Tohuwabohu wird teurer

Weiden. „Es ist gerecht, dass Erzieherinnen und Erzieher mehr Lohn bekommen. Wir vertrauen ihnen ja auch unsere Kinder an“, findet Gisela Helgath von den Grünen. Deshalb müssen jetzt, mit den Gehaltserhöhungen auch die Gebühren für das Tohuwabohu erhöht werden. Ganz glücklich ist damit im Stadtrat trotzdem niemand. 

ToHuWaBoHu Weiden: Die Gebüren werden wohl bald steigen
ToHuWaBoHu Weiden: Die Gebüren werden wohl bald steigen

Von Yvonne Sengenberger

Laut gesetzlicher Vorgaben muss die Stadt die Kinderkrippe kostendeckend betreiben. Durch die Streiks der Erzieherinnen und Erzieher um bessere Gehälter im letzten Jahr und die darauf folgenden Gehaltserhöhungen, steigen logischerweise auch die Ausgaben für die Stadt als Träger des Hortes. Ein Teil der Kosten soll deshalb schon ab März auf die Eltern umgelegt werden. Der Elternbeirat wurde auch schon informiert, hier zeigten die Eltern scheinbar Verständnis, begrüßen die Erhöhung allerdings verständlicherweise nicht.

Dennoch betont Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, dass die steigenden Kosten nicht nur personalbedingt sind, sondern auch Sachkosten betreffen. „Vor vielen Jahren wurde das Tohuwabohu als tollstes Gebäude gefeiert. Aber welch riesiger Reinigungsbedarf da zum Beispiel dahinter steht, oder dass kein einziges Fenster der Norm entspricht, dass es zwar tolle Rückzugsecken für die Kinder gibt, dass Erzieherinnen da aber auch hinterher kriechen müssen, das alles wurde nicht bedacht“, so Seggewiß.

Tohuwabohu immer noch sehr beliebt

Dennoch, oder gerade deswegen ist das Tohuwabohu immer noch sehr beliebt bei den Eltern. Wobei auch in Zukunft weitere Probleme auf die Stadt zukommen werden. So kann der Keller von der Kinderkrippe aus brandschutztechnischen Gründen nicht mehr genutzt werden. Dafür muss eine Lösung gefunden werden. Denn Kindergartenplätze sind ohnehin Mangelware.

Die Preiserhöhung betrifft aber nicht nur die Eltern, die ihre Kinder ins Tohuwabohu schicken. Auch die privaten Träger von Kindergärten und Kinderkrippen müssen sich nach Ablauf einer Frist an die Preise der städtischen Einrichtung anpassen. Eine Erhöhung wäre ohnehin im September gekommen. Jetzt aber wird sie vorgezogen, um die Kosten weiterhin decken zu können.

15 Euro mehr bezahlen

Die Eltern müssen wohl 15 Euro mehr bezahlen, für Kinder im Kinderhort und -garten, in der Kinderkrippe werden wohl fünf Euro mehr fällig. Die Gebühren für das Mittagessen sollen gleich bleiben oder nur gering erhöht werden, um auch Kindern aus sozial schwächeren Familien, die Möglichkeit geben zu können, am Mittagessen teilzunehmen.

Bedenken kamen aus dem Stadtrat vor allem auch deshalb, weil das Jugendamt ohnehin für einige Kinder die Kosten teilweise übernimmt. „Lügen wir uns da nicht in die eigene Tasche?“, wollte Josef Gebhardt, von der SPD wissen. „Von einer Kostendeckung sind wir aber selbst mit Erhöhung weit entfernt“, gibt Wolfang Pausch von der CSU zu bedenken. Wichtig war den Stadträten auch, dass die freien Träger die Schuld dann nicht auf die Stadt schieben, sondern den Eltern genau erklären, warum eine Erhöhung notwendig ist.

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