Trotz Krisen: die Nordoberpfalz ist für die Azubis eine Traumregion

Nordoberpfalz. Die aktuellen Krisen belasten die Betriebe in der Nordoberpfalz. Doch die Ausbildungsbereitschaft ist nach wie vor groß.

Auszubildende haben in der Region nach wie vor die besten Lehrstellenchancen. Foto: Foto Baumann

Lieferengpässe und explodierende Energiekosten. Die Betriebe in der Region haben ordentlich zu knabbern. Dazu kommt noch der Fachkräftemangel. Seit ein paar Jahren ein Dauerbrenner. Und es wird nicht besser werden, ganz im Gegenteil.

„Mittlerweile können die Betriebe in der Region bis zu 50 Prozent ihrer Ausbildungsplätze nicht mehr besetzen“, befürchtet Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden. Gemeinsam mit Vertretern der Kammern analysierte er jetzt die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt.

Bewerber haben die Qual der Wahl

Und die verschlechtert sich aus Arbeitgebersicht seit 2012 kontinuierlich. Damals begann die Schere zwischen den gemeldeten Ausbildungsstellen und der Anzahl der Bewerber auseinanderzugehen. Aktuell haben Schulabgänger die Qual der Wahl. Rein statistisch können sie sich zwischen 2,1 offenen Lehrstellen entscheiden.

Die Gründe dafür: Immer mehr Schulabgänger hängen ein Hochschulstudium dran. Zudem schlägt in der Region der demografische Faktor gnadenlos zu. Seit 2016 rauschen die Schülerzahlen in den Keller. Waren es vor sechs Jahren noch 2.500, hatten 2020 nicht mal mehr 1.900 junge Menschen ihr Abschlusszeugnis in der Tasche.

Deutschlandweit an Nummer eins

Die Bedingungen für einen Start in die Berufswelt könnten in der Nordoberpfalz also nicht besser sein. Auf fast jeden Schulabgänger wartet ein betriebliches Angebot. „Damit ist der Arbeitsagenturbezirk Weiden nicht nur bayern-, sondern auch deutschlandweit spitze“, freut sich Würdinger.

Hohe Frauenquote im MINT-Bereich

Die Agentur strengt sich an. Niemand darf verloren gehen. Daher versuchen die Arbeitsexperten mit einem breitgefächerten Beratungsangebot noch lehrstellenlosen Jugendlichen einen freien Ausbildungs- oder zumindest einen Praktikumsplatz zu vermitteln. Margot Salfetter und ihr Team wollen gerade Mädchen für die Ausbildungsfelder Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) begeistern. Die Anstrengung lohnt sich. Der Frauenanteil liegt bei über 16 Prozent. Damit sind die Weidener Nummer eins in Bayern.

Unveränderte Job-Hitliste

Kaum Veränderungen zum Vorjahr gibt es in der Job-Hitliste. Für Jungs ist der Kfz-Mechatroniker nach wie vor top, bei den Mädchen steht die Kauffrau für Büromanagement in der Beliebtheitsskala ganz oben. Und es gibt aktuell nur eine Branche, in der es mehr Bewerber als Ausbildungsstellen gibt. Wer sich für Gartenbau oder Floristik interessiert, der muss intensiver suchen.

Auch wenn die aktuellen Krisen die Unternehmen belasten und für Unsicherheit sorgen: „Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist nach wie vor hoch“, unterstreicht der Arbeitsagentur-Chef.

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