Video Kultur

Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen: Die Troglauer-Bande auf die Probe gestellt

Vilseck. Heute ist die Premiere und die Nervosität steigt im Burghof. Kulturreferentin Adolfine Nitschke blickt ängstlich zum Himmel: „Hält das Wetter?“ Die Besucher der Generalprobe des Stücks „Troglauer – Räuber, Rossdieb, Revoluzzer“ waren von der Leistung der Künstler begeistert und wurden mit reichlich Sonnenschein belohnt.

Ein Mann im Tunnel: Regisseur Till Rickelt hat jetzt keinen Nerv für ein Gruppenfoto. Erst muss der Text sitzen. Und das Spiel zurechtgerückt werden. Auf einer der beiden Bühnen vor einem Webstuhl sitzt Alois Hofherr.

Ein Gesicht wie Klaus Kinski. Aber anders als der meistkarikierte cholerische Kino-Mime zeigt der Vater des berüchtigten Räubers keine Nerven. Da ist seine Hündin neben ihm schon deutlich nervöser – was den Regisseur nicht ruhiger macht.

Vater Troglauer: „A Haderlump, a Verbrecher“

Sandra Zwack als Mutter Elisabeth setzt sich mit einem alten Hemd und einem Nähkorb an einen Tisch. Sie hält den zerrissenen Lumpen an den Schulterstücken hoch, schüttelt den Kopf. „Samma froh, dass wenigstens unsern Franzl ned ausghom ham.“ Troglauer Senior blickt giftig auf: „Des is nimmer unser Bua, des is a Haderlump, a Verbrecher“, spuckt er seinen Text aus. „Wie oft hab ich dir schon gsagt, ich will nicht, dass dem sein Namen auch nur noch ein einziges Mal da herinnen in unserer Stuben fällt.“ Regisseur Rickelt legt den Kopf schief: „Noch ein bisschen klarer, dass du Kälte spielst … du versteckst deine wahren Gefühle total – weiter an der Stelle …“

„Aber es ist doch unser Ältester!“, wiederholt Elisabeth. „Nix isʼ er mehr“, prescht Vater Lorenz dazwischen. „Am allerwenigsten unser Sohn. Verleugnet hat er uns.“ Aus dem Hintergrund tritt eine junge Frau auf: „Und dafür kriegt er jetzt seine Strafʼ“ – Die Eltern registrieren Lisa Kreuz alias Tochter Anna. „Was willst etz du hier?“, grantelt Lorenz. „Zeit fürs Abendessen“, sagt sie und stellt Krug und Schüssel auf dem Tisch ab.

Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
Die Generalprobe bei den Vilsecker Burgfestspielen war ein voller Erfolg. Foto: OberpfalzECHO/David Trott
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Anna: „Erwischt ham’s ihn, in Vilseck“

„Was für a Straf?“, fragt Mutter Elisabeth erschrocken. „Ja, habt’s ihr des no gor ned gheart“, fragt Anna aufgebracht. „Erwischt ham’s ihn, in Vilseck.“ Die Mutter mit großen Augen: „Ja und etz?“ – „Sitzt er im Bärenloch“, gibt Anna provozierend zurück. Sie holt ein Messer aus ihrer Kittelschürze. Der Regisseur ist noch nicht zufrieden: „Noch mehr Leichtigkeit, so nach dem Motto, mei, jetzt hockt er halt im Bärenloch.“

„Unser Franzl?“, fragt die Mutter verzweifelt. „Wo er doch schon als Bua nix anders kannt hot, als frei über die Wiesen und Felder …– wenn er was nicht aushalten hat können, dann das Eingsperrt-Sein.“ Lorenz meldet sich unauffällig zurück. „I will gar ned wissen, was er wieder angʼstellt hat?“, brummelt der Vater scheinbar desinteressiert vor sich hin. „A Ross soll er gstohln ham. Vom Vilsecker Bräu.“

Elisabeth: „Oh mei´, da Bua“

„Oh mei´, da Bua“, jammert Elisabeth. Rickelt sieht da noch mehr Potenzial. „Lass dir nicht die Butter vom Brot nehmen, nur weil du die Wehleidige bist“, empfiehlt der Spielleiter. Und jetzt braucht der Chef im Ring seine Truppe ganz für sich, ohne Störungen. Er zieht seine Frauen und Mannen zusammen und verschwindet mit ihnen in einem Rückzugsraum. „Oh oh“, sagt mein Kameramann, „da sollten wir wohl jetzt nicht mitkommen.“ Ein verspäteter Mime schüttelt die Hand wie die Gallier: „Keine gute Idee.“

Applaus aus dem Off. Gleich zum Einstand. Da schwört einer sein Team ein. Man möchte jetzt doch Sönke Wortmann in den Katakomben von „La Mannschaft“ beim deutschen Sommermärchen sein. Was treiben die da drinnen? Stille. Warten. „Wollt ihr was trinken?“, fragt Adolfine aufmerksam. Wieder brandet Applaus auf. Mit dem Ploppen des Kronkorkens öffnet sich auch die Tür. Eine gut gelaunte Truppe läuft aufs Feld. Die wollen nur spielen.

Gruppenbild mit Räubern. Bild: Jürgen Herda

Till Rickert dirigiert das bunte Markttreiben

Till Rickert dirigiert jetzt das scheinbare Chaos eines bunten Treibens am Vilsecker Marktplatz. Von links marschiert ein plauderndes Bauernpaar mit einem Korb Äpfel, von rechts ein Gruppe Bauern mit flüssigem Proviant. Alles redet durcheinander, Babylon ein Sinfonieorchester dagegen. Drei finstere Gestalten lauern im Hintergrund: der Schwamma Sepp (Josef Regner), Kundel (Christina Götz) und der Nürnberger (Jonas Dittrich). Sie mischen sich unters Volk, greifen in Körbe, stibitzen Äpfel, spitzen die Lippen zum gar nicht auffälligen Pfeifen im Walde.

Irgendwo hinter der Bühne führt der Hauptdarsteller etwas im Schilde – oder eher am fiktiven Zaumzeug. Man sieht nur hin und wieder seinen Räuberhut auftauchen und Geräusche, die nichts Gutes verheißen – zumindest nicht für alle. Das fällt aber scheinbar nur dem auktorialen Erzähler auf, ansonsten nimmt niemand Notiz von Franz Troglauer. Mir scheint, als führe er ein Gespensterpferd hinter die Kulissen.

„Es darf schon ein wenig Komik sein“

Stattdessen kommt Regisseur Rickelt angetrabt: „Super gebaut“, lobt er den Szenenaufbau. Zu den Räubern gewandt schränkt er ein: „Es wird nur noch nicht klar, dass ihr eine Gang seid.“ Till in seinem Element: Demonstrativ greift er in den Korb. Sooo nämlich. Der Zuschauer muss sehen, was da passiert, im Gegensatz zu den bestohlenen Bauern. Slapstick-Übertreibung wie bei Buster Keaton und den Männern ohne Nerven. „Es darf schon ein wenig Komik sein.“ Die Räuber dürfen ihr Mütchen kühlen. „Schauen wir mal, wie dreist man das treiben kann …“

„Mei Fredi is weg, hat jemand mein Fredi gseng?“, quäkt Stefan Seider als Brauer Schlicht, während er über den Platz marschiert. Die Bauersleut reden erst einmal weiter ungerührt durcheinander.  „Fredi, wo is mei Fredi?“ Ein Bauer fragt mal vorsichtshalber nach: „Wen?“ – „Den Fredi, meinen Rappen.“ – „Was für einen Rappen?“, will eine Bäuerin wissen. „Ja, meinen halt“, ruft der Schlicht gereizt. „Im Stall ist er nicht. Auf der Koppel nicht. Und im Schlag beim Schmied ist er auch nicht.“

Der Brauer Schlicht sucht seinen Fredi. Bild: Jürgen Herda

„Nicht sofort alle loslabern“

Da muss der Meister wieder eingreifen: „Nicht sofort alle loslabern“, befürchtet er, dass in der Geräuschkulisse der Multilog untergeht. „Erst mal hören: ,Was ist da jetzt schon wieder los?‘ Dann reagieren: ,Ah, der scho wieder‘!“

„Vielleicht dass dem Mathes-Bauern seine Stute rosst“, versucht eine Bäuerin den nächsten Schritt. „Und er hat’s in die Nasen g’kriegt, dein Fredi – an feinen Riecher hat er ja?“ Heiterkeit allenthalben. „Was redest denn?“, gibt der Schlicht zurück. „Der ist doch längst g‘legt.“ Das empört jetzt offenbar eine zuagroaste Bürgerin: „Was, das arme Tier umgelegt?“ Die kommt den Bauern gerade recht. Sie halten sich die Bäuche vor Lachen. „Frau“, erklärt eine Handfeste, „kastriert ist er halt worden.“

„Räuber, super, super, super“

Der Regisseur kommt wieder angerauscht von seinem Beobachtungspunkt, wo am Freitag die Zuschauer sitzen werden. „Gerne auch mal nach hinten sprechen“, appelliert er an den Fredi-Sucher. „Bei euch geht es ein wenig schnell durcheinander – gerne ein bisschen mehr rausgehen, ein bisschen breiter spielen.“ Rickelt als lebendiges Role Model. Die Augen weit aufgerissen, der ganze Körper ist im Einsatz.

„Räuber, super, super, super“, lobt er die Bande. „Ihr dürft das ruhig mitkriegen, was euer Hauptmann treibt, ,oh der Troglauer traut sich aber was‘, dass ihr auch mal kurz guckt, bei dem schlafenden Gendarm“, kommt ihm eine spontane Idee. „Man könnte ihm die Flinte klauen.“ Schon ist er beim schnarchenden Tobias Meidinger, der gemütlich an einem Holzpfeiler lehnt. „Vielleicht ist es auch zu viel“, korrigiert er sich. Aber ausprobieren möchte er noch einiges: „Ihr könnt noch klarer in die Leute rein gehen, so ein bisschen Italo-Western denken, Sergio Leone“, schlägt er vor und mit seinem schwankenden Gang ist er jetzt ganz Quentin Tarantino in der Oberpfalz.

„Hundsbagage elendigliche“

Den Auftritt der Bänklsänger Birnbeißer und Liesl mit dem Leierkasten und dem revolutionären Lied müssen wir uns jetzt halt denken. Das musikalische Duo ist nicht mit von der Partie. „Menschen, höret die Geschichte, die erst kürzlich ist gescheh’n. Drübn beim Franzmann musst der König, man glaubt’s kaum, auf einmal geh’n. Und zwar selber, ohne Sänfte, und zwar barfuß aufs Gestell. Und da wartet Monsieur Henker und der macht dann furchtbar schnell …“

Klar, dass das die Obrigkeit auf den Plan ruft. Josef Götz als der Centrichter von Grafenstein greift ein. Gestenreich und mit hochmütiger Miene macht der Grafenstein dem begriffsstutzigen Gendarmen Beine. „Schluss“, fühlt sich der Wachmann endlich angesprochen, „auseinander! Geht’s heim, Leutʼ – so was könnt‘s droben in Minga macha, aber ned bei uns.“ Das Volk spaziert, murrend, aber folgsam. An der Burgmauer lehnen ungerührt der Schwamma-Sepp und der Nürnberger. „Und ihr schaut’s, dass eich schleicht’s“, schimpft der Gendarm. „Hundsbagage elendigliche. Geht’s doch n`über nach Hahnbach, aufrührerisches Gsindel.“

Und ewig lock das Räuberweib

„Und jetzt schaust, was mit dem Rappen ist“, ordnet der Grafenstein an. „Ich erwarte, dass er wieder auftaucht.“ Der Gendarm schlägt die Hacken zusammen. „Zu Befehl, Euer Gnaden.“ Er schultert sein Gewehr, Laufschritt ab. Auf der Bühne sitzt der junge Karl. Offenbar ein Stürmer und Dränger der ersten Stunde. Noch kein Räuber, doch im Herzen ein Rebell. Er sinniert – und schreckt auf, als er merkt, dass er nicht allein ist. Ein Sprung rückwärts auf die Bühne. „Wer bist jetzt du?“, fragt er die Kundel, die beginnt, ihm schöne Augen zu machen.

„Mia kumma von außerhalb“, sagt sie aufreizend. Karl nimmt mit Blick auf die beiden Räuber im Hintergrund den Plural war. „Ghearts ihr zam?“ – „Wie Pech und Schwefel“, schwärmt die Kundel. Die Kameraden sind weniger amüsiert. „Hoffentlich verplappert sich die Kundel ned, de blädä Goaß“, murrt der eine. „Unser Kundel?“, hält der andere dagegen, „niemals, des is de Gscheideste von allen, des woaßt du bloß no ned.“

Das Räuber-Trio gibt alles, um den Käfig hochzuhieven. Bild: Jürgen Herda

Das Lied von der Kommüne

Jetzt stellt die Kluge die Räuber-Gretchenfrage: „Wie hat dir eigentlich des Liad gfolln?“ Ein Baader-Meinhof-Dialog entspinnt sich. Die Kundel wagt eine dialektische Theorie: „Dass wir und unsere Freind sie längst ham, die Kommüne, wo alle das Gleiche ham, wo’s koa Arm und Koa Reich mehr gibt.“ Und mit flirtenden Blicken lockt das Weib: „Wir kenna jeden brauchn.“ Nachdenkliches Gesicht. „I hab an Satz vergessen“, fasst sich Christina Götz an die Stirn.

„Is egal“, winkt Regisseur Rickelt ab. „Einfach weiter, wir haben schon mal bei der Premiere ein Drittel gestrichen, im Zweifel einfach weiter, das bekommt man auch anders erklärt.“ Da fällt dem Karl ein Widerspruch auf. „Hast du ned gsagt, bei eich san alle gleich?“ Da will ihm ein Räuberhauptmann nicht ins Konzept passen. „Im Krieg braucht’s einen Anführer“, sagt die Kundel bestimmt. Marx hätte es nicht besser gesagt. Erst braucht‘s eben die Diktatur des Räuberiats, dann erst kommt die Freiheit. „Wo is er jetzt eigentlich euer Anführer?“ Mit stolz geschwellter Brust verkündet Kundel: „Ja hast du’s noch nicht bemerkt, er hat das besorgt, was uns noch gefehlt hat, ein Ross. Er ist halt ein richtiger Kerl, unser Franz.“

Fluchtversuch des Troglauers

In die Räuber-Idylle hinein ein Aufruhr hinter der Bühne. Der Gendarm hat den Rossdieb ertappt. „Dua deine dreckerden Griffl weg“, giftet der Troglauer. Der Hauptmann bellt, kann aber nicht beißen. Der Gendarm zielt mit der Flinte auf seinen Rücken. Ein Fluchtversuch des Troglauers, hitzige Verfolgungsjagd zweier stattlicher Männer, Da müssen beide lachen mit hochrotem Kopf. Hilft ja nix, Gewehr sticht Faust. „Irgendwann dawisch i di“, droht der Franz düster. „Commissär Schmalzlocke.“ Prüsterchen.

So, da muss der Regisseur noch mal ran. „Nicht so nah, der ist ja gefährlich, schon ein wenig Abstand.“ Rickelt zeigt dem Gendarm, wie Dirty Harry die Knarre halten würde. Jetzt will natürlich auch der Räuberboss wissen, was er in seiner misslichen Lage mit den Pistolen in seinen Stiefeln machen soll. „Abgeben?“ Also, wenn schon Entwaffnen, grübelt der Till, „dann müsst‘ma so ein Fluch-der-Karibik-Ding draus machen – eine Waffe raus, noch eine, noch eine …“

Co-Regisseuring Maria Friedrich kitzelt noch viele Pointen aus den leidenschaftlichen Akteuren, die am Freitag, wenn’s sein muss, auch einem Platzregen die Stirn bieten werden. Bild: Jürgen Herda

Langfinger in der Bärenfalle

Der Grafenstein hat jetzt die Kontrolle übernommen. So ist es halt in der Wirklichkeit. Ober sticht Unter. Der Gendarm wird instruiert. Der Karl muss, Räuber-Sympathisant hin oder her, das Schloss zum Käfig aufsperren. Und die drei Räuber sehen sich gezwungen, mit Hand anzulegen, um den Käfig in die Höhe zu hieven. Sie legen sich mächtig ins Zeug. Filmreif. Jetzt hockt der Langfinger in der Bärenfalle. „So, jetzt bist in deinem Reich“, zitiert der Gendarm fast eine biblische Jesus-Verhöhnung. „is zwar ned grouß. Oba für so an Schurken wie dir passt’s.“

Hier kann der Vorhang fallen für heute. Man sieht: Da ist noch viel Arbeit zu leisten. Und wir können sicher sein: Till Rickelt und Maria Friedrich kitzeln noch viele Pointen aus den leidenschaftlichen Akteuren, die am Freitag, wenn’s sein muss, auch einem Platzregen die Stirn bieten werden.

„Troglauer – Räuber, Rossdieb, Revoluzzer“ – die Akteure

Autor: Bernhard Setzwein.

Regie: Till Rickelt und Maria Friedrich

Franz Troglauer: Bernhard Neumann

Schwamma Sepp: Josef Regner

Kundel: Christina Götz

Nürnberger: Jonas Dittrich

Karl: Dominik Gruber

Anna Troglauer: Lisa Kreuz

Lorenz Troglauer: Alois Hofherr

Elisabeth Troglauer: Sandra Zwack

Von Grafenstein Centrichter: Josef Götz

Brauer Schlicht: Stefan Seider

Gendarm: Tobias Meidinger

Gemeindediener: Franz Baumann

Altes Weib: Veronika Pröls, Barbara Ströll-Seegerer

Pferdebetreuer: Stefan und Thomas Wölker

Pferd: Freddie

Köchin: Sabine Weber

Bänkelsänger

Birnbeisser: Gernot Ostermann

Liesl: Andrea Pancur

Bauersleut: Cornelia Ruppert, Barbara Ströll-Seegerer, Magdalena Weber, Melanie Kussinger, Gabriele Dotzler, Alfons Wanninger, Michael Wiesmeth, Hans-Jürgen Gmeiner, Daniel Retzer, Carsten Spöth, Franz Baumann, Sabine Weber, Alois Hofherr.

Karten für die Burgfestspiele

Der Kartenvorverkauf läuft bereits über www.okticket.de für die zehn Aufführungen zwischen der Premiere am Freitag, 24. Juni (20 Uhr, Einlass 19 Uhr) und Sonntag, 10. Juli. Weitere Termine: Samstag, 25. Juni; Sonntag, 26. Juni; Freitag, 1. Juli; Samstag, 2. Juli; Sonntag, 3. Juli; Donnerstag, 7. Juli; Freitag, 8. Juli; Samstag, 9. Juli.

Bis 10. Juli kann im Turm der Burg Dagestein außerdem die vom Troglauer Biographen Bernhard Weigl zusammengestellte Sonderausstellung besichtigt werden. Ein besonderer Leckerbissen: die kulinarische Räuber-Führung am 9. Oktober mit der Stadtbühne „Lolamannen“ Vilseck e.V. – Weitere Infos: www.vilsecktheater.de – Kontakt: Tourist-Info Vilseck, Marktplatz 13, Telefon 09662/9916, kulturamt@vilseck.de

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