Stadt und Landkreis wollen gemeinsames Berufsschulzentrum

Weiden/Neustadt/WN. Nachdem im vergangenen Jahr der Weidener Stadtrat und der Neustädter Kreistag einen einstimmigen Grundsatzbeschluss gefasst haben, unterzeichneten jetzt Landrat Andreas Meier und Oberbürgermeister Jens Meyer eine gemeinsame Absichtserklärung.

Landrat Andreas Meier (links) und Oberbürgermeister Jens Meyer (rechts) tauschen die unterzeichneten Absichtserklärungen aus. Foto: Theo Kurtz

Geht es nach dem Willen des Weidener Stadtrats und des Neustädter Kreistags, sollen zukünftig alle Berufsschüler aus Stadt und Land unter einem gemeinsamen Dach die Schulbank drücken. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Gremien einen Grundsatzbeschluss dazu gefasst. Bereits seit ein paar Jahren bereits wird über ein Neuorganisation der Berufsschullandschaft diskutiert.

Die Ausgangslage ist klar. Im Berufsbildungszentrum in Neustadt/WN gehen nur knapp 500 Schülerinnen und Schüler ein und aus. Mittlerweile gibt es dort auch keinen festen Schulleiter mehr. In der Max-Reger-Stadt hingegen müssen die mittlerweile 3300 Schüler noch stärker zusammenrücken. Doch im Gegensatz zu den Gebäuden in der Kreisstadt nagt an der Weidener Europaberufsschule der Zahn der Zeit. Die Sanierer müssten eigentlich anrücken.

OB und Landrat unterzeichnen Absichtserklärung

Landrat Andreas Meier und Oberbürgermeister (OB) Jens Meyer haben jetzt im Weidener Rathaus eine Absichtserklärung unterzeichnet und damit den Willen zu dem gemeinsamen Großprojekt dokumentiert. Denn bis die gemeinsame Bildungsstätte Realität werden kann, werden einige Jahre ins Oberpfälzer Land ziehen. „Ich hoffe, dass noch in dieser Legislaturperiode der Spatenstich vollzogen werden kann“, betont Meier. Und die dauert bekanntermaßen bis März 2026.

Bis dahin muss erst noch ein dicker Aufgabenkatalog abgearbeitet werden. Ein Raumprogramm muss erstellt, der Flächenbedarf ermittelt und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Außerdem soll ein eigener Berufsschulzweckverband aus der Taufe gehoben werden. Und schlussendlich braucht man ja auch ein passendes Grundstück. Wo gebaut werden soll, ist sowohl dem OB als auch dem Kreischef egal. „Wichtig sind in erster Linie eine zentrale Lage und eine gute Verkehrsanbindung“, betont Meier. Außerdem solle der Schulkomplex nicht irgendwo auf der grünen Wiese entstehen, sondern in eine Kommune integriert werden, findet Meier.

Neue Schule ein innovativer Lernort

Das gemeinsame Berufsschulzentrum wäre aus Sicht des Oberbürgermeisters wichtig, um die jungen Leute in der Region zu halten und ein Abwandern in die Ballungsräume zu verhindern. Für Landrat Meier hat das Projekt einen ähnlichen Stellenwert, wie einst die Ansiedlung der jetzigen OTH. Für den Weidener Rathauschef ist das Vorhaben ein Leuchtturmprojekt, für das Kreisoberhaupt eine „Investition in die Zukunft.“

Beide setzen sich dafür ein, dass nicht bloß ein neues großes Gebäude hochgezogen wird. „Es soll ein innovativer Lernort werden, in dem die Digitalisierung Einzug halten wird und vielleicht auch neue Berufsbilder entstehen“, erläutert der Landrat. Ein Ansatz, der zusätzliche Fördergelder in die die Haushaltskasse spülen könnte. Denn soviel ist klar: Es wird richtig teuer. Andreas Meier rechnet mit Baukosten von 100 Millionen Euro. Für ihn steht fest: „Wenn wir es nicht finanzieren können, müssen wir es bleiben lassen.“

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