen, Kindergarten, Biobauer Simon Rauch oder Zahnarztpraxis sei die Umleitung ein enormes Problem. Höcht: „Acht Wochen Bauzeit sind ja keine Lappalie. Wir wollen zumindest die temporäre Öffnung der Ampelkreuzung mit der Freigabe in Richtung Thumsenreuth und einen Notweg von und zur Scheibe.“ Sie hoffe auf das Entgegenkommen des Staatlichen Bauamts: „Herr Kederer hat sich bisher recht offen gezeigt und ich glaube, dass wir uns einigen können am Freitag“, ist die Bürgermeisterin optimistisch.

Mitteilung des Staatlichen Bauamts

Ab Montag, 19.09.2022 sperrt das Staatliche Bauamt die B 299 zwischen Premenreuth und Krummenaab zur Durchführung von Straßenbauarbeiten vollständig für den Verkehr. Die Vollsperrung wird voraussichtlich bis Anfang November andauern. Die Umleitung erfolgt über Erbendorf und Windischeschenbach zur Autobahn A93 über die TIR 33, ST2181, B22 auf die A93.

Die bestehende Fahrbahn weist flächige Deckenschäden sowie Läng- und Querrisse auf. Deshalb wird auf einer Strecke von rund 3,3 km die alte Fahrbahndecke abgefräst, der bituminöse Aufbau, sowie die Bankette verstärkt. Damit soll die Verkehrssicherheit verbessert, und die Bausubstanz erhalten werden.

Die Kosten belaufen sich auf knapp 1,8 Mio. Euro. Kostenträger ist die Bundesrepublik Deutschland.

Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach bittet die betroffenen Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die sich daraus ergebenden Beeinträchtigungen.

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