Buntes , Menschen

Wie der Baum zum Wildschwein wurde

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Grafenwöhr. Wer schon einmal am Naturerlebnispfad Bierlohe entlang spaziert ist, dem sind bestimmt die Figuren entlang des Weges aufgefallen: Eine Hasenfamilie, ein Biber und ein Bär in Lebensgröße zum Beispiel. Der neuste Bewohner im Wald ist ein Wildschwein. Allesamt sind sie komplett aus Holz. Aber wer steckt hinter den hölzernen Kunstwerken? 

Von Kristine Mann 

Aus Holz können unglaubliche Kreationen entstehen - die Schnitzergemeinschaft - hier von links die Mitglieder Manfred Stahl, Ernst Schiffl, Peter und Wolfgang Herzog - sind die Männer hinter den Kunstwerken.

Im "Wald der Tiere" entlang der Bierlohweiher hat die Schnitzergemeinschaft Grafenwöhr so manchen Waldbewohner aus Holz geschaffen. Seit dem Waldkinderfest gesellte sich noch ein weiterer dazu: Das Wildschwein kam bei den Kids super an. Es ist sogar so groß, dass viele Kinder sich für ein Foto auf den Eber setzten und darauf posierten. Wie aus dem Holzstück das Wildschwein wurde, weiß Wolfgang Herzog: Mehrere Monate arbeitete er an dem stattlichen Tier. Als Werkzeug kam die Motorsäge zum Einsatz. Nach und nach entstand nach dem groben Schnitt mit gezielten Handgriffen das Wildschwein - mit vielen Details, wie einzelne Borsten.

Ernst Schiffl, Manfred Stahl und die Brüder Peter und Wolfgang Herzog sind schon viele Jahre Teil der Schnitzergemeinschaft Grafenwöhr. 44 Mitglieder zählt der Club. Ernst Schiffl aus Hütten gehört sogar zu den Männern der ersten Stunde. Auf den Geschmack kamen die Gründer vor rund 22 Jahren bei einem Einführungskurs bei den Pleysteiner Schnitzern. Schnell war aber klar: Beim einmaligen Schnitzen sollte es nicht bleiben. Die Leidenschaft war geweckt. Von September bis April ist seither Schnitzsaison: Dann treffen sich "junge" und "alte" Schnitzbegeisterte jeden Donnerstag von 18 bis 21 Uhr im Alten Schulhaus in Grafenwöhr. "Wir setzten uns zusammen und schnitzen", erzählt Schiffl. Und auch "Quereinsteiger" die ins Handwerk schnuppern wollen, sind herzlich willkommen. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Ernst Schiffl ist ein Urgestein des Clubs, von Anfang an dabei: Er ist Mitgründer der Schnitzergemeinschaft Grafenwöhr.

Wie man die Schnitzkunst lernt

Schiffl, Stahl und die Brüder Herzog sind inzwischen wahre Schnitzmeister. Wenn man die Vielfalt und Details ihrer Kreationen begutachtet, kann man nur beeindruckt sein. Aber auch sie haben einmal klein angefangen: "Zuerst einmal muss man den Umgang mit dem Messer lernen", weiß Manfred Stahl aus eigener Erfahrung. Er selbst hat sich damals an einfachen Schalen versucht. Später übte er Schafe in allen Größen: "Meine ersten Schafe sahen überhaupt nicht nach Schaf aus." Zwei Stunden saß er damals an seinem ersten Tier. Das Ergebnis: "Hat allen gefallen, nur mir nicht", erinnert er sich und lacht. Mit etwas Übung ging das Ganze aber schon schneller - und auch die Ergebnisse gefielen ihm immer besser. "Bei uns hilft jeder dem anderen", so Stahl. Mit etwas Geduld, Übung und Talent können aus so gut wie jedem Holz die tollsten Figuren entstehen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Von winzigen Krippenfiguren kaum größer als ein Fingernagel, über lebensgroße Eulen, Wildschweine und Bären.

Für solche Mini-Figuren braucht man wirklich Fingerspitzengefühl! Die Geduld dazu hat Peter Herzog.

In einem Fotobuch hat Stahl Bilder von seinen Kreationen gesammelt. An eine davon erinnert er sich besonders gern. Eine Hundebesitzerin hatte eine außergewöhnliche Anfrage: Sie wünschte sich ein Abbild ihres Jack Russel Terriers. Mit Hilfe von Fotos machte er sich gleich ans Werk, schnitzte den kleinen Hund und bemalte ihn anschließend in originalgetreuen Farben. Eine schöne Erinnerung an ihren Liebling, das Frauchen war hellauf begeistert.

Manfred Stahl beim Schnitzen eines Eichhörnchens. Inzwischen schnitzt er die im Schlaf.

Die Eule braucht nur noch ein paar Details - Peter Herzog verpasst dem Tier noch den "Feinschliff".

Wolfgang Herzog kreiert große Holzfiguren. Wildschwein, Adler, Bär: alles in Lebensgröße.

Bilder: OberpfalzECHO/Kristine Mann

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