Straßen und Wege sind ein Problem in Tännesberg

Tännesberg. Bürgermeister Ludwig Gürtler brachte die Bürgerinnen und Bürger auf den aktuellen Stand aus dem Rathaus.

Die Maßnahmen für das
Die Maßnahmen für das „Haus der Biodiversität“ sind in vollem Gange. Foto: Josef Glas
Foto: Josef Glas
Foto: Josef Glas
Foto: Josef Glas

Nicht schlecht gestaunt haben die zwanzig Teilnehmer bei der für das Jahr 2021 nachgeholten Bürgerversammlung im „Sporthotel zur Post“ über die Zahlen und Maßnahmen des Marktes Tännesberg.

Viele Zahlen

Die statistischen Zahlen konnte Erster Bürgermeister Ludwig Gürtler rasch abarbeiten. So fanden elf Marktgemeinderatsitzungen statt, in denen 132 Beschlüsse gefasst wurden. Die Entwicklung der Einwohnerzahl ist leicht rückläufig von 1.499 im Jahr 2019 auf 1.470 Mitte 2021.

Aufgrund der vielen Investitionen, der größte Teil für den Kindergartenbau, verminderte sich der Kontostand von 1.720.871 Euro (Stand Ende 2020) auf 858.503 Euro (Ende 2021). Schulden hat der Markt Tännesberg jedoch keine.

Haus der Biodiversität

Mittlerweile ist die Baugenehmigung für das „Haus der Biodiversität“ erteilt. Die bisherigen Maßnahmen bedurften keiner Genehmigung. Bei den Folgekosten gibt es keine Förderung, klärte Bürgermeister Gürtler nach Anfrage. Diese stehen aber in keiner Relation zu den Investitionen mit dieser einmaligen Förderung.

Dem Vermögenszuwachs von rund 2,8 Millionen Euro stehen „nur“ eigene Kosten von ca. 285.000 Euro gegenüber. Es liege aber auch an den Tännesbergern daraus etwas zu machen. Konzepte seien da, sie müssten nur umgesetzt werden.

Problemkind Straßen

Ein Problem sind die Straßen und Wege. „Wir wissen nicht, wo wir anfangen und aufhören sollen“, so Gürtler. Bei der „Hinteren Gasse“ sind die Baumaßnahmen mittlerweile in vollem Gange. Nachdem es keine Förderung gibt und die sogenannten Ausbaubeiträge für die Anlieger abgeschafft wurde, bleiben die Kosten von etwa 410.000 Euro dem Markt.

Der einmal versprochenen „Ersatz“ dieser Kosten durch den Freistaat Bayern fällt eher dürftig aus. Die darin enthaltenen Kosten für Wasser- und Kanalarbeiten sind jedoch entsprechend umzulegen.

Der erste Abschnitt der „Oberviechtacher Straße“ mit 580.000 Euro und einer Förderung von 65 bis 75 Prozent ist nun für 2024 geplant. Weitere Maßnahmen wie beispielsweise der Gehweg zur Schule oder die „Hafnergasse“ hängen vor allem von der Finanzierbarkeit ab.

Gebäude und Friedhofsmauer

Die Planungen für die Verwendung der von der Gemeinde erworbenen Gebäude laufen und werden Zug um Zug umgesetzt. Für die Tagespflege ist der Bauplan zur Genehmigung eingereicht. Die Förderanträge sind im Laufen. Maßnahmen werden aber erst nach gesicherter Zusage der Förderungen durchgeführt.

Bei der auf Jahrzehnte angelegten Friedhofsanierung ist die untere Mauer ein akutes Problem. Um größeren Schaden zu verhindern, muss im Einvernehmen der Grundstückseigentümer eine Lösung für die Einsturzsicherung gefunden werden.

Grundstücke getauscht

Im Gewerbegebiet konnte im Tausch ein Grundstück erworben werden, das für eine weitere Ansiedlung zur Verfügung steht. Mit der Aufstellung des Pavillons und der Spielgeräte für Kleinkinder ist der Kinderspielplatz „Schloßberg“ fertiggestellt. Parkplätze wurden ebenso
angelegt.

Energiepolitik

Wind- und Solarenergie sind für die Stromversorgung ein wichtiger Bestandteil. So wurde der bestehende Solarpark um vier Megawatt erweitert. Für die restliche Fläche ist jedoch erst ein vorhabensbezogener Bebauungsplan erforderlich. Die Einspeisevergütungen seien profitabel. Bei den drei geplanten Windrädern ist Gürtler zuversichtlich, da die Windenergie von der Politik als besonders wichtig angesehen wird und die erforderlichen Genehmigungen beschleunigt werden sollen.

Mit dem Austausch der Holz- und Metallfenster, der Anbindung des Sonnenschutzes und der Dämmung der obersten Geschossdecken ist die energetische Sanierung der Schule abgeschlossen. Die 235 Brennstellen der Straßenbeleuchtung sind mit einem Kostenaufwand von rund 12.000 Euro auf LED umgerüstet. Aufgrund der Stromeinsparung ist die Investition nach rund vier Jahren amortisiert.

Zuverlässiger Winterdienst

Für einen zuverlässigen Winterdienst wurden die verrosteten Salzsilos ersetzt. Zum einen kann jetzt der gesamte Bedarf durch einen wesentlich kostengünstigeren Frühbezug eingelagert werden und zum anderen erfolgt die Beladung direkt in das Winterdienstfahrzeug. Ebenso war die Ersatzbeschaffung eines Traktors und eine Neuanschaffung erforderlich. Mit der entsprechenden Ausrüstung kann das Gerät universell eingesetzt werden.

Wasserversorgung

Die Wasserversorgung ist gesichert, beruhigte Bürgermeister Gürtler. „Die Bayerischen Staatsforsten leisten hier einen großen Anteil, da sich die Schutzgebiete im Staatsforst befinden und bei der Waldbewirtschaftung besonders Rücksicht genommen wird“, stellte Altbürgermeister Werner Braun fest. Ein neuer Wasserrechtsbescheid wird zurzeit erstellt
Der Mobilfunk wird flächenmäßig bald gedeckt sein.

Die Konzessionsausschreibung ist im Gange

Das Projekt Öko-Modellregion hat ihr Büro im Rathaus Tännesberg und ist künftig mit den Teilzeitbeschäftigten Cornelia Strigl und Kerstin Manner besetzt . Für die Ortsteile sind gesonderte Versammlungen geplant.

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