Trotz vierter Corona-Welle: Arbeitsmarkt lässt sich nicht anstecken

Nordoberpfalz. Die Zahl der Arbeitslosen ist auch im November weiter zurückgegangen. Die Nachfrage nach Fachkräften ist ungebrochen hoch. Die Weidener Arbeitsagentur stellt die aktuellen Zahlen vor.

Auch in Corona-Zeiten werden Fachkräfte händeringend gesucht. Foto: Pixabay

Die vierte Welle der Corona-Pandemie scheint dem noroberpfälzer Arbeitsmarkt nichts anhaben zu können. Die Zahl der Arbeitslosen ist weiter zurückgegangen auf aktuell 3.378. Die Quote lag im November bei 2,8 Prozent und war damit im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die Nachfrage nach Fachkräften ist weiter ungebrochen. Zu verdanken ist das auch der stabilen Witterung.

Anstehende Winterpause macht sich bemerkbar

„Es waren im November 784 Personen oder rund 19 Prozent weniger arbeitslos, als noch vor einem Jahr“, betont Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Weidener Arbeitsagentur. Im November 2021 meldeten sich 806 Personen neu oder erneut arbeitslos, gleichzeitig beendeten 892 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit. „Die aktuellen Zahlen zeigen allerdings auch, dass sich die Dynamik am Arbeitsmarkt etwas abschwächt, für uns ist das ein Zeichen für die anstehende Winterpause“, ergänzt Würdinger.

Arbeitsagentur wirbt für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen

Die Zahl der erwerbslosen Jugendlichen unter 25 Jahren sank im Vergleich zum Vormonat um 15,3 Prozent auf 261, im Vergleich zum Vorjahresmonat ist hier sogar ein Rückgang um 37,7 Prozent oder 158 Jugendliche zu verzeichnen. Bei arbeitslosen Männern vermeldete die Agentur einen Rückgang zum Vormonat um 3,2 Prozent. Der Anteil an schwerbehinderten Menschen an allen Arbeitslosen beträgt im Berichtsmonat 15,4 Prozent.

Im November sind 520 schwerbehinderte Menschen auf der Suche nach einer passenden Arbeitsstelle, das sind 2,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Dazu Würdinger: „Die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen stieg in der Pandemie an. Diese besondere Personengruppe ist im Durchschnitt höher qualifiziert als andere Arbeitslose und meist hoch motiviert. Die Einstellung arbeitsloser schwerbehinderter Menschen und die Ausstattung des Arbeitsplatzes können meist besonders gut gefördert werden und in vielen Fällen spart sich der Arbeitgeber auch noch die Ausgleichsabgabe“, betont Würdinger.

Deutliche Zunahme bei den Stellenangeboten

Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur berichtet über eine deutliche Zunahme um 58,8 Prozent bei den gemeldeten Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahr. Der aktuelle Bestand im November liegt bei 3.250 Stellen. Dazu Würdinger: „Die Fachkräftelücke wird auf Grund der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der Demografie bedingten Verknappung des Arbeitskräftepotenzials immer größer.“ Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden für 1.285 unbesetzte Stellen im Bereiche Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung gesucht.

Viele Arbeitsangebote gibt es auch im Bereich Verkehr- und Logistik (520). Speziell im Handel und Vertrieb sind auf Grund des anstehenden Weihnachtsgeschäftes ebenfalls Arbeitsstellen zu besetzen (398).

Ältere Mitarbeiter lange im Betrieb halten

Die Beratung der Unternehmen zu alternativen Besetzungsstrategien steht zunehmend weiter oben auf der Agenda des Arbeitgeber-Services der Arbeitsagentur. So rät Würdinger den Unternehmen, ältere Beschäftigte so lange wie möglich in das Arbeitsleben einzubinden, um deren Wissen und berufliche Erfahrungen an die jüngere Generation weiterzugeben.

„Wichtig ist auch, auf das veränderte Nachfrageverhalten der Bewerberinnen und Bewerber zu reagieren“, betont der Chef der Weidener Arbeitsagentur. Zunehmend gefragt sind flexible Beschäftigungsformen, insbesondere Teilzeitarbeit, oder attraktive Arbeitszeitmodelle.

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