Viele Herausforderungen auf dem Holzmarkt

Floß. Bei der traditionellen Herbstversammlung der Flosser Waldbesitzervereinigung sind die aktuellen Herausforderungen der Branche diskutiert worden.

Berichte und Referate standen im Mittelpunkt der Herbstversammlung der Waldbesitzervereinigung Floß und Umgebung. Von links: Geschäftsführer Michael Bock, Vorsitzender Willy Meierhöfer, Forstamtmann Sebastian Höllerer, Kassier Bernhard Irlbacher und Schriftführer Reinhard Alberti. Foto: Fred Lehner

Mit der aktuellen Situation auf dem Holzmarkt beschäftigte sich Geschäftsführer Michael Bock von der Waldbesitzervereinigung Floß und Umgebung (WBV) in der zur Tradition gewordenen Herbstversammlung am Donnerstag im Gasthaus Plödt, Diepoltsreuth.

Kein Abbruch im Vereinsleben

Für Vorsitzenden Willy Meierhöfer aus Haupertsreuth war es besonders erfreulich festzustellen, sich wieder im Kreise der Berufskollegen treffen zu können. Das hatte in den letzten beiden Jahren gefehlt. Trotzdem: Das aktive Vereinsleben bei der WBV erfuhr dadurch keinen Abbruch. Stets war man auf dem Laufenden, hielt mit den Mitgliedern Kontakt und setzte die aktive und wichtige Betreuungsarbeit fort. Das stärkte die Vereinigung, wofür Meierhöfer den verantwortlichen und mithelfenden Vorstandsmitgliedern, Geschäftsführer Michael Bock und Forstamtmann Sebastian Höllerer, Leiter der Flosser Forstdienststelle, besonderen Dank sagte.

Komplizierte Wirtschaftslage

Kassier Bernhard Irlbacher war es vorbehalten, eine derzeit aktuelle Wirtschafts- und Finanzübersicht der Vereinigung zu erstatten. Dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft deutlich verschlechterte, daran ließ Michael Bock in seinem Geschäftsbericht keinen Zweifel.

Auch die Unternehmer bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als klar schlechter. Der internationale Schnittholzmarkt hat sich gegenüber dem Dritten Quartal 2022 weiter eingetrübt. Der für Käferholz wichtige Exportmarkt Amerika wird zunehmend uninteressant. Auf den besser laufenden Märkten wie Japan und Australien herrscht starke internationale Konkurrenz und damit ein enormer Preisdruck.

Steigende Nachfragen

Auf dem Inlandsmarkt sind hochwertige Produkte wie Konstruktionsholz aufgrund des deutlichen Nachfragerückganges im Bausektor derzeit schwer absetzbar. Zum Teil wird die Produktion zurückgefahren. Die steigende Nachfrage nach Sägemehl, für die Herstellung von Pellets, und Hackschnitzel, für Energie- und Papierherstellung, hat dazu geführt, dass die Sägewerke die fallenden Schnittholzpreise und die gestiegenen Produktionskosten mit dem Absatz der Sägenebenprodukte noch kompensieren können.

Beim Rundholz ist die allgemeine Versorgungssituation der Sägewerke, vor allem mit Schadholz (Käferholz), noch ausreichend. Der Preis für Papierholz ist deutlich gestiegen. Gut nachgefragte Sortimente sind derzeit Lärche, Fichte und Laubholz, hier vor allem Eiche, Esche, Erle und Birke. Gestiegene Preise gibt es bei der Eiche.

Schadholz konsequent aufarbeiten

Der Geschäftsführer bat alle Waldbesitzer dringend, sich vor Beginn jeden Einschlags mit der WBV, der Geschäftsführung und der Flosser Forstdienststelle in Verbindung zu setzen. Wichtig sei die Kontrolle der Wälder hinsichtlich des Borkenkäferbefalls. Das Schadholz müsse konsequent aufgearbeitet werden, forderte der Geschäftsführer. Bei Fichte ist Stammholz bevorzugt auszuhalten. Ebenso sind Durchforstungen zur Bestandsstabilisierung durchzuführen. Hausaufgaben, die Jahr für Jahr von jedem Waldbesitzer erfüllt werden müssen, hielt abschließend der Referent fest.

Borkenkäfer-Alarm

Mit der Borkenkäfersituation und dem Waldumbau befasste sich der Leiter des Forstreviers Floß, Forstamtmann Sebastian Höllerer. Bei den Winterstürmen Mitte Februar wurden zahlreiche Fichten geworfen. Es handelte sich dabei überwiegend um Einzelwürfe, die sich über viele Waldflächen verteilt haben.

Das Schadensausmaß im Flosser Vereinsgebiet war nur gering, jedoch hat man manche Schadhölzer nicht rechtzeitig aufgearbeitet. Das Sturmholz bot den ab Ende April schwärmenden Fichtenborkenkäfern ideale Bruträume. Die erneut extremen Temperaturen und ausbleibenden Niederschläge während der Sommermonate führten zu einem ersten Stehendbefall Mitte Juli und zu einem ersten Anstieg der Buchdruckerpopulation Mitte August.

Ausbreitung verhindern

Durch die schleppende Aufarbeitung der Käferhölzer ergibt sich auch für das kommende Jahr eine hohe Ausgangsdichte der Buchdruckerpopulation. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass die Waldbestände auf Käferbefall kontrolliert werden müssen, machte der Forstmann die Waldbesitzer aufmerksam.

Er drängte darauf, dass sie alle in den nächsten Wochen ihre Waldbestände auf Käferbefall kontrollieren. Sollten noch Käferbäume entdeckt werden, müssen diese rasch gefällt und das Käferholz aus dem Wald transportiert werden. Nur so kann eine Ausbreitung des Borkenkäfers im Folgejahr verhindert werden. Die extreme Witterung und die häufigen Schadenereignisse zeigen die dringende Notwendigkeit klimaempfindliche Nadelwälder in widerstandsfähige Mischwälder umzubauen.

Lebhafte Diskussionen

Der Forstmann empfahl den Waldbesitzern nicht erst zu warten, bis Schadflächen entstehen, sondern vorsorglich unter dem Schutz der Altbäume eine neue und widerstandsfähige Waldgeneration zu gründen. Der Freistaat Bayern unterstützt alle privaten und kommunalen Waldbesitzer mit umfassenden Förderprogrammen, die Sebastian Höllerer in seinem Referat ansprach und bis ins Detail erläuterte. Die lebendige Aussprache und Diskussion zeigte, wie positiv solche Informationsveranstaltungen von den Waldbesitzern aufgenommen werden. Auch im anschließenden gesellschaftlichen Teil gab es noch lebhafte Diskussionen

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