Video Sport

Sportchef Roger Stilz‘ neue Note: Jahn-Tugenden plus eine Brise Kreativität

Regensburg. Alle Fragen sind gestellt, aber noch nicht von jedem. Der neue Sportchef Roger Stilz muss sich nach der verkorksten Rückrunde des SSV Jahn kritischen Fragen stellen, obwohl er in die Planungen noch nicht eingebunden war. Was dürfen wir von dem Schweizer Feingeist mit großem Fußball-Gepäck erwarten?

Jahn-Sportchef Roger Stilz erläutert im Interview mit OberpfalzECHO seine Fußball-Philosophie. Bild: SSV Jahn

Herr Stilz, St. Gallen ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Ostschweiz, Regensburg das von Ostbayern. Regensburg ist Welterbe-Stadt, die Stiftskirche und die Bibliothek von St. Gallen stehen auf der UNESCO-Liste. Es gibt also mehr Parallelen zu Ihrer Heimatstadt als etwa zu Hamburg – ist das ein wenig wie Heimkommen, ein Ort zum Wohlfühlen?

Stilz: Ja, das ist eine spannende Frage. Ich habe einige Male zu Bekannten gesagt, dass mich Regensburg sehr oft an meine ursprüngliche Heimat erinnert. Beides sind eher kleinere Städte als zum Beispiel Hamburg, die dennoch einiges zu bieten haben – nicht nur kulturell, auch von der Topographie. Sie sind hügeliger, an beiden Orten ist viel Wasser. Da der Bodensee, hier die Donau. Wir müssen als Familie nicht lange fahren, um ins Grüne zu kommen. Beide sind Studentenstädte mit vielen jungen Menschen, insofern ist das schon vergleichbar.

Es gibt im Profigeschäft einige wenige stilprägende Fußball-Philosophen, wie Christian Streich, der zurzeit im Rahmen der Freiburger Möglichkeiten auch noch sehr erfolgreich ist. Inwieweit kann ein Blick über den Tellerrand hinaus – etwa aus der Perspektive des Germanisten und Journalisten – die konkrete Aufgabe als Sportchef bereichern?

Stilz: Ich glaube schon, dass es grundsätzlich für diese Aufgabe kein Nachteil ist, wenn der Rucksack etwas breiter gefüllt ist. Diesen Perspektivwechsel, das Geschäft und dessen Abläufe manchmal aus einer anderen Warte zu betrachten, sehe ich als Vorteil an. Ich habe selbst lange Fußball gespielt – und zwar in der Schweiz und in Deutschland. Zudem habe ich gerne studiert und würde wieder das gleiche Studium absolvieren.

Ich glaube an die Kraft des Wortes.

Pädagoge, Germanist und Journalist Roger Stilz

Ich glaube an die Kraft des Wortes. Ich habe zudem Trainererfahrung in der Regionalliga, in der Bundesliga beispielsweise als Assistent der Cheftrainer Thorsten Fink, Bert van Marwijk, Mirko Slomka und Valérien Ismaël. Ich habe den Fußball-Lehrer-Lehrgang an der Hennes-Weisweiler-Akademie absolviert und damit die UEFA-Pro-Lizenz erworben. Und als Sportlicher Leiter des Nachwuchsleitungszentrums des FC St. Pauli sowie als Sportlicher Leiter des belgischen Erstligisten Waasland-Beveren konnte ich Erfahrungen sammeln für diese anspruchsvolle Position als Geschäftsführer Sport beim SSV Jahn.

Trainerstation HSV: Das Trainerteam des Hamburger SV von 2014 mit Cheftrainer Bert van Marwijk (von links), Co-Trainer Roger Stilz und Co-Trainer Roel Coumans. Bild: HSV

Eine weitere Ihrer Qualifikationen, die weiterhelfen könnte: Sie sind ausgebildeter Grundschullehrer. Die Jahn-Spieler sind zwar ein paar Jahre älter, vermitteln aber manchmal auch den Eindruck einer Rasselbande, wenn sie sich nach einer starken Hinrunde bereits als kommende Bundesliga-Stars sehen – oder nach Niederlagen an sich selbst zweifeln. Wie sehen Sie da Ihre Rolle im Duett mit Trainer Mersad Selimbegovic?

Stilz: Genau richtig, als Team, selbstverständlich immer in Absprache mit Mersad und dem Trainerteam. Wir spielen uns die Bälle zu. Aber das gilt nicht nur bei Problemthemen, es gibt ja auch positive Tendenzen, die man verstärken kann. Das wird oft vergessen. Um ehrlich zu sein, meine pädagogische Tätigkeit ist schon eine gewisse Zeit her. Ich glaube aber, dass davon schon was hängen geblieben ist.

Man darf die eigene Wirkung aber auch nicht überschätzen.

Jahn-Sportchef Roger Stilz

Mir ist es in einem ersten Schritt wichtig, die Lebenswelt eines Spielers, eines Co-Trainers oder Betreuers zu verstehen. In welcher Lebenssituation befindet sich die Person? Im zweiten Schritt geht es darum, die Person weiterzuentwickeln. Das verläuft nicht immer geradlinig. Der Fußball ist dynamisch und schnell. Man kann den eigenen Einfluss geltend machen, darf die eigene Wirkung auf einen Gesamtverein aber auch nicht überschätzen.

Wenn man sich die jüngsten Interviews mit Ihnen anschaut, habe ich den Eindruck, dass Sie die kritischen Fragen zu der unterirdischen Hinrunde in mehrfacher Hinsicht nerven. Zum einen, weil Sie auf Ihrem ureigensten Gebiet, der Mannschaftszusammenstellung, noch gar nicht tätig werden konnten. Zum Zweiten, weil bereits die typischen Mechanismen in Gang gesetzt werden, wie die Frage nach dem Trainer?

Stilz: Das ist legitim, ich kenne ja auch Ihren Job. Ich bin ob solcher Fragen nicht genervt. Es stimmt, dass die beiden Runden unterschiedlich verlaufen sind. Wir haben aber genauere Daten, die zeigen, dass es im Grunde in der abgelaufenen Saison vier Phasen mit verschiedenen Zyklen waren: Ein starker Beginn in der Vorrunde mit guten Leistungen und auch den entsprechenden Punkten, eine Phase mit passablen bis guten Spielen, aber unbefriedigenden Ergebnissen von November bis Januar. Eine schwache Episode im Februar, wo wir zurecht wenig Punkte geholt haben. Und ein Schlusskapitel ab März, in dem wir uns wieder stabilisieren konnten. Aber es stimmt, der jüngste Eindruck bleibt kleben.

Und so richtig versöhnlich war der Saisonabschluss ja auch nicht …

Stilz: Ich hätte mir auch einen Sieg im letzten Heimspiel gegen Heidenheim gewünscht und einen Punkt in Bremen. Es ist mir aber wichtig zu betonen, dass wir eine realistische Bewertung vornehmen müssen. Wir können nach wie vor, mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln, keinen Gegner in der Zweiten Bundesliga an die Wand spielen. Das wird auch nächste Saison nicht der Fall sein.

Wir können nach wie vor keinen Gegner in der Zweiten Bundesliga an die Wand spielen.

Jahn-Sportchef Roger Stilz

Wer sich mit dem Zweitliga-Fußball auseinandersetzt, der weiß, dass wir uns in einer höchst kompetitiven und ausgeglichenen Liga befinden. Auch Mannschaften wie Werder Bremen oder Schalke sind nicht einfach so durchspaziert. Jeden einzelnen Punkt müssen wir uns hart erarbeiten, es entscheiden viele, kleine Momente. Wir kennen unseren eigenen Etat, der bewegt sich im untersten Fünftel der Liga.

Jahn-Sportchef Roger Stilz erläutert im Interview mit OberpfalzECHO seine Fußball-Philosophie. Bild: SSV Jahn

Als Erklärung für die beiden konträren Saisonverläufe haben Sie weitgehend das Narrativ von Christian Keller übernommen: Aufteilung der Phasen, Kritik, die Zweite Liga als zu selbstverständlich zu nehmen. Aber wenn man nach 28 Punkten in der Hinrunde gesagt hat, jetzt nur nicht durchdrehen, darf man nach 12 Punkten in der Rückrunde doch auch fragen: Potz Blitz, was war da los?

Stilz: Ich glaube, es ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Die fußballerischen Daten als Beispiel sind hierbei als Punkt zu nennen. Da stellen wir einen deutlichen Einbruch bei den geschossenen Toren, nicht aber bei den herausgespielten Torchancen fest. Andere Parameter wie Sprint-Anzahl, Gegentore oder Laufleistung waren nicht schlechter als in der Hinrunde. Absurderweise gewisse sogar besser.  

Alex Meyer und Max Besuschkow träumten schon in der Winterpause von der Bundesliga. Könnte es sein, dass manche Spieler in Gedanken schon bei neuen Vereinen und höheren Weihen schwebten und nicht mehr so fokussiert waren?

Stilz: Was die Spieler und ihre Zukunftsgedanken anbetrifft, da haben sicherlich andere Vereine ähnliche Thematiken. Viele entwickeln sich bei uns weiter, beide Seiten profitieren davon und dann ist es auch selbstverständlich, dass sich der ein oder andere Spieler den bekannten nächsten Schritt wünscht. Natürlich ist der Wunsch nach Stabilität da. Nach Eckpfeilern, die uns womöglich etwas länger erhalten bleiben.

Wenn es leicht wäre, dann könnte es jeder.

Jahn-Sportchef Roger Stilz

Aber es ist nun mal so, dass Max Besuschkow zu Hannover 96 wechselt, die finanziell noch einmal ganz andere Mittel als wir haben. Auf der anderen Seite sind bestimmte Sachen auch gut zu Ende erzählt. Fakt ist, dass wir uns bis zu einem gewissen Grad immer wieder neu finden und die Lücken schließen müssen.

Ist das eines der Konstruktionsprobleme eines Underdogvereins, dass Spieler den Verein grundsätzlich als Durchlauferhitzer betrachten – und wenn ja, wie schafft man es, den Spielern zu vermitteln, dass es nur dann eine Win-Win-Situation geben kann, wenn sie sich die ganze Saison zu 100 Prozent fokussieren?

Stilz: Das ist unser Job, und der ist nicht immer leicht. Wenn es leicht wäre, dann könnte es jeder. Dann müsste man allen Spielern einmal sagen, dass sie sich bitte die ganze Saison zu konzentrieren haben, so dass dann auch die ganze Saison eine stabile Leistung rausspringt.

Aber etwas komplexer ist die Geschichte schon, ansonsten wäre Hertha BSC in der abgelaufenen Saison nicht in der Relegation gelandet. Mainz hätte sich demnach in der vergangenen Saison nicht im Abstiegskampf befinden dürfen. St. Pauli hätte dann ja dieses Jahr aufsteigen müssen und der FC Zürich hätte sich doch eigentlich mit der Konkurrenz aus Basel und Bern nicht Schweizer Meister nennen dürfen.

Hilft der Hinweis auf die missglückten Ambitionen als Spaßbremse, um Spieler ihre Möglichkeiten realistischer einschätzen zu lassen?

Stilz: Unter Umständen. Es zeigt sich ja, dass der Weg nach einem Abgang beim SSV Jahn nicht unbedingt weiter positiv verläuft. Aber es ist eben so, dass sich ein Verein, ein Trainerteam und auch die Spieler während einer Saison mit verschiedenen Einflüssen konfrontiert sehen. Jeder strebt nach mehr und hat unterschiedliche Interessen und Ziele.

Und die Aufgabe es ist, diese unterschiedlichen Interessen und Ziele zum einen realistisch zu betrachten und zum anderen eine Gruppe zu formen, die sich trotz der individuellen Ziele einer Sache, einer Haltung und einem gemeinsamen Ziel verschreibt. Es ist auch meine Aufgabe aufzuzeigen, was jeder einzelne erreichen, wie er sich bei uns entwickeln kann und welche Möglichkeiten und Bedingungen er beim SSV Jahn hat.

Wie haben wir uns das jetzt vorzustellen: 18 Zweitligavereine, von denen die meisten ein größeres Budget und bessere Perspektiven bieten, konkurrieren auf dem Fachkräftemarkt Fußball – wie gehen Sie jetzt konkret daran, die für den Jahn besten Schnäppchen zu ergattern? Wie ist da Ihr Netzwerk in Hamburg, Belgien, der Schweiz?

Stilz: Zum einen ist da tatsächlich ein Netzwerk in den vergangenen Jahren entstanden. Den Markt kenne ich in Deutschland und der Schweiz sehr gut, auch in Belgien habe ich ihn kennengelernt. Wir konzentrieren uns bei unserer Rekrutierung auf den deutschsprachigen Raum, punktuell schauen wir uns auch im Ausland um. Ich nenne solche Ideen „Farbtupfer“.

Über unser Netzwerk und das klassische Scouting haben wir einen Schattenkader für 2022/23 und auch schon 2023/24 zusammengestellt.

Jahn-Sportchef Roger Stilz

Über unser Netzwerk und das klassische Scouting haben wir einen Schattenkader für 2022/23 und auch schon 2023/24 zusammengestellt, in dem wir auf jeder Position mehrere Wunschspieler haben. Und dann schauen wir, wer zu uns passen könnte und was machbar ist. Dann versuchen wir die Spieler und auch deren Umfeld zu überzeugen, zu uns zu kommen. Unter Umständen finden wir bei solchen Gesprächen aber auch eine ganz andere Person vor, als die, die wir uns vorgestellt haben. Es ist ja nicht immer so, dass nur wir wollen. Beide Seiten müssen ein gutes Gefühl haben.

Wie weit sind Sie da schon bei den Gesprächen?

Stilz: Wir beschäftigen uns mit der Torwart-Position, welche wir mit Dejan Stojanovic geschlossen haben. Zudem mit dem zentralen Mittelfeld, einem linken Außenverteidiger, den beiden Flügelpositionen und auch dem Angriff.

Und da sind Sie bei den Verhandlungen schon so optimistisch, Ihre Wunschkandidaten zu bekommen?

Stilz: Das wird sich zeigen. Wir sind täglich im Gespräch und guter Dinge, zu guten Abschlüssen zu kommen.

Torhüter Dejan Stojanovic wechselt nach Regensburg. Bild: SSV Jahn

Als Schweizer sprechen Sie wahrscheinlich auch Französisch und Italienisch – wäre die romanische Region auch eine Option?

Stilz: Französisch spreche ich sehr gut, Italienisch nur rudimentär. Aber so weit sind wir noch nicht, und würde aktuell auch nicht zu uns passen.

Gibt es für Sie ein Role-Model, einen Verein, den Sie als Vorbild betrachten?

Stilz: Grundsätzlich gehen wir als SSV Jahn unseren eigenen Weg, mit unserer eigenen Identität und Ausrichtung auf den unterschiedlichen Ebenen. Dennoch lassen sich hier viele Vereine aufzählen, deren Weg ich gerne mag, weil eine große Identität, eine DNA zu erkennen ist. Die Geschichte des SC Freiburg finden viele sehr gut. Ich auch.

Trotzdem wird die Legende des kleinen SC Freiburg, der mit geringen Mitteln die Großen in die Schranken weist, meiner Meinung nach zu großgemacht. Der SC Freiburg hat gerade den Nationalspieler Matthias Ginter von Gladbach verpflichtet. Schalke hat beispielsweise eine immense Kraft und Potenzial. Mainz hat zu seinem schnellen Umschaltspiel zurückgefunden. St. Pauli oder auch Bremen haben ihre eigene Energie.

Hat die Vereinsstruktur im Profifußball eine Zukunft?

Stilz: Ich bin ein Verfechter der 50+1-Regel und finde grundsätzlich, dass die meisten deutschen Vereine ihre eigene DNA, ihre eigene Fankultur und eine relativ klare Ausrichtung haben. In Deutschland werden die Farben und Trikots über Generationen weitergegeben, das ist in der Schweiz beispielsweise bei weitem nicht so ausgeprägt. In Belgien wiederum sind rund 80 Prozent der Clubs keine Vereine mehr, sondern Investorenmodelle.

Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen.

Jahn-Sportchef Roger Stilz zitiert Ciceros Leitspruch

Ich finde schon, dass der Fußball auch stets das Ziel haben sollte, eine verantwortungsvolle Rolle in der Gesellschaft zu übernehmen. So, wie wir als Verein agieren, geben wir auch Fans, Sponsoren und Jugendlichen eine Haltung mit, wie wir über das Leben, unser Land und die Gesellschaft denken.

Wie würde für Sie in der besten aller Welten Ihre Zeit in Regensburg rückwirkend verlaufen sein?

Stilz: Auf jeden Fall so, dass wir zum einen sportlich eine erfolgreiche Zeit hatten, mit einer Art und Weise des Spiels, die den Fans Freude bereitet hat. Aber zum anderen auch mit einem Auftreten, einer Kultur und Identität des SSV Jahn, die ich zusammen mit dem Cheftrainer, dem kaufmännischen Geschäftsführer Philipp Hausner und all den Mitarbeitern und mit meinen eigenen Gedanken gemeinsam weiterentwickelt habe. Damit das gesamte Umfeld des Jahns weiterwächst – die Profis, die Jahnschmiede, die Haltung des Vereins, die Infrastruktur.

Wir möchten eine Kultur festigen, die das Gute beibehält und die auf den drei Begriffen, „bodenständig, ambitioniert und glaubwürdig“ beruht. Auf der anderen Seite werden wir auch beim Jahn der Dynamik und Entwicklung im Fußball Rechnung tragen müssen. Ich will sagen: Auch wir müssen immer offen dafür sein, neu zu denken. Erde und Fußball bleiben nicht stehen. Es ist alles in Bewegung.

Was könnte Ihr konkreter Beitrag dazu sein?

Stilz: Meine eigene Note, die ich hinzufügen möchte, das könnte ein Schuss Kreativität sein.

Zum Schluss noch eine Bitte an den Mann, der an die Kraft des Wortes glaubt: Haben Sie einen passenden Leitspruch, mit dem Sie der Spielphilosophie und Haltung des SSV Jahn diese persönliche Note verleihen wollen?

Stilz: Ich nehme Cicero: „Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen.“

Jahn-Sportchef Roger Stilz erläutert im Interview mit OberpfalzECHO seine Fußball-Philosophie. Bild: SSV Jahn

Zur Person: Roger Stilz

Roger Alexander Stilz: Geboren am 25. März 1977 im Kultur- und Wirtschaftszentrum der Ostschweiz, St. Gallen, wo er Kindheit und Jugend verbringt.

Stilz absolviert in der Schweiz die Ausbildung zum Grundschullehrer. Im Anschluss studiert er während seiner aktiven Fußballlaufbahn in Zürich und Hamburg Germanistik und Geschichte und schließt den Masterstudiengang 2007 ab. In der Folge arbeitete er neben seinem Engagement im Fußball von Hamburg aus auch als Werbetexter und Journalist (unter anderem für „Die Welt“ und „Welt am Sonntag“).

Seine fußballerische Karriere startet er 1994 im Alter von 17 Jahren beim damaligen Schweizer Drittligisten FC Rorschach. Er absolvierte rund 130 Zweitligaspiele in der Schweiz und sechs Europapokalspiele für den in der Schweiz antretenden Liechtensteiner Klub FC Vaduz. Mit dem FC Baden, dem SC Kriens und dem FC Vaduz spielt er um den Aufstieg zur höchsten Schweizer Liga.

2004 wechselt er nach Hamburg zum Altonaer FC von 1893, 2007 zum SC Victoria Hamburg, wo er seine Karriere beendet. 2008 wird er als erster Amateur zum besten Spieler des Internationalen Hamburger Hallenfußballturniers (Schweinske-Cup) gekürt.

In der Saison 2009/10 tritt Stilz als Spieler und Co-Trainer beim SC Victoria Hamburg an, in der Rückrunde der Saison 2011/2012 als Spielertrainer. Von 2007 bis 2013 leitet Stilz auch die Jugendabteilung des SC Victoria Hamburg. Unter seiner Leitung wächst die Abteilung von 10 auf 35 Teams. Der Verein wird 2010/2011 mit dem Uwe-Seeler-Preis ausgezeichnet.

2013/14 wechselt er als Co-Trainer zum Bundesligisten Hamburger SV. Er assistiert den Cheftrainern Thorsten Fink, Bert van Marwijk und Mirko Slomka.

Juni 2014: Stilz wird beim 1. FC Nürnberg Co-Trainer an der Seite von Valérien Ismaël. Beide werden im November 2014 entlassen.

Stilz absolviert anschließend den Fußball-Lehrer-Lehrgang an der Hennes-Weisweiler-Akademie, den er im März 2016 abschloss, und erwarb damit die UEFA-Pro-Lizenz.

Mai 2016: Stilz wird Sportlicher Leiter des Nachwuchsleitungszentrums des FC St. Pauli.

2021 wechselt er als Sportlicher Leiter zum belgischen Erstligisten Waasland-Beveren.1. Dezember 2021: Roger Stilz wird Geschäftsführer Sport beim Fußball-Zweitligisten SSV Jahn Regensburg.

Deine Meinung? Hier kommentieren!

* Diese Felder sind erforderlich.