Wirtschaft

Weiden West IV: Wo liegen die alternativen Flächen?

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Weiden. Findet die Stadt trotz Bürgerentscheid für Walderhalt alternative Flächen für ein Gewerbegebiet? Wie soll Weiden Innenstadt-Aussterben entgegenwirken? Mit dem "Schlachtruf" "Aufbruch 21" schaut Oberbürgermeister Jens Meyer nach vorne: Auf der Agenda stehen auch Bildungsthemen und nachhaltiges Wohnen.

Wie geht es weiter nach dem Bürgerentscheid zum Gewerbegebiet „Weiden West IV“? Über diese Frage und Lösungsansätze spricht Oberbürgermeister Jens Meyer im Neuen Rathaus in Weiden. Außerdem hat er weitere Leitprojekte zu Themen wie „Gewerbe“, „Innenstadt“, „Realschule“ und „Wohnparks“ vorgestellt.

Der Leitgedanke „Aufbruch 21“ ist dem Oberbürgermeister sehr wichtig. Ursprünglich war es als Motto des diesjährigen, aber wegen Corona entfallenen, Neujahrsempfangs geplant. Der „Aufbruch“ sei sowohl für das Jahr 2021, also auch für das 21. Jahrhundert anzusehen, erklärt Meyer. Also für Projekte, welche die Stadt Weiden nicht nur kurz- und mittelfristig, sondern auf lange Sicht voranbringen sollen.

Weiden West IV: „Know-how“ aus Stadt und Gesellschaft nutzen

Die Mehrheit der Weidener Bürgerinnen und Bürger hat sich gegen die Fortführung der Planungen zu „Weiden West IV“ ausgesprochen

Daraus werde abgeleitet, wie wichtig es sei, bei größeren Projekten künftig verstärkt auf Kommunikation mit der Gesellschaft zu setzen. In sogenannten „Think-Tanks“ sollen Gedanken und Sichtweisen gesammelt und anschließend bewertet werden.

Gewerbeflächen mitten in Weiden sind äußerst rares Gut

Laut Angaben der Stadt wandern viele Betriebe in die Landkreise ab, um expandieren zu können. OB Meyer will sich zeitnah mit Planungsbüros treffen, um alternative Flächen zu finden, die sich für eine Entwicklung als Gewerbeflächen eignen. So schnell wie möglich, jedoch mit so viel Zeit wie nötig für Sorgfalt und Kommunikation, wie er erklärt.

„Es ist davon auszugehen, dass es mehrere kleinere Gebiete von ca. 4x10 oder 3x15 Hektar werden“, gibt OB Meyer an. Zudem würden Brachflächen in den Fokus rücken.

Immer her mit Vorschlägen! 

Auch sei die Stadt Weiden offen für interkommunale Gewerbegebiete, wie es zusammen mit der Gemeinde Parkstein der Fall sei. Die Bevölkerung sei eingeladen, Vorschläge und Anregungen bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Weiden einzureichen.

Es werde hierzu ein „Gewerbegebiets-Telefon“ eingerichtet. Extra Erwähnung findet auch das „Aktionsbündnis Walderhalt“. OB Meyer freue sich auf deren Ideen für alternative Standorte.

„Innenstadt“ soll Leerständen entgegenwirken

Bereits vor den Corona-Einschränkungen, unter denen besonders die Gastronomen und Einzelhändler der Stadt zu leiden haben, mussten viele Geschäfte mit Familientradition wegen Fehlens eines Nachfolgers schließen, so Meyer. Der verstärkte Onlinehandel verändere das Einkaufsverhalten und erschwere zudem den Absatz des Einzelhandels.

Mehrere Maßnahmen sollen die Innenstadt attraktiver machen. Für ein Leerstandsmanagement wurde bereits Vorarbeit geleistet, die weitergeführt werden soll. Die Barrierefreiheit soll unter anderem durch Anpassungen am Pflaster weiter vorangetrieben werden.

So schnell es die Coronalage zulässt, soll ein großer Runder Tisch zum Thema „Innenstadt“ installiert werden. Bestehen soll er aus Vertretern von Gastronomie,  Einzelhandel, Stadtmarketing, IHK, NOC, City-Center, Schausteller, Teilnehmern des Wochenmarktes und vor allem aus Immobilienbesitzern der Innenstadt.

Eingebrachte Vorschläge sollen in einem gemeinsamen Plan münden, wie Gastronomie, der Handel und das Wohnen in der Altstadt nachhaltig etabliert werden können. Zudem seien Förderprogramme als Ziel gesetzt.

Bildung als Stütze: Neubau der Hans- und Sophie-Scholl-Realschule

Als Beispiel zum Thema Förderung Weidens als (Hoch-)Schulstadt nennt OB Meyer einige Vorzüge der neu gebauten FOS/BOS Weiden. Von Anfang an wurde diese auch für Menschen mit Geh-, Hör- und Sehbehinderungen konzipiert. Das soll ebenfalls bei der neu geplanten Realschule angewandt werden.

Die Finanzierung sei noch nicht entschieden. Es stehen zwei Modelle zur Verfügung. Eine klassische Finanzierung über VgV-Verfahren oder über eine Öffentlich-Private-Partnerschaft, wie es bei der FOS/BOS realisiert wurde - auch OB Meyers Favorit. Als nächsten Schritt soll eine Lenkungsgruppe aus Teilen der Verwaltung, des Stadtrats und der Planer eingesetzt werden.

Wohnen in Weiden - nachhaltig und gefördert

Auch die Schaffung von gefördertem Wohnraum mit einem grünen Akzent im Stadtgebiet ist ein zentrales Element des „Aufbruchs 21“. Nachdem die Stadt Weiden das Turnerbund-Geländ erworben hat, beginnt jetzt die Umsetzung des durchgeführten Realisierungswettbewerbs. Eine Lenkungsgruppe soll Fragen der Finanzierung und die baldige Bebauung vorantreiben.

Beim sogenannten „Wohnpark Stockerhut“ hat die Stadt einen Grundstückstausch mit der SpVgg SV Weiden aushandeln können. "Für den Verein könnten Sportflächen für ein hochwertiges Sportangebot konzentriert werden", sagt der Oberbürgermeister. Die Stadt könne nun eine Baulandentwicklung vorantreiben und eine Marktanalyse angehen. 

"Für Weiden stehen Projekte mit großen Chancen an, die weit in die Zukunft reichen. Aktuelle Herausforderungen müssen und werden angegangen", fasst Meyer zusammen. Wichtig sei ihm auch die  Zusammenarbeit mit dem Stadtrat, den Fraktionen und der Bürgerschaft.
 

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