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Waldershof in der Flüchtlingspolitik isoliert

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Tirschenreuth. Großes Thema bei der Bürgermeisterdienstversammlung in Tirschenreuth war vor allem wieder die Unterbringung der Flüchtlinge. Glücklich mit der aktuellen Situation ist niemand - für Empörung sorgte jedoch Friederike Sonnemann, Bürgermeisterin von Waldershof.

Von Daniel Meinl

Landrat Wolfgang Lippert Landrat Wolfgang Lippert fordert Solidarität zwischen den Kommunen.

Die Situation ist jetzt anders als vor Silvester. Die Willkommenskultur ist nicht mehr so da, wie sie es mal war. Die Leute haben Ängste,

beschrieb Landrat Wolfgang Lippert die Schwierigkeit der Lage. Trotzdem wolle er keine Quotierung, manche Kommunen hätten einfach keine Plätze. Ebnath, Falkenberg, Kastl, Konnersreuth, Kulmain und Leonberg sind die Gemeinden, die bis heute noch kein einzigen Asylsuchenden aufgenommen haben. Der Grund ist schnell gefunden- es werden keine Wohnung zur Verfügung gestellt.

Ich habe bei mir in Kastl schon appelliert, dem Landkreis Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Bei uns sind aber viele Amerikaner, an diese wird eher vermietet,

erklärt beispielsweise Kastls Bürgermeister Josef Etterer. Ähnlich geht es Manfred Kratzer, Bürgermeister in Ebnath: "Ich würde sofort 20 Plätze anbieten, habe aber einfach keinen Raum. Einige Bürger denken aber darüber nach, bis Mitte oder Ende 2016 Wohnungen herzurichten."

Während einige Kommunen noch gar keine Flüchtlinge aufgenommen haben, gibt es auch andere, bei denen das Gegenteil der Fall ist. In Neualbenreuth sind bereits fünf Prozent der Einwohner Asylbewerber, in Wiesau sind es vier Prozent. Immerhin eine Sorge kann Lippert Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz nehmen: Die Dreifachturnhalle soll bis spätestens zum Sommer wieder frei sein.

Begrenzung wird nicht funktionieren

Franz Stahl Franz Stahl, Bürgermeister von Tirschenreuth.

Zu bedenken gab Friederike Sonnemann (Waldershof), dass bei den Einwohnern auch Akzeptanz nötig sei, die Leute müssten bereit zur Integration sein. Offen spricht sie sich deshalb gegen eine Gemeinschaftsunterkunft in ihrer Gemeinde aus. Trotzdem betonte sie aber auch den Wunsch, dass eine Quote kommt - Grund für große Kritik aus den anderen Gemeinden:

Das ist zynisch, was du da sagst! Da sagen meine Leute "Die Guten sind die Deppen." Ich kann die Quote nur fordern, wenn ich sie auch selbst erfülle,

kritisierte Toni Dutz. "Es geht doch darum, wie ich es nach außen vermittle. Es ist hier kein Wunschkonzert, du hast die Aufgabe Flüchtlinge auch in Waldershof unterzubringen. Die Flüchtlinge sind keine Kriminellen", pflichtete ihm Franz Stahl (Tirschenreuth) bei. Aus eigenen Mitteln habe er für die Asylsuchenden bereits 200.000 Euro ausgegeben, argumentierte er. Auch Klaus Meyer (Neualbenreuth) stimmte zu:

Wir müssen solidarisch das Feld bestellen, auch Waldershof! Eine Begrenzung wird nicht funktionieren, das zu sagen ist falsch! Ich könnte meinen Bürgern auch sagen, wir müssen demonstrieren wie Waldershof, aber nein, das Gegenteil ist der Fall!

Die Stimmung seit Silvester wäre gewandelt, gab Sonnemann zu bedenken. Bernd Sommer (Waldsassen) ließ auch dies nicht als Entschuldigung gelten: "Wenn man sich um Integration kümmert, gibt es kein Silvester in Köln."

Am 17. Februar befanden sich 906 Flüchtlinge im Landkreis Tirschenreuth (entspricht 1,1 Prozent der Bevölkerung), 103 davon in der Notfallunterkunft in Wiesau. Die verbleibenden 803 Asylbewerber verteilen sich auf 49 dezentrale und drei Gemeinschaftsunterkünfte. 2015 wurden 313 dezentrale Plätze, sowie eine Gemeinschaftsunterkunft für 70 Personen, neu geschaffen.

Regina Kestel Regina Kestel bringt die Bürgermeister auf den neuesten Stand der Flüchtlingszahlen.

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