Wetterkapriolen verhageln Kaltenbrunner Imkern den Honigertrag

Kaltenbrunn. Der Imkereiverein Kaltenbrunn zieht eine Bilanz über die vergangenen Jahre und den Einfluss des Wetters auf die Bienenzucht.

„Heiliger Himmel, bewahre uns, die Schöpfung“ steht auf dem Granitsockel an der Bienenweide am Galgenbühl, den Rudi Prölß errichtet hat. Bild: Siggi Bock

Die Corona-Pandemie hat die Vereinsarbeit erschwert und teilweise zum Erliegen gebracht. Trotz der nicht möglichen Treffen hat der Verein sein Bestes gegeben, die Mitglieder – auch dank der digitalen Medien – am Laufenden zu halten.

„Die Treue und das Vertrauen haben dabei der Vorstandschaft geholfen, gut durch diese Krisenzeiten zu kommen.“ Dieses Fazit zog der Vorsitzende des Imker- und Bienenzuchtvereins (IBZV), Rudi Prölß, über die Jahre 2020 und 2021 in der Jahreshauptversammlung am Sonntag.

Erfahrungsaustausch von Vorteil für alle

Der Wissens- und Erfahrungsaustausch in den Monatstreffen, die erstmals wieder ab Juli 2021 stattfinden konnten, und wofür Kursleiter Ernst Müller besonderer Dank galt, sei für alle Züchter von großem Vorteil, „denn wir wollen, dass es unseren Bienen gut geht und wir qualitativ ein hochwertiges Naturprodukt ernten können“ betonte Prölß.

Durch den Beitritt von Laiu und Anda Laurentiu sowie der Kohlbergerin Tina Auer sind es aktuell 38 Aktive. Ilona Fehlner ist das 15. fördernde Mitglied.

Kein Honigschlecken

2020 war kein Honigschlecken, da mancher gar keinen Honig ernten konnte. Zufrieden war man dagegen mit der Königinnenvermehrung. „Zwei Wochen nach dem Aufstellen auf der Carnica-Belegstelle in Grünau erfreuten wir uns über viele Reinzuchtköniginnen“, sagte Prölß.

Genauso erfolgreich sei die Züchtung der Buckfastbiene von Ernst Müller. Er und Anton Wolfinger unterhalten eine eigene Belegstelle in Röthenbach.

Kältester Winter seit 40 Jahren

2021 bescherte im April den kältesten Winter seit 40 Jahren, fuhr der Imkerchef fort. Die Sammelbienen konnten angesichts ergiebiger Regenereignisse nicht ausfliegen und wenn doch, fehlten die blühenden Pflanzen, die durch die Kälte ausfielen.

Die Bienen hätten sich im Stock gewärmt und viele Weiselzellen gebaut. Die Folgen waren zahlreiche Schwärme. Ende Juni war zugleich Frühjahrs- und Sommerernte, die mager ausfiel.

Grüne Insel am Galgenbühl

Prölß berichtete über die Biotoppflege in der Birklohe, die er und Manfred Bergler übernahmen und zudem Gehölzarbeiten an der auswuchernden Hecke und den Abtransport des Schnittguts ausführten. Eingerahmt wurde die grüne Insel am Galgenbühl mit der Pflanzung von sechs Lindenbäumen.

„Imker so fleißig wie die Bienen“

Das Treffen am 4. September stand unter dem Motto „120 Jahre Imkerverein und 25 Jahre Lehrbienenhaus“. Auch finanziell braucht sich der IBZV derzeit keine Sorgen machen, ergab der positive Kassenbericht von Wolfgang Wagner. „Die Gemeinde ist froh und dankbar, dass die Imker so fleißig sind wie die Bienen und sich neben ihrem Hobby auch für die Erhaltung der Natur einsetzen“, sagte dritter Bürgermeister Thomas Schönberger.

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