Stromsparen bei Straßenlaternen: “An die Sicherheit darf es nicht gehen”

Weiden. Die Stadt Wasserburg schaltet von Mitternacht bis 5 Uhr die Straßenbeleuchtung komplett ab. Sie spart damit nach eigener Auskunft 15.000 Euro im Jahr ein. Geht da in Weiden auch noch etwas?

Straßenbeleuchtung Laterne Licht
Eine Straßenlampe. Foto: Pixabay

Das wollten die Grünen im Hauptverwaltungsausschuss des Stadtrats wissen. Ihr Antrag: “Sparmöglichkeit durch gezieltes Straßenlampen-Management”. Das Modell Wasserburg “wollen wir natürlich nicht”, rückte Vorsitzende Laura Weber zurecht. “An der Sicherheit darf es nicht ausgehen.”

Aber möglicherweise könne an Ausfallstraßen das Licht nachts stundenweise abgeschaltet werden. Im Antrag heißt es: “Könnte man in Teilbereichen mit Bewegungsmeldern arbeiten? Kann man jede zweite Lampe ausschalten, die Anzahl der Leuchtmittel in einer Leuchte reduzieren oder schwächere Leuchtmittel einsetzen?”

Schon beachtliche Einsparungen durch LED

Rechtsdezernentin Nicole Hammerl hatte dazu Informationen aus dem Tiefbauamt eingeholt. Demnach ist Weiden längst auf einem vorbildlichen Weg. So seien bis dato im Rahmen des Klimaschutzkonzepts bereits 70 Prozent der Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt worden. Mit bemerkenswertem Ergebnis: “Wir konnten den Stromverbrauch von 3 Millionen Kilowattstunden auf 1,35 Millionen senken.”

Nicole Hammerl wies daraufhin, dass man als Oberzentrum eine andere Funktion als eine Wohngemeinde habe. “Die Erwartungshaltung ist von daher auch eine andere als in einem Dorf.” Sie schlug vor, mit der Umstellung auf LED – wie geplant – fortzufahren. Für 2024 sind noch einmal 500.000 Euro für die Umstellung der Straßenbeleuchtung im Haushalt eingestellt.

Jede zweite Lampe aus? Hell- und Dunkelzonen gefährlich

Eine gänzliche Abschaltung von Straßenzügen, jeder zweiten Leuchte oder der Einsatz von
Bewegungsmeldern werde – unabhängig von der im Altbestand technisch schwierigen Umsetzung – “auch aus Gründen der Sicherheit” von der Verwaltung nicht empfohlen. Die entstehenden Hell- und Dunkelzonen und der ständige Wechsel zwischen diesen führe zu einer allgemein schlechteren Wahrnehmung aller Verkehrsteilnehmer.

Die neuen LED-Einheiten verfügen zudem bereits über eine autarke Nachtabsenkung um 50 Prozent. Diese reduziere die Leuchtstärke und damit den Energieverbrauch, biete aber in den Nachtstunden noch eine ausreichend durchgehende Beleuchtung des Verkehrsweges.

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