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Stromtrasse unter Fischteichen

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Störnstein. Der Bau der Stromtrasse stellt den Fortbestand der Fischzucht von Michael Siller in Frage. Ein aktueller Trassenvorschlag läuft mitten durch das Quellgebiet der Weiheranlage unterhalb des Fußballplatzes. Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht kämpft indes weiter für die Prüfung der Grünstreifenvariante.

Von Benedikt Grimm

Fischzucht Siller Störnstein MdB Albert Rupprecht Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht machte sich bei Teichwirt Michael Siller mit Tochter Eva ein Bild von den möglichen Auswirkungen der Stromtrasse. Ein aktueller Vorschlag von Tennet sieht eine Unterquerung der Weiher im Bildhintergrund vor.

Ein Trassenvorschlag sieht sogar eine Unterquerung der Weiheranlage vor. Für den Nebenerwerbsteichwirt stellt sich die Frage, ob überhaupt noch genügend Wasser in seinen Teichen ankommen würde, wenn das Quellgebiet aufgebaggert und neu verfüllt würde. Auch wenn der Wasserfluss bestehen bliebe, fürchtet Siller eine Erwärmung der Wassertemperatur durch die Stromkabel. Gerade für empfindliche Fische wie die Forelle wäre das fatal.

Energiewende ohne Stromtrassen nicht zu schaffen

An der Notwendigkeit des Südost-Links hegt Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht aber keine Zweifel. Anders sei die Energiewende nicht zu schaffen und die fehlende Energie der abzuschaltenden Atomkraftwerke nicht zu kompensieren.

Es wird in der Kürze der Zeit nicht gelingen, in jedes Haus Speichertechnologie für zehn bis 15.000 Euro einzubauen oder 50 neue Pumpspeicherkraftwerke zu errichten,

machte Rupprecht den Umfang der Maßnahmen deutlich, die als Alternative zur Gleichstromtrasse erforderlich wären. Perspektivisch sei die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien vor Ort sicher möglich, nicht aber in der notwendigen Geschwindigkeit. „Ich wollte den schnellen Atomausstieg nicht. Sicher gibt es bei der Atomkraft ein Restrisiko, ich halte aber das CO2-Problem für das drängendere“, sagte der Parlamentarier. Der schnelle Atomausstieg nach dem Reaktorunglück in Fukushima sei im Jahr 2011 aber der weitüberwiegende Wunsch der Bevölkerung gewesen. Jetzt müsse man dieser Situation zurechtkommen.

Weiter für Autobahnvariante kämpfen

Als beste Trassenvariante mit den geringsten Auswirkungen für Mensch und Natur sieht Rupprecht nach wie vor die Grünstreifenvariante entlang der Autobahn, die nicht ausreichend geprüft worden sei. Lockerlassen wolle er noch lange nicht. „Bei der Kaserne in Weiden hieß es sieben Jahre lang, dass sie geschlossen wird. Dennoch ist sie geblieben“, erinnerte Rupprecht an seinen beharrlichen und schließlich erfolgreichen Einsatz für den Erhalt der Ostmarkkaserne.

Langwieriges Entschädigungsverfahren zu befürchten

Sollte der Südost-Link tatsächlich auf der von Tennet vorgeschlagenen Trasse verlaufen, fürchtet Siller ein kompliziertes Entschädigungsverfahren. Gerade bei einem Teilausfall würde die Berechnung der Schadenshöhe schwierig, das Verfahren teuer, zeit- und nervenaufreibend. Schnelle Hilfe konnte der Abgeordnete freilich nicht leisten. „Es tut aber einfach gut zu wissen, dass sich Politiker Zeit für solche Anliegen nehmen und es einen kurzen Draht gibt“, freute sich Teichwirt Siller über den Besuch des Abgeordneten.

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