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Wilchenreuth: Dorferneuerung erst im kommenden Jahr

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Wilchenreuth. Fährt Marianne Rauh durch das Dorf, kann es ihr passieren, dass sie angehalten und nach der Dorferneuerung gefragt wird. Wilchenreuth wartet seit Jahren darauf. Und es wird heuer wieder nichts. Doch zwei Männer versprechen eine Perspektive.

Marianne Rauh lässt sich den Bauzeitenplan von Daniel und Wolfgang Scharnagl erläutern (von links); die Baufirma versichert, Ende November 2022 sei die Dorferneuerung abgeschlossen. Foto: Gabi Eichl

Die Bürgermeisterin Marianne Rauh hat sich mit Daniel und Wolfgang Scharnagl, Junior- und Seniorchef der gleichnamigen Weidener Baufirma, getroffen, um Klartext zu reden, warum die Dorferneuerung heuer wieder nicht beginnt. Vater und Sohn Scharnagl sagen dann auch deutlich und ohne Beschönigung, warum sie heuer nicht mehr mit den Bauarbeiten beginnen: Wie überall auf dem Bau fehlt Material.

Bürgermeisterin: „Ich bin schwer enttäuscht“

Marianne Rauh sagt mehrmals, sie sei „schwer enttäuscht“, dass heuer kein Baubeginn mehr sei. „Hundert- und tausendmal“ sei ihr vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) als Zuschussgeber versichert worden, dass am 1. September die Bauarbeiten beginnen werden.

Sie sei von Anfang an skeptisch gewesen angesichts des Termins im Herbst. Vor dem Winter die Straße aufzureißen, sei ihr nicht eben sinnvoll erschienen. Sie habe dauernd darauf gedrängt, frühzeitiger auszuschreiben, „aber mein Einfluss hat nicht so weit gereicht“, sagt sie.

Baufirma Scharnagl: Es fehlt an Baumaterial

Wolfgang Scharnagl versichert, seine Firma stehe Gewehr bei Fuß, kämpfe jedoch wie die gesamte Bauwirtschaft mit dem inzwischen bekannten Materialmangel. Dabei geht es Scharnagls Worten zufolge gar nicht um Material, das auf nahezu jeder Baustelle zum Einsatz kommt, davon habe man ausreichend gebunkert.

Das Problem seien spezifische Teile wie hier Formstücke für die Wasserleitung, die aktuell eine Lieferzeit von bis zu 14 Wochen hätten. Und ohne diese den Straßenausbau zu beginnen, sei purer Aktionismus, der nur dazu führe, dass die aufgerissene Straße im Winter nicht oder nur sehr schwer geräumt werden könne. „So eine Riesenbaustelle fängt man vor dem Winter nicht mehr an“, sagt der Scharnagl-Junior.

November 2022 soll Dorferneuerung beendet sein

Daniel Scharnagl, der die Maßnahme als Bauleiter begleiten wird, hat einen Bauzeitenplan dabei. Er sagt verbindlich zu, seine Firma werde so zeitig wie möglich im Frühjahr 2022 beginnen und werde die Maßnahme spätestens Ende November desselben Jahres fertigstellen.

Auf die Frage, ob nicht ein unerwarteter weiterer Materialmangel die Sache erneut verzögern könne, sagt er, das könne seine Firma ausschließen, da man das notwendige Material bereits bestellt habe und dieses dann während des Baus auf Lager sei. Wolfgang Scharnagl verspricht eine „Riesenmannschaft“, bestehend aus acht Mann, die die Maßnahme im kommenden Jahr komplett durchziehen werde, und zwar „raketenmäßig“.

Straße wird für den Winter provisorisch ausgebessert

„Ihr Wort in Gottes Ohr“, sagt die Bürgermeisterin. Und auf die Frage, ob sie sich auf den Bauzeitenplan für die 1,7-Millionen-Maßnahme verlassen könne, sagen beide Scharnagls: „Hundertprozentig.“

Die Baufirma schenkt dem Dorf für den bevorstehenden Winter ein provisorisches Ausbessern der schlimmsten Schlaglöcher auf der Durchfahrtsstraße. „Das wird nicht berechnet“, sagt Wolfgang Scharnagl.

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