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Tipps vom Parksteiner Investmentexperten: Wie retten wir unseren Wohlstand?

Parkstein. Pandemie, Krieg, Inflation, Klimawandel – die Krisen reißen nicht ab. Was ist noch sicher in einer Welt, in der nur eines sicher scheint: der permanente Wandel? Robert Beer, dessen internationaler RB LuxTopic-Flex Fonds mit dem Deutschen Fondspreis 2022 ausgezeichnet wurde, rät zur Gelassenheit.

Seit fast 30 Jahren ein erfolgreicher Vermögensverwalter: Der Parksteiner Investmentberater Robert Beer rät zur Gelassenheit. Bild: Jürgen Herda

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Von der Realität lässt er sich erst beeindrucken, wenn es fast zu spät ist. Das könnte man zumindest in puncto Finanzen meinen, wenn man dem Fondsmanager, Vermögensverwalter und Inhaber der Robert Beer Investment GmbH in Parkstein zuhört.

Von wegen, die Null-Zins-Politik hätte nun auch den Letzten davon überzeugt, dass das Sparkonto eine Geldvernichtungsanlage ist. „Die Zinsen sind seit 2015 auf null“, sagt Robert Beer, „dann hat es noch einmal fünf Jahre gedauert, bis Strafzinsen kamen und alle stöhnten.“

Festgeldanleger verlieren bis zu 7 Prozent

Typische Festgeldanleger hätten die Entwertung ihres Ersparten stoisch hingenommen. Einige hätten ihm verraten: „Wir haben uns nicht entscheiden können – mein Gott, dann ist halt ein halbes Prozent weg.“ Beer kann da nur den Kopf schütteln. „Nein“, habe er erwidert, „Sie vergessen den Kaufkraftverlust, da sind aktuell 6 bis 7 Prozent jährlich weg.“

Das Umdenken habe erst jetzt, bei stark steigender Inflation eingesetzt. „Der Mittelzufluss in die Aktienfonds ist beträchtlich“, sagt der Experte, „in den vergangenen zwei Jahren waren das nicht nur Großinvestoren, das geht schon auch in die Breite.“ Andere dagegen würden weiter abwarten, bis sich die Krisen legten. Kann man machen, ist aber nicht sehr schlau, meint Beer: „Dann kann der Einstieg schnell mal 30 Prozent mehr kosten.“

Eine stolze Galerie von Preisen für die Fonds der Robert Beer Investment GmbH. Bild: Alexander Müller

Ist der Aktienmarkt vor allen Krisen gefeit?

Gut, werden sich viele sagen, aber sind die Aktienmärkte wirklich vor allen kommenden Krisen gefeit? Und was war mit den Finanzkrisen der vergangenen Jahrzehnte, den Blasen der Neuen Märkte und Immobilien, dem Desaster um die Leman-Brothers, der Euro-Krise und dem Wirecard-Skandal?

„Schauen Sie“, sagt der gebürtige Parksteiner, „das ist meine Lieblingsgrafik – in den vergangenen 30 Jahren gab es die Asienkrise 1998, die 2000er-Euphorie und das Platzen der Dotcom-Blase, die Finanzkrise 2007/08, die Euro-Krise 2011, die China-Krise 2016, die Pandemie 2020, den Ukraine-Krieg 2022 – aber langfristig geht der Kurs des Index immer nach oben.“

Beers Analyse-Tool

Beer ist ein erfahrener Investmentprofi, kein Zweifel. Seit 30 Jahren beobachtet er die Märkte, zieht daraus Schlüsse und hat zusammen mit seinem Sohn und einem Parksteiner Mathematiker und Informatiker ein Programm entwickelt, das die Kursentwicklungen analysiert.

Aber bei allem Respekt: Reicht der Horizont von 30 Jahren, um zu garantieren, dass die Zeitenwende nicht ihre eigenen Gesetze schreibt? Wer garantiert uns, dass Russland nicht weiter eskaliert, die Klimakrise nicht beherrschbar ist und wir in die neue Dimension einer Weltwirtschaftskrise rutschen?

Kein weltpolitisches Kaffeesatzlesen

Der nüchterne Anlagestratege hält nichts vom weltpolitischen Kaffeesatzlesen, dem kurzfristigen Aktionismus der Broker an den Börsen, dem Hyperventilieren gieriger Anleger. „Viele machen sich Gedanken, welche Folgen globale politische Entwicklungen nach sich ziehen“, sagt Beer, „welche Branchen profitieren, welche Firmen verdienen, welche runtergehen.“ Keiner aber hat eine Glaskugel, in der man die Zukunft wirklich prognostizieren könne.

„Wir spekulieren nicht“, hält Beer dem postfaktischen Trend entgegen, „wir messen und investieren.“ Damit steht er in einer Linie mit der Renaissance naturwissenschaftlicher Methoden, die seit der Corona-Krise auch in der Politik wieder Einzug hielten. „Zukunftsforschung ist ein spannendes Unterhaltungsthema, aber keine faktenbasierte Entscheidungsgrundlage.“ Niemand habe prognostiziert, dass Weltmarktführer Nokia über Nacht den Anschluss verlieren, die Deutsche Bank aus dem Eurostoxx fliegen und die Commerzbank 95 Prozent ihres Werts verlieren würde.

ETFs als günstige Anlageform

Zu beobachten sei viel mehr, dass in immer kürzeren Abständen Rückschläge erfolgten, der Kurs dann aber langfristig schnell wieder nach oben gehe. Deshalb gelte grundsätzlich: „Diversifizieren ist immer eine gute Idee.“ Nach dem Motto: Das Eigenheim als Altersvorsorge, ein paar gute Fonds mit breiter Aktienstreuung als langfristige Sparanlage. Im Prinzip fahre man da mit sogenannten ETFs, (Exchange Traded Funds), börsengehandelten Indexfonds, die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt bündeln, als unerfahrener Anleger schon ganz gut.

Der Aktienindex MSCI World etwa bündelt die nach Börsenwert größten Unternehmen der Industriestaaten und erzielte damit seit 1975 eine durchschnittliche Rendite von rund 9 Prozent. Der Vorteil: „Man kann online bei einer Direktbank einen Sparplan erstellen und zahlt dafür so gut wie keine Gebühren“, erklärt Beer. Der Unterschied zu seinem Fonds: Die darin enthaltenen Papiere bleiben drin, egal ob sie an Wert gewinnen oder verlieren.

Aktiv gemanagt mit Augenmaß

Und hier kommt Beer ins Spiel: „In Fonds sollte man grundsätzlich langfristig investieren, aber Sie haben ja nicht 100 Jahre Zeit – der Anleger will wissen, was in 5 bis 10 Jahren ist.“ Als Vermögensverwalter sieht sich der Oberpfälzer da in der Verantwortung. „Unsere eigentliche Stärke ist, aus dem Spektrum von Aktien die etwas besseren Werte zu erkennen und die schlechteren herauszufiltern.“ Die Folge: „Bei der Pandemie erlebten erst einmal alle einen starken Absturz“, erklärt Beer, „bei den ETFs waren das aber im Schnitt 35 Prozent, bei uns nur 10.“

Wenn es dann wieder nach oben gehe, profitierten beide vom Aufwärtstrend: „Aber wir starten von einem deutlich höheren Niveau – ich traue mich zu behaupten, in 20 Jahren geht die Schere noch weiter auseinander.“ Allerdings genießen nicht alle aktiv gemanagten Fonds den besten Ruf. „Das Risikomanagement unterscheidet uns von vielen anderen“, sagt Beer. „Wir arbeiten mit Sicherungsgeschäften, die kosten Geld.“ Aber wenn etwas passiere, profitiere man davon. „Wenn es nach oben geht, sind wir deshalb nicht ganz so stark dabei.“

Ein kleines Vermögen für die Kinder

Genau das aber mache Investoren rasend. Fonds der Großen der Branche, wie die DWS Group, ein zur Deutschen Bank gehöriger, börsennotierter Vermögensverwalter, performen vielleicht besser, wenn es die nächsten zwei Jahre nur nach oben geht. „Aber der nächste Crash kommt bestimmt, und genau da werden die dicken Fische gefangen.“ So könne ein Oberpfälzer Investmentberater mit seinen Fonds in der Champions League mithalten.

Sagt nicht Beer, sondern die Jury, die den „Deutschen Fondspreis 2022“ verleiht. Die nämlich kam bei der exakten Auswertung über drei Jahre in zehn Kategorien zu dem Ergebnis, dass Beers RB LuxTopic-Flex Fonds in der Klasse mit 620 Fonds bis 100 Milliarden Euro gerade in dem schwierigen Pandemie-Zeitraum mit 101,5 Prozent eine bessere Performance ablieferte, als die der Top-Konkurrenten von Goldman Sachs, J.P. Morgan oder Carmignac und vielen anderen.

Und worin investiert der Vater dieses Erfolgs eigentlich selbst? „Wir investieren ausschließlich in unsere Fonds und haben Sparpläne für unsere Kinder abgeschlossen“, sagt Beer. „Hier kann jeder für sich oder seine Kinder langfristig ein kleines Vermögen aufbauen.“

Deutscher Fondspreis 2022

Mit dem Deutscher Fondspreis ausgezeichnet werden ausschließlich Fonds, die über einen Beobachtungszeitraum von fünf Jahren hinweg ein positives Ergebnis erwirtschaften konnten (Stichtag: 31. Oktober 2021).

Für die Berechnung werden zunächst alle potenziellen Siegerkandidaten anhand ihrer Ertrags- und Risikodaten gereiht. Die nach diesen Kriterien besten Fonds werden anschließend durch das Münchener Institut für Vermögensaufbau (IVA) auf Basis ihrer Anlagerichtlinien untersucht.

Geprüft wird, ob sie tatsächlich dank der Managerleistung Mehrwert in ihrer Anlagestrategie erzielen konnten oder ob sie lediglich aufgrund eines weiter gefassten Anlageuniversums besser abgeschnitten haben. Auf diese Weise werden Investmentfonds, die kein erkennbares Alpha erzielt haben, zurückgereiht – auch dann, wenn ihre Ertragsdaten besser sind als die anderer Fonds derselben Gruppe.

Um die eigentliche Managementleistung zu messen, wird bei der Fondsbewertung auf eine passgenaue Benchmark zurückgegriffen. Diese wird für jeden analysierten Investmentfonds individuell und rein quantitativ zusammengestellt. Darin sind systematische Risikoprämien im Allgemeinen bereits berücksichtigt.

So wird die Outperformance des Fonds gegenüber seiner künstlichen Best-Fit-Benchmark weitestgehend auf die tatsächliche Managementleistung reduziert. Da bei genauer Betrachtung jeder Fonds einzigartig ist, werden die drei erfolgreichsten Fonds einer Kategorie mit dem Prädikat „Herausragend“ versehen.

Allerdings ist es nicht immer möglich, die historischen Renditen mit einem passenden lndexportfolio genau zu modellieren. Daher werden die Fonds in diesen Fällen auf Basis ihrer absoluten Performance bewertet. Das betrifft in Teilen die Kategorie „Mischfonds Global Multi-Asset“.

Die Auszeichnungen in der Kategorie Nachhaltigkeit wurden mithilfe der Kennzahl EDA durch Mountain-View ermittelt. Die Abkürzung steht für Ethisch-Dynamischer Anteil und bezeichnet den Prozentsatz eines Fonds, der in nachhaltige Firmen investiert ist.

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