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Wassermassen in Pressath - Bürger erzürnt

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Pressath. Zahlreiche Bürger beschweren sich in der Stadtratssitzung über Rückstau in Kanälen und eindringendes Wasser in ihre Häuser. Sie machen der Stadt Vorwürfe. Bürgermeister Stangl appelliert zur Geduld und Zusammenarbeit.

Regenströme lassen das Wasser in der Schillerstraße stauen. Bild: privat. 

Ungewohnt viele Zuhörer waren im Pfarrsaal zur Stadtratssitzung erschienen. Grund waren einige Starkregenereignisse, die zu mehreren Überschwemmungen im Stadtgebiet geführt hatten.

Ein Anwohner der Schillerstraße hatte dem Rathaus ein Bild geschickt: Das Wasser floss bergabwärts von öffentlichem Grund in sein Privatgrundstück. Bürgermeister Bernhard Stangl (SPD) sagte klar: "Das darf nicht passieren."

Auch in der Kolpingstraße, bei der Raiffeisenbank und im Bereich des Kiesiebeach gab es Überschwemmungen. Ursache seien Rückstauungen in den Kanälen.

"Wir haben 70 Kilometer Straße und 120 Kilometer Kanäle. So ein Kanal hält 30 bis 40 Jahre. Irgendwann muss er einmal saniert werden." Rückstauungen können aber jederzeit auftreten, auch bei größeren oder neueren Kanälen, führte der Bürgermeister aus.

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Wasser staut sich in Kanälen: Was jetzt?

Jetzt soll eine Firma mit einer Kamera die prekären Stellen befahren und den Zustand der Kanäle prüfen. Die Ergebnisse will der Bürgermeister veröffentlichen. Mit der Datenerhebung soll eine Art Katasterverzeichnis erstellt werden, um eine Priorität der zu sanierenden Kanäle festzulegen, wie er erklärt: "Manche sind dringend, andere haben noch Jahre Zeit." Danach könne eine Ausschreibung zum Beginn der Sanierungen starten.

Stangl rechnet mit einem Start in etwa zwei Jahren. Stangl war bekannt, dass das Wasser auch in Häuser gelaufen ist, weshalb zur Stadtratssitzung auch etwa 25 Zuhörer da waren. Er stellte vorsorglich aber die rechtliche Lage klar: "Wir als Stadt sind verantwortlich für das öffentliche Kanalnetz. Ab der Grundstücksgrenze ist der Eigentümer selbst verantwortlich."

Unmut macht sich in Pressath breit

Die Zuhörer hatten zwar geduldig zugehört, aber ihr Unmut hatte sich wie das Wasser aufgestaut. Immer wieder gab es Wortmeldungen, weswegen der Stadtrat ihnen zunächst vereinzelt danach allgemein das Rederecht verlieh. Für sie war klar, dass das Problem an den Kanälen liegen muss.

In der Tannenhofstraße soll das Problem bereits seit Jahren bestehen, durch den vielen Regen werde es extremer. Ein Anwohner der Böttgerstraße berichtete, dass bereits Fäkalien und Klopapier durch die Kanäle wieder hochkämen.

Ein Bürger aus der Kolpingstraße erklärte, er habe zwar Rückstauklappen und Drainagen an seinem Haus, trotzdem käme das Wasser teilweise selbst bei leichtem Regen durch die Wände herein. "Irgendwann kann ich da nichts mehr machen. Es ist hier 20 Jahre von der Stadt geschlafen worden." Ein weiterer Betroffener dachte sarkastisch über das Aufstellen von Sandsäcken nach.

"Warum dauert das so lange?"

Eine weitere Pressatherin ist schwer enttäuscht von der Stadt: "Vor 15 oder 20 Jahren ist schon versprochen worden, die Kanäle zu richten." Stattdessen sei dann noch zusätzlich die Tannenhofsiedlung an das Kanalsystem angeschlossen worden. Eine Firma habe die Leitungen auf ihrem Grund überprüft und für in Ordnung befunden, daran könne es also nicht liegen. "Die Stadt kennt das Problem seit Jahren - warum dauert das so lange?"

Viele hätten ihre Häuser saniert, trotzdem käme regelmäßig Wasser herein. Versicherungen würden irgendwann die Verträge kündigen, wenn ständig Wasserschäden gemeldet werden. Dazu kommt die Sorge wegen Schimmelbildung. "Wo könnten Bürger denn melden, dass sie betroffen sind, damit der Kanal dort auch untersucht wird?"

Wasserschäden und Mängel prüfen - Betroffene sollen sich melden

Stangl bat eine der Anwohner die Daten der anwesenden Zuhörer zu sammeln, andere betroffene Bürger sollten sich beim Rathaus melden.

Stangl konnte nur an seine Bürger appellieren, auszuhalten und mit der Stadt zusammen zu arbeiten. Es gebe kein Allheilmittel für das Problem, sondern müsse individuell betrachtet werden. Die Kanäle könnten nur nach und nach gerichtet werden, für das ganze Kanalnetz von Pressath seien Jahre erforderlich.

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