Stefan Ziegler präsentiert Finanzminister Füracker die Vision von der Stadt aus Holz

Plößberg. Albert Füracker ist schwer beeindruckt: Beim Blick auf die Baumstämme, die vor der Fassade am Hauptsitz der Ziegler Group in den Himmel ragen, sagt der bayerische Finanzminister: „Das Gebäude ist eine Sensation.“

So weit man sieht, viel Holz: Bayerns Finanzminister Albert Füracker (rechts) zu Besuch am Hauptsitz von Stefan Zieglers Firmengruppe. Bild: Jürgen Herda

Finanzminister Albert Füracker ist erstmals zu Besuch bei Stefan Ziegler, Geschäftsführer des Plößberger Holzriesen. Doch nicht nur das Verwaltungsgebäude der Ziegler Group, vom Architekturbüro Brückner & Brückner imposant inszeniert und mit gleich zwei Preisen des renommierten Awards für Marketing + Architektur im schweizerischen Bern ausgezeichnet, begeistert den Oberpfälzer CSU-Bezirksvorsitzenden.

Weit mehr als ein Sägewerk

„Ich habe heute Stefan Ziegler und sein Unternehmen en detail kennengelernt, und bin bass erstaunt, was junge Unternehmer in unserer Region auf die Beine stellen.“ Er habe mit dem Namen Ziegler bisher vor allem das Sägewerk verbunden. Nach der Präsentation des Firmenchefs stellt Füracker fest: „Da steckt viel mehr dahinter – ein innovatives Gesamtkonzept, das Holz vom Rohstoff bis zum veredelten Endprodukt beinhaltet.“

Die Strategie hinter dem Unternehmen: Ziegler will eine Bauwende hin zum Holzbau anstoßen, um auf diesem Sektor einen relevanten Beitrag zur Senkung des Treibhauseffekts und zum Klimaschutz zu leisten. „Man wird auch künftig nicht alles in Holz bauen“, schränkt Füracker ein, „aber im Holzbau ist auf jeden Fall alles möglich – sogar Hochhäuser.“

Modellprojekt „Seepromenade Kemnath“

Ziegler hatte dem Minister zuvor seine Vision präsentiert. „Es ist an der Zeit, nachhaltig mit Holz auch in die Höhe zu bauen“, sagt Ziegler, der am liebsten großflächig Holz als Alternative im Siedlungsbau einsetzen würde, zu OberpfalzECHO. Allerdings: „Wenn wir immer mehr mit Holz bauen, wird auch dieser nachwachsende Rohstoff knapp“, blickt er voraus. „Wir können ein Produkt entwickeln, bei dem wir den Holzverbrauch halbieren.“

Das Bauprojekt Seepromenade in Kemnath etwa bietet Ziegler eine Gelegenheit, die hölzerne Stadt in allen Spielarten durchzudeklinieren: Miets-, Reihen- und Einfamilienhäuser, Villen, ein Hotel, Gewerbebauten und ein abbaubares Parkhaus. „Das nachhaltige Baumaterial Holz wird in einer kunststofffreien, diffusionsoffenen Wand verbaut“, erklärt der Investor. „Damit ist garantiert, dass keine chemischen Konservierungs- und Lösemittel Biozide oder Zusätze das Raumklima negativ beeinflussen.“

Holzbau für die Ewigkeit: Ein Modell für die Bauwende in Holzbauweise ist das Ziegler-Projekt in Kemnath. Grafik: Ziegler Group

Städtebau Projekt „Neues Leben an der Seepromenade Kemnath“

  • Areal: Gelände des ehemaligen Brauhauses in zentraler Innenstadtlage unter Einbeziehung des Sportgeländes und anderer Flächen.
  • Auf insgesamt 4,6 Hektar soll eine großflächige Innenstadtverdichtung erfolgen.
  • Im Rahmen eines Brachenprogramms sollte das Areal städtebaulich neu geordnet werden. 
  • Abriss und Altlastenbeseitigung erfolgte 2012/13. 
  • Ziel ist die Auflösung von Konfliktpotenzialen zwischen Gewerbe, Sport- und Wohnnutzung sowie die naturnahe ökologische Entwicklung entlang des Fallbachs, des Gebiets links des städtischen Sees sowie eine fuß- und radläufige Verbindung als Brückenschlag.
  • 2019/20 bekommt das Planungsbüro UmbauStadt aus Weimar den Zuschlag für den städtebaulichen Entwurf – Grundlage für eine dreimonatige Bewerberphase mit vier Bewerbern.
  • In der Vorprüfung entschied sich eine 12-köpfige Jury einstimmig für den Entwurf der Ziegler Group, der der Stadtrat ebenso einstimmig folgte.

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