Weiden soll Fairtrade Stadt werden

Weiden. Die Stadträte sind sich einig: Diese Chance sollte man nutzen. Deswegen soll es ab jetzt nur noch Fairtrade Kaffee und Tee geben im Rathaus. Doch gerade das sorgte erst einmal für Verwirrung.

Von Yvonne Sengenberger

„Wir wollen dieses Projekt natürlich von Herzen unterstützen. Aber ich dachte eigentlich, dass wir schon 2006 beschlossen hatten, dass wir nur noch Fairtrade Kaffee und Tee trinken?“, bemerkte Gisela Helgath von den Grünen bei der Stadtratssitzung am Montag. Sie hatte gehofft man würde ihr jetzt sagen, wie viel sie schon getrunken hätten – aber stattdessen würde noch einmal darüber abgestimmt.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß war bei der Sache fein raus.

Ich weiß davon nichts. Da war ich noch nicht Oberbürgermeister! Ab und zu ist es wohl Fairtrade Kaffee.

Da musste sein Kollege Bürgermeister Lothar Höher herhalten. Der war schon im Amt, als 2006 beschlossen wurde, nur noch fair gehandelte Heißgetränke in Sitzungen anzubieten. „Das wurde damals auch umgesetzt. Ist aber wohl scheinbar irgendwann untergegangen. Es hat aber auch niemand danach gefragt.“

„Danke, dass ihr glokal denkt!“

Helgath fragte sich, wie das dann bei anderen, wichtigen Beschlüssen aussehe. Roland Richter lenkte die Diskussion wieder zurück zum eigentlichen Thema: „Der Antrag, dass wir eine Fairtrade Stadt werden ist wirklich positiv. Wir sollten die Chance nutzen! Nur wenn Arbeiter einen fairen Lohn bekommen, müssen sie nicht mehr fliehen aus Perspektivlosigkeit.“ Er bedankte sich auch bei denen, die diesen Antrag bei der Stadt vorgebracht hatten. Der Anstoß kam nämlich von der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung. „Danke, dass ihr so „glokal“ seid – global denkt und lokal handelt.“

Karl Bärnklau von den Grünen wies zum Schluss noch darauf hin, dass nicht nur bei Kaffee und Tee Fairtrade wichtig sei. „Wir können noch mehr tun und noch nachhaltiger handeln.“ Am Ende stimmten die Stadträte dafür, sich als Fairtrade town zu bewerben. Dafür würde nicht nur fairer Kaffee getrunken, auch Firmen müssten zum Beispiel ins Boot geholt werden. Das soll jetzt nach und nach geschehen.

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