Vom Holperstart zur Erfolgsserie

Weiden. Fußball-Bayernligist SpVgg SV Weiden ist die Mannschaft der Stunde – Sportvorsitzender Philipp Kaufmann traut der Truppe noch einiges zu.

Von Stephan Landgraf

Was für eine Serie, die der Fußball-Bayernligist SpVgg SV Weiden in den letzten Wochen hingelegt hat. Nach dem etwas holprigen Saisonstart, bei dem dem 3:0-Auftakterfolg gegen den Würzburger FV, dann drei Niederlagen und zwei Unentschieden folgten, sind die Spieler um Trainer Tomas Galasek nun seit 18. September ungeschlagen, holten sechs Siege in Folge und kassierten dabei lediglich ein Gegentor. Damit verbunden der momentane sechste Tabellenplatz (30 Punkte) und nur sechs Zähler Rückstand auf den Spitzenreiter VfB Eichstätt. Zum Abschluss der Hinrunde zeigt sich daher auch Sportvorsitzender Philipp Kaufmann mehr als zufrieden, wie er im Interview verrät.

Philipp Kaufmann, Sportvorsitzender der SpVgg SV Weiden (rechts, hier mit Sportlichen Leiter Christian Stadler), traut der Mannschaft künftig noch einiges zu. Foto: SpVgg SV/Werner Franken
Philipp Kaufmann, Sportvorsitzender der SpVgg SV Weiden (rechts, hier mit Sportlichen Leiter Christian Stadler), traut der Mannschaft künftig noch einiges zu. Foto: SpVgg SV/Werner Franken

Herr Kaufmann, wie würden Sie das bisherige Abschneiden ihrer Mannschaft in dieser Saison kurz umschreiben?

Philipp Kaufmann: Aufgrund der Entwicklung in den letzten Wochen und den 18 Punkten aus den letzten sechs Spielen bin ich zufrieden. Allerdings dürfen wir uns jetzt nicht ausruhen, sondern müssen die nächsten fünf Spiele bis zur Winterpause hochkonzentriert angehen, um den positiven Weg weiter zu gehen. Aber keine Angst, wir sind genauso entspannt wie zu Beginn der Runde, als es nicht lief. Wir haben eine Idee und die werden wir weiter verfolgen, ohne durch zu drehen!

Worin sehen Sie die Gründe für die ungemein positive Entwicklung in den letzten Wochen?

Wir merken jeden Tag mehr, dass sich eine Einheit bildet – Trainerteam, Spieler und auch der Verein finden immer besser zusammen. Die Führungsspieler haben, nach anfänglicher Skepsis, den Schalter rechtzeitig umlegen können und vertrauen dem Trainer und gehen voran – das gepaart mit der Verpflichtung von Matthias Heckenberger erzeugt ein sehr hohes Niveau in den Trainingseinheiten und das spiegelt sich auf dem Platz wieder. Dazu kommt, dass die jungen Spieler wie Florian Reich, Michael Busch oder Dietmar Paulus eine gute Entwicklung genommen haben und sie durchaus zu gefallen wissen und somit dem Trainer es schwerer machen, seine Startelf zu finden.

Ein kurzes Statement Ihrerseits zu den Neuzugängen Enis Saramati, Brandon Ruiz, Matthias Heckenberger, Thomas Mallette und Josef Rodler?

Heckenberger und Rodler erfüllen die Erwartungen, die wir in sie gesteckt haben. Aber auch sie sind Spieler, die das Kollektiv brauchen und im Team stark sind. Bei den anderen dreien muss eine gewisse Zeit der Integration – menschlich und sprachlich – gewährleistet werden. Alle drei können uns noch weiterhelfen.

Und natürlich auch zu den eigenen Junioren, die ja immer besser in Fahrt kommen – der absolut richtige Weg, oder?

Die Jungs machen das richtig gut – natürlich sind sie noch nicht so weit, dass sie regelmäßig 90 Minuten spielen können, aber sie werden immer besser. Mit 17 Jahren Bayernliga zu spielen, ist schon eine tolle Sache. Aber sie müssen das wollen und weiter hart arbeiten. Dahinter kommen auch schon Jungs die regelmäßig mit trainieren und sich stetig verbessern, wie z. B. ein Julian Schindler oder ein Tim Roith, aber auch der ein oder andere aus der U19 und U17. Aber natürlich gilt auch für alle, dass wir leistungsorientiert arbeiten und sie Gas geben müssen. Wenn sie das machen, werden sie alle eine Chance im Kader bekommen.

Was waren Ihre persönlichen Highlights der Vorrunde?

Für mich ist das Team insgesamt ein Highlight – wie sich die Spieler nach den Abgängen und den Unsicherheiten im Sommer gefangen haben und sich entwickeln, ist beeindruckend. Man darf auch nicht vergessen: Spieler wie Stefan Graf und Johannes Scherm sind Anfang 20 und spielen eine tolle Hinrunde. Die Mischung im Team passt und es bestätigt sich wieder einmal: Im Sport gibt es nicht alt oder jung, sondern gut oder nicht gut! Man muss aber auch Trainer Tomas Galasek an dieser Stelle hervorheben. Der ist nicht nur ein ganz feiner Mensch, sondern er versteht es auch, seine Spieler zu begeistern und stetig zu verbessern. Er ist ein Glücksfall für die SpVgg SV Weiden.

Wenn es die überhaupt gab: Was waren die negativen?

Das war der Unfall und die Verletzung vom Eichstätter Torwart Jonas Herter, dem man nur wünschen kann, dass er wieder vollständig gesund wird und wieder Fußballspielen kann!

Wohin geht der Weg der SpVgg SV Weiden in dieser Saison noch, was trauen Sie dem Team noch zu?

Das ist in dieser Tabellenkonstellation und den anstehenden schweren Spielen schwer zu sagen. Gewinnst du, geht der Weg weiter nach oben. Verlierst du, bist du schnell wieder vom Mittelfeld eingefangen. Ich denke, wir tun gut dran, weiter hart zu arbeiten und mit viel Lust aufs Gewinnen die kommenden Spiele anzugehen. Wir haben gesagt, dass wir in der Winterpause die Situation analysieren werden und den Kader – wenn denn nötig – anpassen wollen. Daran hat sich nichts geändert. Natürlich wäre es toll, wenn wir am Ende der Saison möglichst weit oben stehen, aber dafür muss einiges passen und die Spieler müssen das unbedingt wollen. Wenn die Mannschaft das annimmt, traue ich ihr noch einiges zu.

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