Wie managen wir die Krise? Internationale Diskussion an der OTH in Weiden

Weiden. Hochschulmitarbeiter aus 13 europäischen Ländern diskutieren an der OTH Amberg-Weiden über die drängenden Fragen für Universitäten. Es zeigt sich: Viele Studierenden leiden unter den vielen Krisen.

Internationale Kooperation macht Spaß: Das zeigen die Teilnehmenden der Internationalen „Erasmus + Staff Week“ an der OTH in Weiden. Bild: Beate Luber

Bei der „Erasmus + Staff Week“ treffen sich knapp 30 Mitarbeitende aus 13 Nationen wie Spanien, Belgien, Frankreich, Bulgarien, Finnland, Italien und Türkei. Sie diskutieren über die Herausforderungen der Hochschulen besonders in Zeiten der Krise und tauschen sich über Lösungsansätze aus.

Viele Krisen, viele psychischen Probleme

Energiekrise, Finanzkrise, Pandemie, Krieg – die Liste der Krisen endet kaum. Die Studierenden haben viel mehr psychische Probleme, erzählt eine Teilnehmerin aus Spanien. Man habe dafür jetzt extra noch einen Berater angestellt. Das Studium sollte die beste Zeit ihres Lebens werden, in der Pandemie saßen sie stattdessen nonstop vor dem Rechner. Außerdem seien viele durch die Pandemie unselbständiger geworden.

Eine Kollegin aus Tschechien stimmt zu. In den vergangenen Wochen mussten zwei Studierende im Ausland wieder an ihre Heimatuni zurückgeholt werden, weil sie psychische Probleme hatten. Das habe es vorher noch nie gegeben. „Ich glaube wir müssen uns darauf einstellen, dass wir uns mit vielen Dingen auseinandersetzen müssen, die es vorher nicht gab“, wirft eine Frau aus Italien in dem Workshop ein, der durchweg auf Englisch abgehalten wurde. Man müsse flexibel bleiben.

OTH-Präsident Prof. Clemens Bulitta begrüßt die internationale Gruppe. Bild: Beate Luber
OTH-Präsident Prof. Clemens Bulitta begrüßt die internationale Gruppe. Bild: Beate Luber
Bild: Beate Luber
Bild: Beate Luber
Bild: Beate Luber
Bild: Beate Luber
Beim
Beim „World Café“ diskutieren Teilnehmer über Herausforderungen der Internationalisierung, hier mit Prof. Dr. Denis Fischer (Mitte). Bild: Beate Luber

Englisch als Herausforderung für Internationalisierung

Auch tauschten sich die Teilnehmenden über Strategien aus, wie sich die Universitäten besser internationalisieren können. Eine Hochschulmitarbeiterin aus Frankreich beklagte, dass es mit der Interdisziplinarität sehr schleppend voran gehe.

Auch die Bereitschaft, Kurse auf Englisch abzuhalten, ist unterschiedlich. Prof. Dr. Denise Fischer, Professorin am Kompetenzzentrum Mittel- und Osteuropa, erklärte, dass sie ausschließlich auf Englisch unterrichte. Vor allem von jüngeren Kollegen würde das von vornherein verlangt. Spanische Kolleginnen berichteten hingegen, dass Dozenten mit höherem Gehalt gelockt werden müssten.

Nicht nur ukrainische Studenten leiden unter Kriegsfolgen

Bei einer Diskussion über den Umgang mit Studierenden aus der Ukraine stellt sich heraus, dass viele Länder unterstützen und ein vereinfachtes Prozedere anbieten. Ein türkischer Kollege wies darauf hin, dass auch Studierende aus anderen Ländern ähnlich unterstützt werden müssten. Auf der ganzen Welt litten Studierende unter den Kriegsfolgen, nicht nur in der Ukraine.

Natürlich diskutierten die Teilnehmenden auch über Lösungsansätze, die von Energieeinsparungen bis zur besseren Betreuung von Studierenden reichten. Auf ihrer Reise besucht die internationale Gruppe auch die OTH in Amberg und die Universität in Pilsen.

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