Wirtschaft

Warnstreik bei BHS: Mitarbeiter fordern mehr Gehalt

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Weiherhammer. Rund 120 Mitarbeiter bei BHS Corrugated streikten am Freitag vor dem Betriebsgelände. Sie fordern mehr Lohn und eine feste Übernahme der Azubis.

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Rund 160 BHS-Mitarbeiter streikten am Freitag. Fotos: Siggi Bock
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Mit einem zweistündigen Warnstreik untermauerten rund 120 Betriebsangehörige am Freitag um 12.45 Uhr vor der alten Pforte der BHS Corrugated und weitere im Home-Office die Forderung der IG Metall in der Tarifrunde um vier Prozent mehr Lohn und feste Übernahme der Auszubildenden mit entsprechender Entgelterhöhung.

"Einen Strich durch die Rechnung machen"

„Dies ist absolut in Ordnung, denn wir haben keinen Betrieb mehr in Kurzarbeit“, betonte zweiter IG-Bevollmächtigter Udo Fechtner. Es gebe noch kein Angebot des Arbeitgebers, einer der größten Betriebe der Oberpfalz. Deshalb werde man Druck machen. „Wir haben den Eindruck, die Betriebe nutzen die Coronazeit mit den Gegenforderungen aus, aber da werden wir ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.“

Betriebsratsvorsitzender Stefan Roth  hatte zuvor erklärt, dass durch die finanziellen Belastungen durch die lange Kurzarbeit, den damit verbundenen Lohnausfällen und dadurch anstehenden Steuernachzahlungen jetzt die Belastungen durch Rekordpreise für Benzin, Diesel und Heizöl kämen.

Fachkräfte durch Kurzarbeit gesichert

Die Unternehmen hätten es sich durch die Kurzarbeit leicht gemacht und viel Geld gespart. Dies habe auch Arbeitsplätze gerettet, aber auch Fachkräfte gesichert, die jetzt im Aufschwung unverzichtbar und kostbar geworden seien. Es gehe auch um eine neue Altersteilzeit.

Roth sprach von einem Angriff auf die schwer erkämpften tariflichen Bedingungen wie Wehnachts- und Urlaubsgeld, den die Arbeitgeber mit neuen „Zauberworten“ wie „Differenzierung und Variabilisierung durchziehen wollen. „Wenn wir zusammenhalten sind wir stark und alles ist möglich“ ermutigte Roth die Teilnehmer.

32.000 Beschäftigte bayernweit im Warnstreik
 

Neben Weiherhammer legten am Freitag auch in zahlreichen anderen Betrieben in Bayern Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Laut IG Metall war es einer der bisher größten Streiktage in Bayern. Insgesamt haben sich 31.850 Beschäftigte beteiligt.

Die bayernweiten Warnstreiks liefen bis in die Nacht in zahlreichen Betrieben und Schichten weiter. Insgesamt hat die IG Metall die Beschäftigten in 94 Betrieben zu Warnstreiks aufgerufen.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: „Die Beschäftigten sind stinksauer. Sie lassen sich von den Arbeitgebern nicht mit einer Nullrunde für 2021 abspeisen. Und sie verlangen verbindliche Regelungen, um Arbeitsplätze zu sichern. Wir werden die Warnstreiks in der kommenden Woche fortsetzen – und zwar so lange, bis die Menschen bekommen, was ihnen zusteht.“

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