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[Video] Was passiert mit deinem ausgedienten Christbaum?

Nordoberpfalz. Laut Umweltbundesamt werden knapp 30 Millionen Weihnachtsbäume jedes Jahr in Deutschland verkauft. Alleine die Bauhofmitarbeiter der Stadt Weiden haben gut 10.000 Tannen, Fichten und Kiefern eingesammelt. Doch was geschieht eigentlich nach den Festtagen mit den Christbäumen?

Die Bauhofmitarbeiter der Stadt Weiden haben gut 10.000 Weihnachtsbäume eingesammelt, die nun zu Hackschnitzel verarbeitet werden. Foto:OberpfalzECHO/David Trott

Nach der Berichterstattung über die Protestaktion gegen den Südostlink in Störnstein am Wochenende wurden in sozialen Medien heiße Debatten geführt. Neben reichlich Zustimmung für die Aktivisten kamen aber auch teilweise Fragen über die Sinnhaftigkeit und die CO2 Bilanz des Mahnfeuers auf.

Aus diesem Grund hat sich OberpfalzECHO auf die Suche nach den ausgedienten Weihnachtsbäumen der Region gemacht. Die Mitarbeiter der Städte und Gemeinden haben uns verraten, wie viele Bäume gesammelt wurden und was mit ihnen geschieht.

30 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland

Laut Umweltbundesamt fallen in jedem Jahr gut 30 Millionen ausgediente Christbäume nach den Festtagen an. Auch in der Stadt Weiden haben die Bauhofmitarbeiter mit Klein-LKW und Presswagen eine gigantische Menge von gut 10.000 Christbäumen eingesammelt.

Der riesige Berg wird auf einem städtischen Grundstück zwischengelagert, nach Abschluss der Sammlung gehäckselt und verkauft. Die Weidner Stadtgärtnerei könnte eine derartige Flut an Weihnachtsbäumen nicht in Eigenregie als Humus oder Rindenmulch verarbeiten.

Sachgebietsleiter Straßenreinigung und Abfallwirtschaft Mathias Vay sowie Bauhof- und Stadtgärtnereileiter Daniel Tubifato (von links) sind selbst überrascht, wie gigantisch der Berg an gesammelten Weihnachtsbäumen ist. Foto:OberpfalzECHO/David Trott

Über 2.000 Bäume aus Neustadt und Altenstadt

In der Stadt Neustadt haben 15 freiwillige Helfer des Jugendgremiums mit zwei Fahrern die fast 2.000 Christbäume eingesammelt. Genaue Zahlen gibt es zwar nicht, aber die Pressestelle der Stadt schätzt, dass in jedem zweiten der 3.850 Haushalte ein Christbaum aufgestellt und nun entsorgt werden musste.

Zusammen mit den Bäumen aus Altenstadt werden die Tannen, Fichten und Kiefern nun zu Brennstoff verarbeitet. Ein 600 PS starker selbstfahrender Häcksler wird die Bäume demnächst bei Landwirt Sebastian Scharnagl in Störnstein/Oberndorf zerkleinern. Das Häckselgut wird mit vorhanden Hackschnitzeln vermengt und beheizt zukünftig zwei Wohnhäuser.

Bei Sebastian Scharnagl werden über 2000 Weihnachtsbäume zu Hackschnitzel verarbeitet. Foto:OberpfalzECHO/David Trott
Bei Sebastian Scharnagl werden über 2000 Weihnachtsbäume zu Hackschnitzel verarbeitet. Foto:OberpfalzECHO/David Trott
Die Bauhofmitarbeiter der Stadt Weiden haben gut 10.000 Weihnachtsbäume eingesammelt, die nun zu Hackschnitzel verarbeitet werden. Foto:OberpfalzECHO/David Trott
Die Bauhofmitarbeiter der Stadt Weiden haben gut 10.000 Weihnachtsbäume eingesammelt, die nun zu Hackschnitzel verarbeitet werden. Foto:OberpfalzECHO/David Trott
Bei Sebastian Scharnagl werden über 2000 Weihnachtsbäume zu Hackschnitzel verarbeitet. Foto:OberpfalzECHO/David Trott
Sachgebietsleiter Straßenreinigung und Abfallwirtschaft Mathias Vay sowie Bauhof- und Stadtgärtnereileiter Daniel Tubifato (von links) sind selbst überrascht, wie gigantisch der Berg an gesammelten Weihnachtsbäumen ist. Foto:OberpfalzECHO/David Trott
Die Bauhofmitarbeiter der Stadt Weiden haben gut 10.000 Weihnachtsbäume eingesammelt, die nun zu Hackschnitzel verarbeitet werden. Foto:OberpfalzECHO/David Trott
Die Bauhofmitarbeiter der Stadt Weiden haben gut 10.000 Weihnachtsbäume eingesammelt, die nun zu Hackschnitzel verarbeitet werden. Foto:OberpfalzECHO/David Trott

In einigen kleinen Gemeinden – in denen nur wenige Bäume anfallen – wird das Material seit jeher bei den traditionellen Johannisfeuern (Sonnwendfeuern) verbrannt. Aber auch hierbei entsteht – wie auch beim Mahnfeuer in Störnstein – kein zusätzliches CO2. Denn laut dem Forst Baden-Württemberg wird beim Verrotten und auch beim Verbrennen zum Beispiel einer Fichte nur das Kohlendioxid freigesetzt, das sie beim Wachstum aufgenommen hat.

Nichts für die Biotonne, den Grüngut-Container oder den Kompost

Der heimische Kompost hingegen kann schnell ins Stocken geraten, wenn zu große Stücke des Weihnachtsbaums mit eingebracht werden, weiß der Meister im Garten und Landschaftsbau, Peter Herzog aus Weiden. „Zudem ist nicht sicher, ob Bäume aus großen Plantagen mit Spritzmitteln behandelt wurden. Diese Rückstände möchte man nicht im Garten haben.“

In diesem Fall sei die Verwertung in der Verbrennung sinnvoller. „Bei Bäumen aus der Region können die sehr klein geschnittenen oder besser noch gehäckselten Stücke aber natürlich in den Kompost oder als Füllmaterial in das Hochbeet„, sagt Herzog. Weil häufig ungewiss sei, wo die Bäume herkommen, dürften sie auch nicht einfach in die Biotonne geworfen werden. Eine illegale Entsorgung – zum Beispiel den Baum einfach in den Wald werfen – führt in Bayern sogar zu einem Bußgeld von mindestens 50 Euro.

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