Tief „Emmerlinde“ wütet in der Oberpfalz: Erste Unwetter-Bilanz vom Freitagabend

Weiden/Amberg. Nach hochsommerlichen Tagen in Bayern hatte der Deutsche Wetterdienst für Freitag kräftiges Unwetter prognostiziert. Tief „Emmerlinde“ sorgte für Gewitter und Starkregen in der Oberpfalz mit Hunderten Einsätzen von Polizei und Feuerwehr. Auch im Bahnverkehr gibt es Einschränkungen.

Feuerwehrleute befreien das Dach der Kreuzbergkirche auf dem Axthaisberg bei Vilseck von einem umgestürzten Baum. Bild: David Trott

Besonders von Gewittern und Starkregen betroffen: Die Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN, Amberg-Sulzbach und Schwandorf sowie die Städte Amberg und Weiden. Häufig versperrten umgestürzte Bäume die Fahrbahnen. Verletzte gebe es nach aktuellem Stand nicht.

180 Notrufe bei der ILS Weiden

Die Integrierte Leitstelle Weiden verzeichnete 180 Notrufe – 86 aus dem Landkreis Neustadt, 31 aus Weiden, 63 aus dem Landkreis Tirschenreuth. Die meisten Einsätze betrafen umgeknickte Bäume. Bei einem Unfall in der Nähe von Plößberg fuhr der Fahrer eines Pkw gegen einen Baum  – glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Zahlreiche Bäume auf den Gleisen sorgten im Raum Nürnberg am Freitagabend für erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr, twitterte DB Regio Bayern. Der S-Bahn Verkehr auf den Strecken Neustadt-Aisch-Steinach sowie Bad Windsbach-Wicklesgreuth musste komplett eingestellt werden.

120 Einsätze im Gebiet der ILS Amberg

Die Integrierte Leitstelle (ILS) Amberg verzeichnete 120 Einsätze wegen Windböen von West nach Ost mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. Königstein, Weigendorf, Edelsfeld, Neukirchen, Hahnbach, Sulzbach-Rosenberg, Illschwang, Hirschau, Freihung und Vilseck standen im Fokus.

Fehlalarm bei der Hirschauer Feuerwehr: Sie rückte zur Unterstützung wegen eines angeblichen Dachstuhlbrandes nach Weiherhammer (Landkreis Neustadt/WN) aus. Etliche Haushalte verzeichneten Stromausfall, Dachziegel wurden von einigen Dächern geweht. Gegen 20 Uhr zog das Unwetter nach Südosten Richtung Schwandorf und später Regensburg.

Holzhütte in Mittelfranken eingestürzt

Beim Einsturz einer Holzhütte wurden 14 Menschen im mittelfränkischen Spalt (Landkreis Roth) am Freitagabend nahe dem Großen Brombachsee verletzt, darunter mehrere Kinder. Eine 37-jährige Frau wurde laut Polizei mit schwersten Verletzungen in eine Klinik geflogen.

Mehrere Urlauber hätten in der rund 85 Quadratmeter großen Hütte vor dem aufziehenden Unwetter Schutz gesucht. Aus ungeklärter Ursache sei diese dann zur Seite gekippt und zusammengefallen.

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