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Stromtrasse Ostbayernring: Die wichtigsten Fragen & Antworten

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Parkstein. Der geplante Ausbau des Ostbayernrings beschäftigt weiter die Gemüter. Während der Netzbetreiber Tennet die Planungen für den Ersatzneubau wegen der Energiewende vorantreibt, stößt die Erweiterung auch auf Protest. Die Bürgerinitiative "Neustadt/Weiden gegen die Stromtrasse" etwa sieht grundsätzlich keine Notwendigkeit für neue Stromleitungen, am Donnerstag protestierten etwa 150 Menschen in Parkstein bei einer Tennet-Infoveranstaltung.

Wir haben die wichtigsten Fragen & Antworten zum Ostbayernring zusammengestellt.

Ostbayernring geplanter Verlauf Der geplante Verlauf des Ostbayernrings in Landkreis Neustadt (Quelle: Tennet)

1. Was ist der Ostbayernring überhaupt?

Die rund 185km lange bestehende Stromtrasse führt von Redwitz in Oberfranken über Etzenricht bis nach Schwandorf (siehe Karte). Gebaut wurde die Wechselstromtrasse in den 1970er Jahren und hat nichts mit den aktuell geplanten Gleichstromleitungen ("Stromautobahnen") von Nord- nach Süddeutschland zu tun. Außer...: siehe Punkt 7.

2. Warum ist ein Neubau nötig?

Durch die Energiewende und die Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerken bis 2022 sowie die Stillegung der Kraftwerke etwa in Arzberg oder Schwandorf sieht der Gesetzgeber einen Bedarf für höhere Leitungskapazitäten. Tennet will damit auch künftig die Versorgungs- und Ausfallsicherheit des Stromnetztes sicherstellen.

Die Trassengegner bestreiten diesen höheren Bedarf.

3. Wie wird der Ersatzneubau ablaufen?

Eine Erweiterung der bestehenden Masten etwa um zusätzliche Leitungen ist aus statischen und technischen Gründen nicht möglich. Daher werden neue Masten weitgehend parallel im Abstand von etwa 60m zur bestehenden Trasse gebaut (geplanter Baubeginn: 2018). Nach Fertigstellung der neuen Trasse (geplant für 2020) werden die alten Masten rückgebaut.

4. Wie hoch werden die neuen Masten?

Etwas höher als die aktuellen Masten: Tennet spricht von "60-70 Metern" Höhe, die bisherigen Masten sind rund 60m hoch.

5. Was sind die Hauptproblemstellen in unserer Region?

  • Die Stadt Windischeschenbach ist in den letzten Jahrzehnten nahe an die Trasse herangewachsen, so dass dort eine parallel verlaufende neue Trasse kaum möglich ist.
  • Eine Variante der neuen Trasse führt durch das Naherholungsgebiet Sauerbachtal, was bei vielen Bürgern auf heftigen Protest stößt.
  • Die Verschiebung der Trasse bringt andernorts aber auch Vorteile, in Parkstein etwa rückt die Trasse gut 250m weiter vom Ort weg.

6. Ist der Zeitplan realistisch?

Nein. Bereits jetzt gibt es Verzögerungen von etwa einem halben Jahr. Durch zu erwartende Einsprüche und Klagen etwa von betroffenen Grundstückseingentümern wird sich der Zeitplan mit Fertigstellung 2020 wahrscheinlich nochmal verzögern. Vor allem aber: siehe Punkt 7.

7. Alles kommt ganz anders, wenn...

... wenn zu der geplanten Erweiterung des Ostbayernrings noch Leitungen für die "Stromautobahn" von Nord- nach Süddeutschland dazu kommen. In Berlin sind Überlegungen im Gange, die umstrittene Gleichstromleitung ("Monstertrasse") quasi auf den Ersatzneubau des Ostbayernrings aufzusatteln. Wenn das passieren würde, wären alle bisherigen Planungen Makulatur. Das gesamte Verfahren müsste planerisch und technisch quasi bei Null beginnen. Gleich- und Wechselstromleitungen zusammen auf einem Masten zu führen hat bisher noch niemand erprobt.

Wenn der Bundestag dieser Kombination zustimmen würde wären zehn oder mehr Jahre Verzögerung sowie weitere und wahrscheinlich deutlich schärfere Proteste nicht unrealistisch.

Tennet-Info in Parkstein Netzbetreiber Tennet informierte in Parkstein zum Ostbayernring (Bild: OberpfalzECHO)

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