Unterwegs mit dem Rollstuhl – was ändert sich im Alltag?

Weiden. Wie schon seit vielen Jahren fand auch in diesem Schuljahr das Rollstuhltagprojekt der Fachschule für Heilerziehungspflege der bfz gGmbH Weiden wieder statt.

Foto: Fachschule für Heilerziehungspflege der bfz gGmbH Weiden

Die Schülerinnen des ersten Ausbildungsjahres trafen sich dazu am Sanitätshaus rollactiv in Weiden. Das rollactiv-Team stelle wieder die Rollstühle für den Projekttag zu Verfügung. Nach einer kurzen Begrüßung zeigte der Geschäftsführer des Sanitätshauses Thomas Mückl verschiedene Rollstuhlmodelle und gab Hinweise, was Rollstuhlfahrer im Alltag beachten müssen.

Dann konnten die Schülerinnen, ausgestattet mit verschiedensten Arbeitsaufträgen, in Tandemgruppen starten. Aufgaben wie beispielsweise die Erkundung verschiedener Einkaufsmöglichkeiten auf Barrierefreiheit, das Entsorgen von Pfandflaschen, das Bedienen von Bankautomaten und die Nutzung verschiedener öffentlicher Einrichtungen standen auf dem Tagesplan. In einem Zeitraum von sechs Stunden erledigten die Schülerinnen ihre Aufträge, wobei nach drei Stunden ein Rollstuhlwechsel stattfand.

Foto:  Fachschule für Heilerziehungspflege der bfz gGmbH Weiden
Foto: Fachschule für Heilerziehungspflege der bfz gGmbH Weiden
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Foto: Fachschule für Heilerziehungspflege der bfz gGmbH Weiden
Foto:  Fachschule für Heilerziehungspflege der bfz gGmbH Weiden
Foto: Fachschule für Heilerziehungspflege der bfz gGmbH Weiden

Am Ende des Projekttages waren alle Projektteilnehmerinnen ausgepowert und hatten teilweise sogar Blasen an den Händen. Leider berichtete eine Schülerin auch von einem Sturz aus dem Rollstuhl – das gehört wohl zum Leben im Rollstuhl dazu, vor allem als ungeübte Rollstuhlfahrerin. Trotzdem hatten alle Beteiligten ein Lächeln im Gesicht, da viele positive Erfahrungen gesammelt werden konnten.

Erfahrungen werden im Nachgang aufgearbeitet

Am darauffolgenden Tag wurde der Projekttag und die Arbeitsaufträge klassenintern besprochen und gemeinsam Fotos angeschaut. Außerdem besuchte die Klasse Alexander Grundler, der Behindertenbeauftragte der Stadt Weiden, zu einem Reflexionsgespräch, bei dem die Schülerinnen ihre Erfahrungen schilderten und viele offene Fragen beantwortet werden konnten. Zudem steuerte Grundler viel Wissenswertes aus seinem Alltag als Rollstuhlfahrer, wie auch aus seiner Arbeit als Behindertenbeauftragter der Stadt Weiden bei.

Zusammenfassend war der Rollstuhlaktionstag ein Tag, der den Blickwinkel der Schülerinnen veränderte und die Achtsamkeit auf für Fußgänger unsichtbare Barrieren wie abfallende Gehwege oder Unebenheiten der Straße lenkte.

Ebenso mussten sie schnell feststellen, wie wichtig ein individuell angepasstes Hilfsmittel und eine Vertrauensbasis zwischen dem Rollstuhlfahrenden und dem Assistenzgeber sind. Diese für sie neuen Erfahrungen können die Schülerinnen sofort in ihrer beruflichen Praxis umsetzen, so lautete die einhellige Meinung.

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