Trennt sich OWV vom Schutzhaus Silberhütte?

Vohenstrauß. Das Schutzhaus Silberhütte zwischen Flossenbürg und Bärnau wurde einst vom Oberpfälzer Waldverein gegründet und gehört diesem noch immer. Das aber könnte sich ändern. Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen sind für den Verein finanziell kaum noch zu stemmen.

Das machte Hauptvereinsvorsitzender Armin Meßner bei der 86. Hauptversammlung in der Stadthalle Vohenstrauß deutlich. Auf den ersten Blick sei die Silberhütte mit ihren 600 m² Nutzfläche in einem guten Zustand. Schaue man aber genauer hin, seien gewisse Mängel festzustellen. Dabei habe man bereits viel Arbeit und Geld in die Unterhaltung gesteckt. „Es ist immer noch Reparaturstau da. Es ist ein Fass ohne Ende“, sagte Meßner und bezifferte die Kosten auf rund 100.000 Euro.

Meßner stellte den Delegierten einen Antrag der Vorstandschaft vor. „Besteht Einverständnis, dass die Vorstandschaft in konkrete Verkaufsverhandlungen einsteigt?“, lautete die Schlüsselpassage des Antrages. Das ging manchen zu schnell. „Da bin ich doch etwas überrascht“, meinte Herr Köstler vom Zweigverein Neualbenreuth. Vor zwei Jahren noch habe der Hauptverein zu Spenden für die Silberhütte aufgerufen. Dem Aufruf seien viele Zweigvereine nachgekommen. Jetzt stehe plötzlich der Verkauf an.

Nur Verhandlungsmandat

Meßner betonte, dass sich der Antrag lediglich auf ein Mandat für Verkaufsverhandlungen, nicht den Verkauf an sich beziehe. Der sei satzungsgemäß ohnehin nur durch einen Beschluss der Mitglieder möglich. Von den Zweigvereinen aufgebrachte Spenden würden im Falle eines Verkaufs zurückgezahlt. Die Entscheidung über einen Verkauf würde sich niemand leicht machen.

Einerseits ist da der Kopf, der sagt bei all diesen Kosten, die auf einen zukommen, ist eigentlich der Verkauf angesagt. Andererseits ist die Silberhütte vom OWV gegründet worden. Da meldet sich auch der Bauch zu Wort

formulierte der Hauptvereinsvorsitzende. Am Ende stimmten die Zweigvereine, nachdem auf den Zusatz „konkrete“ Verkaufsverhandlungen verzichtet wurde, schriftlich ab. Die 35 anwesenden Zweigvereine brachten zusammen 594 Stimmen auf. 306 davon stimmten für die Aufnahme von Verkaufsverhandlungen, 213 dagegen (bei 33 Enthaltungen). Somit kann die Vorstandschaft mit eventuellen Interessenten verhandeln.

Wertvoller Beitrag für Tourismus

In seinem Bericht ging Meßner auf die knapp 3.600 Kilometer Wanderwege ein, für deren Instandhaltung der OWV im vergangenen Jahr über 5.000 Arbeitsstunden aufgebracht hatte. „Wenn man sieht, dass der sanfte Tourismus im Kommen ist, dann leisten wir da einen wichtigen Beitrag.“ Der Verein wolle sich verstärk um junge Mitglieder kümmern. Dazu könne man sich bei Schulwandertagen einbringen oder das Projekt Jugendwanderwege vorantreiben.

Neuwahlen

Die Hauptversammlung bestimmte die Vorstandschaft für die kommende drei Jahre:

  • Vorsitzender: Armin Meßner
  • Stellvertreter: Alois Lukas, Michael Koller und Klaus Kahler
  • Schatzmeister: Günter Merkl
  • Geschäftsführerin: Margit Meßner
  • Schriftführer: Wolf Harbig
  • Jugendwartin: Sieglinde Sukop
  • Naturschutzwart: Manfred Janker, Stellvertreter: Martin Füßl
  • Vogelschutzwart: Karl-Heinz Kuschidlo
  • Wanderwart: Meta Bettke (neu)
  • Wegemeister: Wolf Harbig, Heinz Petz, Josef Stöckl und Siegmund Wild
  • Hütten- und Bücherwart: Adolf Gürtler
  • Webmaster: Thomas Basler und Sebastian Mogilowski
  • Schriftleiter Arnika: Martin Kießling
  • Hauptwart Bauwesen: Hans Balk
  • Kassenprüfer: Norbert Griesbacher (neu) und Alfons Rauch
Die Vorstandschaft des Hauptvereins des Oberpfälzer Waldvereins mit Vorsitzendem Armin Meßner (vorne, Zweiter von links). Bild: Grimm
Die Vorstandschaft des Hauptvereins des Oberpfälzer Waldvereins mit Vorsitzendem Armin Meßner (vorne, Zweiter von links). Bild: Grimm

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