Buntes

"Warum machen wir das eigentlich nicht genau so?"

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Neustadt/WN. „Es ist sehr wichtig, dass man alleine geht, nicht in einer Gruppe und dass man sich den Sprung ins kalte Wasser traut“, sagt Martina Weiß, die während ihres Studiums zweimal für längere Zeit im Ausland war. Diese Erfahrungen möchte sie nicht missen. Bei einem Projekttag für Auszubildende warben Berufsschule, Bauernverband und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) gemeinsam dafür, den Schritt zum Auslandspraktikum zu wagen.

Wenn man ganz alleine in einem fremden Land am Flughafen stünde, dann müsste man sich schon mal durchkämpfen, berichtet Martina Weiß. „Aber es geht immer irgendwo weiter“, sagt die Oberpfälzerin, die mittlerweile auch beruflich – sie arbeitet für einen Maschinenbaubetrieb – Dienstreisen ins Ausland unternimmt.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

„Wir produzieren für den Weltmarkt“, sagte Dr. Siegfried Kiener, Leiter des AELF Weiden. „Die Produktion geht weit über den Eigenbedarf hinaus, deswegen müssen wir exportieren und deswegen müssen wir auch wissen, wie die ausländischen Betriebe aufgestellt sind.“ BBV Kreisobmann Josef Fütterer ermutigte die Schüler für ein paar Monate ins Ausland zu gehen. „Ihr seid jung. Ihr habt Eltern zu Hause auf den Höfen. Nutzt die Möglichkeit, jede Ausbildung anzunehmen, die ihr bekommen könnt.“ Ely Eibisch, der Tirschenreuther Kreisobmann, pflichtete bei: „Wenn Ihr es jetzt nicht macht, könnt Ihr es nie mehr machen.“

DSC_1270 Dr. Michael Karrer (am rechten Bildrand) vom Landwirtschaftsministerium sprach zu den Berufsschülern. In der ersten Reihe die Mitveranstalter (von rechts) Ely Eibisch, Josef Fütterer, Hans Winter, Dr. Siegfried Kiener und Wolfgang Denk. Bild: Grimm

Die Bedingungen vor Ort seien bestens. Das betonte Dr. Michael Karrer, Bildungsreferent im Landwirtschaftsministerium. „Ihr habt einen sehr guten Ausbildungsberater und eine sehr gute Berufsschule, die mitmacht“, betonte Dr. Karrer. Das Landwirtschaftsministerium wolle den Auszubildenden den Einstieg erleichtern. Dazu werden feste Ansprechpartner im Ausland installiert und ausländische Ausbildungsbetriebe zertifiziert, um die Qualität zu sichern. „Ich bitte Euch, Euch die Zeit für einen Auslandsaufenthalt zu nehmen“, warb der Ministeriumsvertreter.

Internationale Geschäftskontakte

BBV-Geschäftsführer Hans Winter informierte über die Unterstützungsangebote der Schorlemer Stiftung, die unter dem Dach des Deutschen Bauernverbandes den internationalen Praktikantenaustausch vorantreibt. Im Ausland könnten länderübergreifende Fachkenntnisse und strategisches Wissen erlernt werden. Zudem erlernten die Praktikanten eine fremde Sprache und entwickelten sich persönlich weiter. Das mache sich bezahlt. Die Absolventen könnten internationale Geschäftskontakte knüpfen und verbesserten ihre Anstellungschancen.

Sogar vom Studium des Erdnussanbaus profitiert

DSC_1285 Martina Weiß war während ihres Studiums an der TU München zweimal im Ausland. "Wenn man dafür offen ist, dann kann man sehr viel Nutzen daraus ziehen", sagt Weiß zum Auslandsaufenthalt. Bild: Grimm

Je nach Land dauerten die Programmangebote zwischen zwei und zwölf Monaten. Winter empfahl ein ganzes Jahr ins Ausland zu gehen. „So kann man den gesamten Jahresablauf miterleben, von trockenen Sommern bis hin zu strengen Wintern“, erläuterte der Weidner BBV-Geschäftsführer. Die monatliche Vergütung beträgt zwischen 400 und 1.100 Euro. Die Programm- und Vermittlungsgebühren verringern sich durch eine staatliche Förderung zwischen 200 und 500 Euro. Bleiben noch die Reisekosten und die Ausgaben für ein Auslandsversicherungspaket.

Auch Martina Weiß wollte ihre Sprachkenntnisse verbessern, als sie sich für einen Auslandsaufenthalt in Georgia in den USA entschied. „Das hat super geklappt.“ Sogar vom Studium des Erdnussanbaus hat sie profitiert. „Man erkennt Parallelen zu heimischen Kulturen und denkt sich: Warum machen wir das eigentlich nicht auch so?“

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