SpVgg SV Weiden ist die Mannschaft der Stunde

Weiden. Fünfter Sieg in Folge perfekt: Am Freitagabend gibt es ein 1:0 (0:0) gegen den SC Eltersdorf. Ralph Egeter erzielt das Tor des Tages.

Von Stephan Landgraf

Die SpVgg SV Weiden lässt sich in der Fußball-Bayernliga derzeit einfach nicht stoppen und hat endgültig den Kontakt zur Spitzengruppe hergestellt. Die Mannschaft von Trainer Tomas Galasek setzte sich am Freitagabend vor 220 Zuschauern im Sparda-Bank-Stadion gegen den SC Eltersdorf mit 1:0 (0:0) durch, landete den fünften Sieg in Folge und beendete somit endlich die Negativserie von vier Niederlagen gegen die Mittelfranken.

Es war ein sehr schweres Match, aber unser guter Lauf hat uns siegen lassen. Das war richtig stark von uns,

freute sich der Weidener Trainer nach dem Schlusspfiff. „In der zweiten Hälfte hat sich meine Mannschaft deutlich gesteigert und wir waren einfach besser im Spiel. Uns hat der zweite Treffer gefehlt, daran müssen wir arbeiten“, so Galasek weiter.

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Foto: Dagmar Nachtigall

Baumgart „Wir hätten gewonnen“

Sein Eltersdorfer Pendant Hendrik Baumgart war nach dem 0:1 merklich angesäuert: „Wir haben eine tolle erste Halbzeit gespielt, in der wir leider kein Tor geschossen haben. Dann hätten wir sicherlich gewonnen.“ Weiden sei besser in die zweite Hälfte gekommen und hätte durch einen Standard das 1:0 erzielt. „Uns fehlt einfach das Quäntchen Glück und wir laufen in den letzten Partien immer einem Rückstand nach. Es kann jeder sagen, dass wir schön gespielt haben. Aber das bringt uns nicht weiter.“

Baumgart musste am Freitag in der Oberpfalz auf Christopher Uwadia (Achillessehnenriss), Marco Nerreter (Adduktorenzerrung), Tom Abadjiew (Mittelfußprobleme) und Tim Zessinger (Muskelfaserriss) verzichten, lediglich vier Auswechselspieler saßen auf der Bank. Ansonsten vertraute er auch angesichts mangelnder Alternativen auf die gleiche Aufstellung, die zuletzt zuhause gegen den Regionalliga-Absteiger FC Eintracht Bamberg 2:1 gewonnen hatte.

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Alle voll einsatzfähig

Die SpVgg SV um Coach Galasek konnte hingegen nahezu aus den Vollen schöpfen. Die Langzeitverletzten Tobias Plössner und Marco Kießling (beide Kreuzbandriss) fehlten ebenso wie Enis Saramati und Johannes Scherm. Der Weidener Chefanweiser sah ebenfalls keinen Grund, seine am Wochenende in Erlenbach mit 1:0 erfolgreiche Startformation zu ändern und schickte somit die gleiche Elf ins Rennen.

Die erwischte gegen die Mittelfranken, die sich ebenfalls nicht versteckten, einen sehr guten Beginn: Schon nach vier Minuten hatten die Schwarz-Blauen die erste Möglichkeit, doch der Freistoß von Matthias Heckenberger entschärfte SC-Schlussmann Rainer Hausner. Auf der Gegenseite setzte 120 Sekunden später aus spitzem Winkel Bastian Herzner seinen Versuch nach einem Ballverlust von Thomas Wildenauer am linken Pfosten vorbei, ehe sein Kopfball nach einer Ecke ebenfalls nur knapp vorbeisegelte (7.) und Josef Rodler aus zwölf Metern aus halblinker Position wiederum in Hausner seinen Meister fand (9.) – eine wirklich muntere Anfangsphase, in der es hin- und herging.

Herzner trifft nur Pfosten

Beide Teams versuchten dabei, das Mittelfeld mit langen Bällen in die Spitze zu überbrücken. Ein taktisches Mittel, mit dem sich die Eltersdorfer die etwas besseren Möglichkeiten erspielten, zumal die Gäste auch von einigen Fehlpässen der Galasek-Elf profitierten. Die beste Chance zum 1:0 hatte schließlich erneut Bastian Herzner, der ein ständiger Unruheherd war, in der 21. Minute, als er von Patrick Hagen mustergültig in Szene gesetzt wurde: Doch Herzners Hammer aus knapp 16 Metern klatschte nur an den Pfosten des Weidener Gehäuses.

Der endgültige Weckruf für die Mittelfranken, die vehement auf die Führung drängten und in der Folgezeit die etwas verunsichert wirkende SpVgg SV in deren Hälfte stellenweise einschnürte. Die Platzherren hatten vor allem mit dem aggressiven Forechecking des SCE so ihre liebe Müh und Not und fanden zu keinem Spielfluss. Allerdings konnte der SCE aus seiner optischen Überlegenheit kein Kapital schlagen, während die Weidener sich an der ebenfalls gut gestaffelten Abwehr der Gäste ausbissen. So blieb es nach 45 Minuten beim 0:0.

2. Halbzeit: SpVgg die bessere Mannschaft

In unveränderter Aufstellung gingen beide Teams in den zweiten Durchgang. Galasek hatte in der Kabine offenbar die richtigen Worte und Anweisungen gegeben, denn nach Wiederanpfiff nahm nach und nach die SpVgg SV das Heft in die Hand. So köpfte Ralph Egeter (50.) das Leder SC-Keeper Hausner in die Arme, ehe Wildenauer aus fünf Metern über die Latte zielte (54.) und Josef Rodler (58.) gerade noch abgeblockt wurde.

Weiden belohnte sich schließlich für seine Bemühungen: Bei einer Ecke von Heckenberger stieg Egeter am höchsten und nickte per Kopf zur diesen Zeitpunkt nicht unverdienten Führung ein (58.). Die Gäste hätten sich nicht über den zweiten Gegentreffer beschweren dürfen, doch Rodler (69.) und Stefan Graf (70.) sowie Wildenauer (80.) vergaben in aussichtsreichen Positionen.

Rot für Rodler

Die Gäste setzten in der Schlussphase schließlich alles auf eine Karte, erhöhten den Druck, bissen sich aber an der Weidener Abwehr die Zähne aus. Die SpVgg SV musste die letzten Minuten mit nur mehr zehn Mann über die Bühne bringen, da Rodler wegen wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz musste. Das tat sie mehr als geschickt, sodass Eltersdorf selbst in den drei Minuten Nachspielzeit nichts mehr gelang – der fünfte Weidener Sieg in Folge war dank einer enormen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang perfekt.

SpVgg SV Weiden – SC Eltersdorf 1:0 (0:0)

SpVgg SV Weiden: Forster – Paulus, Wendl, Schuster, Wildenauer – Riester, Wodniok (89. Hegenbart), Heckenberger, Graf – Rodler, Egeter.

SC Eltersdorf: Hausner – Lindner, Woleman, Köhler, Fuchs (74. Völker) – Hagen (86. Tajak), Goldammer (67. Janz), T. Herzner, Dotterweich – B. Herzner, Röwe.

Tore: 1:0 Egeter (58.).

Gelb-Rot: Rodler (83./SpVgg SV) wegen wiederholtem Foulspiel.

Zuschauer: 220.

Schiedsrichter: Johannes Hamper (Kulmbach).

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