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Stadtmarketing, City-Gutscheine und Barrierefreiheit: So will SPD Weiden attraktiver machen

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Weiden. Nach Fachgesprächen aus der Reihe „Fraktion im Netz – unsere Innenstadt in und nach Corona“ bringt die SPD-Stadtratsfraktion Ideen auf den Tisch, mit denen sie die Innenstadt attraktiver machen will. Dazu zählen strategisches Stadtmarketing, City-Gutscheine und Barrierefreiheit. Außerdem soll die WLAN-Abdeckung in der Stadt Weiden ausgeweitet werden. 

Weiden habe zwar die WLAN-Abdeckung vor allem in der Innenstadt ausgebaut, zusätzlich seien in Zukunft aber auch weitere Gebiete abzudecken. "Vor allem Orte der Freizeit und von öffentlichem Interesse, sollten möglichst zeitnah berücksichtigt werden", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Richter.

Deshalb fordert die SPD von der Stadtverwaltung die Möglichkeit zu prüfen, Stadtbad, Schätzlerbad und Max-Reger-Park (Pavillon und Spielplatz/Sportplatz) über Bayern WLAN oder eine günstige Alternative anzubinden. In der Stadtratssitzung am 17. Mai will Stadtrat Florian Graf dazu sprechen.

Strategisches Stadtmarketing

In Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Einzelhandel und Wirtschaft sei aus Sicht der SPD deutlich geworden, dass es in Weiden zahlreiche Initiativen und Ansätze zur Vermarktung städtischer sowie privatwirtschaftlicher Aktivitäten gibt. Darüber hinaus existieren diverse Leitbilder, die im Rahmen der einzelnen Marketingaktivitäten zum Einsatz kommen.

"Ein einheitliches Auftreten im Sinne eines strategischen Stadtmarketings bzw. einer gesamtstädtischen Markenbildung findet jedoch noch nicht statt. Dies wird von den Akteuren als gewichtiges Defizit empfunden, sodass hier Handlung- und Optimierungsbedarf besteht", sagt Richter.

"Initiativen stärker bündeln"

Zur weiteren Positionierung der Stadt Weiden als Handel- und Dienstleitungszentrum der nördlichen Oberpfalz erscheine es nach Meinung der Fraktion erfolgsversprechend, gerade auch im Hinblick auf die durch die Pandemie bedingten wirtschaftlichen Folgen, die vorhandenen Initiativen stärker zu bündeln und in einem strategischen Stadtmarketing-Konzept aufgehen zu lassen.

Der SPD-Antrag zur Stadtratssitzung: Die Verwaltung soll Bericht über die bestehenden Aktivitäten und konzeptionellen Ansätze im Bereich Markenbildung bzw. strategisches Stadtmarketing ablegen, aufbauend auf diesen Grundlagen in Kooperation mit einschlägigen Akteuren ein strategisches Stadtmarketing entwickeln, das sowohl aus einer langfristigen Vision und Markenbildung als auch einer entsprechenden Operationalisierung der langfristigen Ziele bestehen soll. In einem dritten Schritt soll auf der konzeptionellen Basis die organisatorische Umsetzung sowie die Aufgabenverteilung unter den Akteuren festgelegt werden. Alle Aktivitäten sollten dabei unter einem Dach „Strategisches Stadtmarketing“, das beispielsweise als Schnittstelle zwischen Wirtschaftsförderung und Stadtmarketingverein angelegt ist, koordiniert werden. Zur näheren Begründung will Richter selbst mehr ausführen.

Bald City-Gutschein-System?

Aus Sicht der Sozialdemokraten seien nach monatelangem Lockdown Gastronomie, Dienstleister und Einzelhandel in der Innenstadt an den Rand der Existenz gekommen. "Es drohen ein Ausbluten der Innenstadt und damit ein enormer Bedeutungsverlust als zentraler Standort des tertiären Sektors", so Richter. Um dies zu verhindern, sei es notwendig, wieder Kundenfrequenz und Kaufkraft in die Innenstadt zu bringen.

"Ein Instrument hierfür kann die Einführung eines City-Gutschein-Systems sein, wie es in vielen anderen Städten schon erfolgreich im Einsatz ist. Das System sollte so angelegt sein, dass möglichst viele Betriebe aus verschiedenen Branchen, insbesondere auch Filialisten, ohne größere Investitionskosten mitmachen können. Vorbild hierfür könnte zum Beispiel das Neumarkter-Karten-Modell sein", erklärt der Fraktionssprecher und stellt daher den Antrag, dass die Stadt Weiden den Stadtmarketing Verein Weiden e.V. mit der Einführung eines City-Gutschein-Systems beauftragt. Die notwendigen Mittel für Einführung und Betrieb soll die Stadt aufbringen.

Barrierefreiheit Altstadt Weiden

Auch was die Barrierefreiheit in Weiden angeht, gebe es vor allem in der Altstadt nachbesserungsbedarf, wie Richter erklärt. Der Freistaat Bayern hat sich zum Ziel gesetzt, den öffentlichen Raum sowie den ÖPNV bis 2023 barrierefrei zu machen. Dazu wurde auch das Sonderinvestitionsprogramm „Bayern barrierefrei 2023“ aufgelegt, hierzu werden Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum gefördert.

"Die Stadt Weiden ist seit dem Jahr 2009 bestrebt die Barrierefreiheit, insbesondere im Bereich der Altstadt, zu verbessern. Eine flächendeckende Barrierefreiheit ist aber noch nicht erreicht, so dass hier weiter Handlungsbedarf besteht", erklärt Richter. Das jetzt vorgelegte Gutachten „Barrierefreie Innenstadt – Weiden für Alle!“ biete verschiedene Varianten und Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit im Bereich der Innenstadt an und könne somit Grundlage für eine weitere Verbesserung der Zugänglichkeit der Innenstadt sein.

Pläne bis 2023

Die Stadtratsfraktion fordert zur zügigen Umsetzung dieser Planungen bis 2023: Das Gutachten „Barrierefreie Innenstadt – Weiden für Alle!“ in einem ersten Schritt im Bau- und Planungsausschuss vorzustellen, um zu beraten, eine Planungsvariante für die barrierefreie Umgestaltung des Oberen und Unteren Marktes zu favorisieren, sowie eine Gewichtung und Reihenfolge der weiteren Einzelmaßnahmen zu ermitteln. Das Vorhaben außerdem bei einer Bürgerversammlung vorzustellen und zu erörtern.

Nach Entscheidung für eine Variante für Umgestaltung des Oberen und Unteren Marktes sowie die Reihenfolge der Einzelmaßnahmen soll die Kämmerei Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten im Finanzausschuss darstellen. Zur besseren Entscheidungsfindung bei der Frage nach der Ausbildung des künftigen Belags (unter anderem Plattenaustausch oder Abschleifen des vorhandenen Belags) könne aus Richters Sicht die Verwaltung eine Auswahl realisierter Beispiele vorschlagen, die als Referenz vor Ort begutachtet werden können.

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