Widerstand gegen den Widerstand: „Gemeinschaft Bürger Pro Neustadt“ für Marktplatzausbau

Neustadt/Kulm. In der Kulmstadt hat sich eine überraschende Gegenbewegung zur „Interessengemeinschaft der Marktplatzanlieger“ gebildet: Die „Gemeinschaft Bürger Pro Neustadt“. Initiiert von den Sprechern Michael Walter und Tim Preißinger hat sie sich zum Ziel gesetzt, ein Zeichen zu setzen gegen das schlechte Image der Stadt, das gegenwärtig wegen des Themas Marktplatz in der Öffentlichkeit bestehe. 

Von Udo Fürst

Wir haben es satt, dass ständig alles schlecht geredet wird und wir stehen hinter der Arbeit unserer gewählten Stadträte,

erläuterte Preisinger vor der Stadtratssitzung am Dienstag im proppenvollen Sitzungssaal. Es waren so viele Sympathisanten der neuen Gruppe gekommen, dass sie nicht nur den Saal, sondern auch den gesamten Vorraum und die Treppe in Beschlag nahmen. Das beeindruckte den ob der Unterstützung strahlenden Bürgermeister Wolfgang Haberbeger und den Großteil des Gremiums sichtlich.

Neustadt Kulm Marktplatz
So voll besetzt war der Sitzungssaal des Neustädter Rathauses wohl selten. Etwa 80 Anhänger der neuen „Gemeinschaft Bürger Pro Neustadt“ wohnten der Stadtratssitzung am Dienstag im und vor dem Saal sowie im Treppenhaus bei. Foto: Udo Fürst

Ebenfalls wenn auch anders beeindruckt waren scheinbar auch die Mitglieder der Interessengemeinschaft der Marktplatzanlieger, die in den vergangenen Wochen während jeder Stadtratssitzung vor dem Rathaus mit Trillerpfeifen, Ratschen und Megaphon gegen die Sanierung der Altstadt protestiert hatten. Zwar hatte sich auch diesmal wieder ein gutes Dutzend Demonstranten versammelt und tat auf Schildern seinen Unmut gegen das Jahrhundertprojekt kund, doch diesmal blieben die Tröten und Lautsprecher der Gegner angesichts der mit etwa 80 Bürgern angetretenen unerwarteten Gegenbewegung stumm.

Nicht alle sind gegen das Jahrhunddertprojekt

Im Vorfeld hatte die „Gemeinschaft Bürger Pro Neustadt“ ein Schreiben verfasst, das Sprecher Tim Preisinger vor dem Gremium verlas und das von den knapp hundert Zuhörern lautstark beklatscht wurde. Darin gingen die Verfasser noch einmal kurz auf den bisherigen Verlauf des Projekts Marktplatzsanierung ein. Unter anderem heißt es darin, dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen Befürwortern und Gegnern in den Medien den Eindruck vermittelt hätten, dass ein Großteil der Neustädter Bevölkerung generell gegen die Umgestaltung des Marktplatzes sei.

Um es klar zu sagen: Dem ist definitiv nicht so,

betonte Preisinger. Man habe den Eindruck gewinnen können, dass stets nur die Interessen der Marktplatzanwohner im Vordergrund gestanden hätten. „Auch wenn diese Interessen soweit wie möglich berücksichtigt werden sollten, ist die kontinuierlich an den Tag gelegte rigorose Blockadehaltung der Gegner nicht akzeptabel.“

„Der Marktplatz gehört allen Bürgern!“

Neustadt Kulm Marktplatz
Michael Walter (rechts) und Tim Preißinger sind die Sprecher der Gemeinschaft „Bürger Pro Neustadt“. Foto: Udo Fürst

Die geplante Umgestaltung sei aus Sicht vieler Bürger unumgänglich und längst überfällig. Aus diesem Grund wolle man die Interessen der positiv gestimmten Bürger aufgreifen und betonen, dass die Umgestaltung des Marktplatzes nicht nur Angelegenheit der Anwohner, sondern der gesamten Gemeinde mit allen Ortsteilen sei. „Der Marktplatz gehört allen Bürgern“, sagte der Sprecher unter großem Beifall und betonte, dass sämtliche Beschlüsse bezüglich Umgestaltung durch ein demokratisch gewähltes Gremium mit großer Mehrheit gefasst worden seien und entsprechend respektiert werden müssten.

Bisher zähle das neue Bündnis laut Michael Walter 16 Mitglieder, doch sei am großen Interesse der Leute zu erkennen, dass dies noch längst nicht das Ende der Fahnenstange sei. „Ich kenne ganz viele Neustädter, die genauso denken und die sich uns anschließen wollen.“ In den nächsten Wochen werde man aktiv auf die Bürger zugehen und weiter Aufklärung betreiben. „Es kann doch nicht sein, dass wir monatelang wegen ein paar Schwarzsehern nicht aus den negativen Schlagzeilen kommen“, sagte Walter gegenüber OberpfalzECHO.

Unsere Stadt ist viel zu schön und zu liebenswert, um ständig schlecht geredet zu werden“

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